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1.000 Unterschriften sind nur der Anfang

Eine Bürgerinitiative will die Solarparks auf der Hochkippe Mulkwitz verhindern – zum Schutz des Naturparadieses.

Investoren wollen bei Schleife Solarparks errichten. Dagegen regt sich Widerstand.
Investoren wollen bei Schleife Solarparks errichten. Dagegen regt sich Widerstand. © dpa-Zentralbild

Sie sind Verwaltungsfachangestellte, Heilpraktiker, Notfallsanitäter, CNC- Fachkraft, Schornsteinfeger und Erzieher und haben als erklärtes Ziel eine Gemeinsamkeit: Die Rettung der Mulkwitzer Hochkippen in der Gemeinde Schleife! Auf dem großflächigen Areal wollen Investoren zwei Solarparks entstehen lassen. Das sorgt für zahlreiche Diskussionen auf politischer, gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und auch privater Ebene. Noch ist keine Entscheidung gefallen, ob die Fotovoltaikanlagen gebaut werden dürfen oder nicht. Doch Lydia Mettke (Mulkwitz), Manja Bartz (Spremberg), Daniel Haraszin (Bad Muskau), Mario Ulbricht, Daniel Jakubik und Paul Klos (Schleife) sowie Jörg Krause (Löbau) wollen keine Zeit verlieren. Sie haben die Interessengemeinschaft Mulkwitzer Hochkippen gegründet – eine Initiative zum nachhaltigen Schutz des Naturraumes Mulkwitzer und Rohner Hochkippe. TAGEBLATT sprach mit Mario Ulbricht (49).

Herr Ulbricht – warum ist der Gruppe das Projekt so wichtig?

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Es gibt derzeit das Bestreben zweier Investoren, auf dem Terrain der Hochkippen großflächige Solarparks zu errichten. Abgesehen davon, dass das Gebiet einen besonderen Wert für die Menschen der umliegenden Dörfer hat, bietet es mittlerweile Lebensraum für viele geschützte und gefährdete Arten der Pflanzen- und Tierwelt. Nicht zuletzt bieten die Flächen der Hochkippen Rückzugsmöglichkeiten für Wildtiere, die dem Tagebau aktuell weichen müssen. Besonders viel Wert hat die unzerschnittene Landschaft aus kombinierten Wald- und Freiflächen. Eine Bebauung jeglicher Art würde diese Habitate unwiederbringlich zerstören. Eine Zerschneidung, durch welche Bebauung auch immer, muss unterbleiben.

Worauf stützen sich Ihre Erfahrungswerte und mögliche Folgen einer Bebauung mit Solarparks?

Wir sind keine Experten, sondern jeder auf seine Art und aus individueller Motivation heraus daran interessiert, dass dieses Naturparadies erhalten bleibt. Einige von uns sind im Naturschutz und als Naturfotografen aktiv und kennen das Gebiet und die Gegebenheiten dort sehr genau. Von den zuständigen Experten, zu denen wir schon Kontakt haben beziehungsweise aufnehmen werden, erwarten wir, dass sie ihre bestimmungsgemäße Arbeit tun, nämlich die restliche verbliebene Natur in unserer Region zu schützen.

Was hat die Initiative bis jetzt erreicht und welche Ziele stehen zukünftig auf der Agenda?

Die Abstimmung des Gemeinderates Schleife über den sogenannten Aufstellungsbeschluss als Auftakt für die Aufstellung eines Bauleitplanes wurde zunächst verschoben, da den Gemeinderäten die Gelegenheit gegeben werden sollte, sich mit der Angelegenheit tiefer zu befassen. Wir haben viel recherchiert; Gespräche mit der Gemeinde und Naturschutzverbänden geführt; viele wichtige Kontakte geknüpft und vor allem über 1.000 Unterstützer per Online-Petition akquiriert. Vor Ort gibt es viele fleißige Helfer, die alle an einem Strang ziehen, um jegliche Bebauung der Hochkippen zu verhindern.

Der Fokus liegt vor allem auf der Erhaltung des gesamten Areals?

Richtig. Ganz wichtig ist uns, das gesamte Gebiet, also die Rohner und Mulkwitzer Hochkippen als Gesamtökosystem zu betrachten. Zu bewerten ist das Areal als unzerschnittener Naturraum, der einen Status als Schutzgebiet verdient und wo jegliche Bebauung, sei es mit Solarparks oder aber auch mit Windkraftanlagen, mehr Schaden als Nutzen bringen würde und damit verhindert werden muss. Wir alle, ob Bürger oder gerade auch als gewählte Vertreter der Bürger, haben die große Verantwortung gegenüber diesen letzten Naturparadiesen und letztlich auch gegenüber unseren Kindern und Enkeln. Wir erwarten daher eine gewissenhafte und verantwortungsvolle Abwägung der Gemeinderäte bei der bevorstehenden Abstimmung.

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