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Volksfest-Stimmung auf dem Schulgelände in Sagar

Fast drei Jahre dauerte die Sanierung der Grundschule. Zur Einweihung mit Tag der offenen Tür kamen Jung und Alt.

Mit einem Programm unterhielten die Schüler der Grundschule Sagar ihre vielen Einweihungsgäste. Über das große Interesse freute sich auch Schulleiterin Marion Jaintsch (li).
Mit einem Programm unterhielten die Schüler der Grundschule Sagar ihre vielen Einweihungsgäste. Über das große Interesse freute sich auch Schulleiterin Marion Jaintsch (li). © Joachim Rehle

Auf dem Gelände und im Schulhaus empfangen bunte Luftballons, Girlanden und Willkommensgrüße die Gäste. Aus dem Speiseraum dringt Kaffeeduft, während im Hof ein Grill angefeuert wird. Überall stehen Verkaufsstände mit Getränken, Kuchen und Leckereien, die Eltern von Schul- und Kita- und Kindergartenkindern mitbrachten und verkaufen. Die Erlöse kommen den Kindern zugute. Das gilt auch für den Trödelmarkt der Kita, wo es Spielzeug, Bastelutensilien, Bücher und Kuschelkissen gibt. „Wir akzeptieren Angebote ab 10 Cent. Je nach Höhe der Erlöse gibt es für die Kinder später ein Eisessen oder Fest“, verrät Krippenerzieherin Karen Huber, die meist von großzügig zahlenden großen und kleinen Kunden umringt ist.

Führungen durch die Gebäude

Trubel herrscht ebenfalls an Bastel- und Forscherstationen, bei den Autos von Feuerwehr und Polizei, auf dem Kletterturm im Schulhof und dem neuen Kita-Spielplatz. Und während die Jüngsten spielen und toben können, gibt es für Erwachsene Führungstouren durch Schule, Kita, Hort.„Ich bin schon ein bisschen neidisch, wie das alles geworden ist“, bekennt Jette, die bis zum Schuljahr 2018/19 in der Grundschule lernte und nun das neu sanierte Gebäude erstmals mit ihren Freundinnen besucht. Begeistert, „wie wunderbar alles wurde“, zeigt sich auch Lysann Petzoldt, deren Sohn Ole jetzt in der 3. Klasse ist und seit Herbst 2018 die ganze Bauphase mit erlebte. „Alle Lehrer haben trotz der Bauarbeiten in mehreren Abschnitten, der Einschränkungen und Umzüge im Objekt toll gearbeitet. Wenn beispielsweise der Baulärm mal beim Lesen störte, setzten sie den Kindern einfach Kopfhörer auf. Ich glaube, die Bauarbeiten haben die meisten Kids nicht groß gestört“, bekennt die Mutter beim Rundgang.

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Freude bei Besuchern jeden Alters

Den unternahmen auch viele neugierige Einwohner aus Gemeinde und Umland sowie Omas und Opas. Von denen schwärmte so mancher laut: „In so einer Schule hätte ich auch gern gelernt. Es ist mit 1947 gar nicht zu vergleichen“. Zu den fast 300 Besuchern beim Tag der offenen Tür am vergangenen Freitag gehörte auch Familie Kjesa, deren Tochter Isabel in Bad Muskau oder Sagar eingeschult werden soll. Noch ist keine Entscheidung gefallen. Doch von der Schule Sagar sind alle begeistert, wo Isabel besonders der „Spielturm draußen“ gefällt.

Dass es so viele neugierige Besucher und eben so viel Lob für die Schule gibt, war vor einigen Jahren undenkbar. Noch 2015 sollte die marode und viel zu kleine Grundschule geschlossen werden. Dem Schulträger, der Gemeinde Krauschwitz, fehlte das Geld für die Sanierung. Auch, weil sie noch eine Oberschule betreibt. Letztlich entschieden sich Gemeinderäte und Verwaltung, zum Aufatmen vieler Eltern, für den Erhalt beider Schulen. Zum einen, weil es im ländlichen Raum um Weißwasser nur noch wenige Schulen mit kurzen Wegen für Schüler und Eltern gibt. Zum anderen, weil jeder Ort mit einer Schule ein belebter Ort ist. Und so stellte Krauschwitz, trotz Schuldenberg und Haushaltskonsolidierung, selbstbewusst einen Fördermittelantrag zur Schulsanierung in Sagar, was selbst Verantwortliche in Freistaat und Landkreis verwunderte. Doch man gab Gemeinde und Schule eine Chance, bewilligte 1,48 Millionen Euro Fördergelder – und wegen gestiegener Baupreise letztlich sogar 1,64 Millionen Euro –, so dass Krauschwitz nur 16 Prozent der Baukosten zahlen musste.

Gemeinde Weißkeißel unterstützte

Vom Eigenanteil übernahm die Nachbarkommune Weißkeißel, deren Kinder seit Schließung der eigenen Schule in Sagar lernen, sogar 70.000 Euro. „Das war und ist gut investiertes Geld“, bekannte Bürgermeister Andreas Lysk nach einem Schulrundgang. Bei dem wurde nicht nur der an Stelle der einstigen Feuerwehr- und Hausmeister-Garage neu errichtete Anbau mit Atrium, zusätzlichen Klassenräumen, Garderobe und zweitem Fluchtweg gezeigt und seine Funktionalität erläutert. Präsentiert wurden auch der sanierte Altbau-Bereich, die modernisierte Kita samt neuem Spielplatz sowie die ertüchtigte Turnhalle, in der nun wieder gefahrlos Schulsport einschließlich Ballsportarten möglich ist.

Dank an Eltern und Förderverein

„Unser Schulstandort ist gerüstet für die kommenden Jahre. Zumal wir nicht nur in die Bauhülle investieren, sondern auch in technische Ausrüstung mit Laptops und digitalen Tafeln, in neue Möbel für Schule und Kita und die Dachsanierung über dem Speiseraum“, erklärte der Krauschwitzer Bürgermeister Tristan Mühl. Ziel sei es, dass in Sagar die Jüngsten von Krippe über Grundschule bis Hort betreut werden, die Einrichtungen ein Netzwerk bilden, alles fortbesteht und sich weiter entwickelt.Dafür engagieren sich ebenfalls viele Eltern, örtliche Unternehmen, Sponsoren der Region und der Schulförderverein. Dieser sammelte beispielsweise Geld, um den Eigenanteil der Gemeinde für den neuen Bolzplatz aufzubringen. „Das gemeinsame Engagement zeigt, dass es möglich ist, etwas auf den Weg zu bringen, wenn man viele begeistert und überzeugt“, so Vereinsvorsitzender Daniel Reif. Und auch Eveline Sauer, stellvertretende Kita-Leiterin, lobt die Arbeit des Vereins, der „ Bauvorhaben mittrug und den Bolzplatz ermöglichte.“

Dass auch die Kinder zufrieden sind mit dem Entstandenen, brachten Schüler mit folgendem kleinen Gedicht zum Ausdruck: „Es ist eine Schule, so neu und schön, in die wir nun noch viel lieber geh’n.“

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