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Weißwasser

Trebendorf lässt Feuerwehrauto generalüberholen

Angesichts knapper Kassen ist das die einzige Option. Über die Notwendigkeit ist man sich im Gemeinderat einig, nicht aber über die Art der Finanzierung.

Das geländegängige Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Trebendorf ist unverzichtbar, aber in die Jahre gekommen. Jetzt soll es rundrum auf Vordermann gebracht werden.
Das geländegängige Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Trebendorf ist unverzichtbar, aber in die Jahre gekommen. Jetzt soll es rundrum auf Vordermann gebracht werden. © Feuerwehr Trebendorf

Trebendorf. Mit 5.000 Litern Wasser an Bord ist das Tanklöschfahrzeug TLF 24/50 das größte im Kirchspiel Schleife. Zudem seien alle anderen Autos dem Katastrophenschutz zugeordnet. Soll heißen, das Auto der Trebendorfer Wehr wäre das einzige, welches im Katastrophenfall vor Ort zur Verfügung stünde. Allerdings ist es, wenngleich in der Optik nach außen hin modern, längst nicht mehr so einsatzbereit, wie es erforderlich wäre. Der Unimog wurde zwar erst 2011 in Trebendorf in Dienst gestellt, war aber zuvor schon viele Jahre als Löschfahrzeug der Berufsfeuerwehr der Vattenfall Europe Mining AG im Tagebau im Einsatz. Vattenfall stellte der Trebendorfer Wehr das Fahrzeug kostenlos zur Verfügung. Für diesen „Glücksfall“ sind die Kameraden noch heute dankbar.

Für 40.000 Euro soll das Feuerwehrauto jetzt generalüberholt werden – finanziert aus Mitteln der Pauschale für den ländlichen Raum. „Der Gesetzgeber ermöglicht, das Geld der Pauschale für die Feuerwehr zu nehmen“, stellte der Bürgermeister fest. Zwar stehe im Brandschutzbedarfsplan die Ersatzbeschaffung eines Fahrzeugs drin, doch dazu wird es in absehbarer Zeit wohl nicht kommen. „Weil andere Gemeinden noch mit W 50 unterwegs sind“, wie es Waldemar Locke (CDU) begründete, aber auch wegen der Trebendorfer Finanzlage.

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Hoffnung auf acht weitere Jahre

Man gehe davon aus, dass das Tanklöschfahrzeug nach der Ertüchtigung weitere acht Jahre zuverlässig seinen Dienst leistet, zumal es geländegängig ist. Für Carsten Heinz (WV Wir für Trebendorf) stand die Notwendigkeit außer Frage, nicht aber, warum es beispielsweise Blaulichter für 6.000 Euro sein müssen. „Die sind so alt wie das Auto und wurden noch nie ausgetauscht“, erklärte Gemeinderat und Ortswehrleiter Thomas Husse (WV Trebendorf). Vor allem seien sie wichtig für die Sicherheit der Kameraden am Einsatzort.

Das Feuerwehrauto ist 27 Jahre alt und hat über 150.000 Kilometer auf dem Tacho. „Für ein neues geländegängiges Fahrzeug in dieser Größe dreht sich unter 450.000 Euro gar nichts“, gab Gemeindewehrleiter Bernd Kowalick zu bedenken. Auf Vordermann gebracht wird das Auto in Luckenwalde. Das dauert schätzungsweise einen Monat. Bernd Kowalick sieht die Gefahr, dass man später womöglich wegen jeder Kleinigkeit dorthin müsse, wenn man jetzt Sachen aus der Überholung rausnimmt. Das bedeute dann jedes Mal, dass das Fahrzeug für geraume Zeit ausfällt. „Deswegen ist es ja eine Generalüberholung und nicht bloß eine Schönheitsreparatur“, betonte er. Die Blaulichter würden da nun mal dazugehören. Deren Austausch sei notwendig, weil sie mittlerweile sehr störanfällig sind. Carsten Heinz wiederholte daraufhin, dass er ja nicht dagegen sei, „aber die Summen sind nun mal enorm“.

Gemeinderätin will andere Geldquelle

Ariane Kraink (Wir für Trebendorf) erschloss sich nicht, wieso die Ausgabe aus der Kommunalpauschale finanziert wird und nicht im regulären Haushalt steht. „Die Ertüchtigung des Fahrzeugs ist doch eine Pflichtaufgabe“, begründete sie. Sie sei für die Ertüchtigung, aber gegen die Entnahme aus der Pauschale. „Das bringt mich in einen Gewissenskonflikt“, erklärte sie. Ariane Kraink beantragte deshalb, den Beschluss zu teilen: Zum einen über die Ertüchtigung abzustimmen und zum anderen darüber, aus welcher Quelle das Geld dafür kommen soll. Mit diesem Ansinnen konnte sie sich aber nicht durchsetzen. Anderen Räten ging es offenbar ähnlich wie ihr. Letztlich wurde die Ertüchtigung des Tanklöschfahrzeugs vom Gemeinderat mit fünf Enthaltungen beschlossen.

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