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Von Corona gebremst in die neue Saison

Der Findlingspark Nochten erwartet seine Besucher – sogar mit kostenfreien Tests. 2021 hat man trotz allem viel vor.

Der Steingarten im Findlingspark präsentiert sich in bunter Blütenpracht. Verpasst hat man noch nichts. Wegen des bisher kühlen Wetters ist die Vegetation etwas später dran.
Nach dem Saisonstart am 15. März hatte der Park mal auf, mal zu, war mal ein
Der Steingarten im Findlingspark präsentiert sich in bunter Blütenpracht. Verpasst hat man noch nichts. Wegen des bisher kühlen Wetters ist die Vegetation etwas später dran. Nach dem Saisonstart am 15. März hatte der Park mal auf, mal zu, war mal ein © Findlingspark

Der Frühling will sich am Wochenende durchsetzen. Endlich und mit aller Macht, so jedenfalls sagen es die Meteorologen voraus. Das schöne Wetter dürfte dann die Besucher auch wieder in den Findlingspark Nochten locken. „Am besten in Scharen“, so hofft Ulrich Klinkert. Doch ob es 100 oder 500 werden, das lasse sich kaum voraussagen, so der Vorsitzende des Fördervereins. Im Park ist man bestens gerüstet. Und weil Besucher für den Einlass einen tagesaktuellen Test brauchen, kann man sich am Eingang auch direkt und kostenfrei testen lassen. Vollständig Geimpfte könnten ab Sonnabend wohl schon ohne Test rein. Somit könnte die Saison 2021 nach dem von Corona gebremsten Start ordentlich Fahrt aufnehmen.

Das vorige Jahr im Findlingspark war stark durch Corona geprägt. Zwei Monate war er zu: zwei Wochen im März, den ganzen April – einschließlich Ostern und dem 1. Mai – und zwei Wochen im November. Wegen der fehlenden Einnahmen blieb dem Förderverein Lausitzer Findlingspark Nochten gar nichts anderes übrig, als die Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken. „Entlassen mussten wir aber niemanden“, betont Ulrich Klinkert und ist froh darüber.

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Trotz Pandemie 2020 viele Besucher

Am Ende wurden 2020 trotz der Corona-Einschränkungen 53.000 Besucher gezählt – und damit annähernd so viele wie in den Jahren davor. Dem Park als touristischen Anbieter im Nordkreis spielte in die Karten, dass es die Menschen nach den Lockdowns raus in die Natur zog, dass sie an der frischen Luft entspannen wollten und wo könnte man das besser als inmitten eines farbenprächtigen Blütenmeers. Dass viele Familien auf Urlaub im Ausland verzichteten und stattdessen die Heimat erkundeten, auch das bekam der Findlingspark zu spüren. Und manche Besucher waren auch einfach nur neugierig, was es denn Neues im Park gibt. Ein bisschen muss Ulrich Klinkert die Erwartungen aber bremsen. Die Investitionen in sechsstelliger Höhe, wie sie zum Saisonstart 2020 angekündigt worden waren, wurden vorsichtshalber auf 2021 verschoben. „Die Unsicherheit war zu groß, da haben wir uns das nicht getraut“, begründet der Vereinschef.

Nun geht es auf ein Neues. Mit weniger Kurzarbeit 2021. Die Begründung ist simpel wie einleuchtend. „Das Unkraut jätet sich nun mal nicht allein“, sagt er. Und, dass die Gartenpflege durch die Kurzarbeit im Vorjahr ein bisschen zu kurz gekommen sei. Diverse Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten seien aber ausgeführt worden. Aktuell beschäftigt der Park 21 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit.

Audioguides und neue Sitzgruppen

In die neue Saison sei man in der Hoffnung gestartet, dass Corona überstanden sein wird. Dem ist zwar noch immer nicht so, aber zumindest eine Besserung am Horizont sei sichtbar. Der Vorsitzende des Fördervereins verweist auf das Förderprogramm „Lieblingsplatz für alle“, welches Menschen mit Handicap den Zugang zu Einrichtungen wie dem Findlingspark erleichtern soll. Mit Geldern des Landkreises aus diesem Programm und der Unterstützung der Behindertenbeauftragten des Kreises ließ der Verein Audioguides für Sehbehinderte anfertigen. In die Erarbeitung etwa dessen, wo günstige Punkte einer Führung im Park und welche Texte sinnvoll sind, wurden Betroffene einbezogen. „Im Trockentraining haben wir das schon getestet. In der nächsten Woche steht die finale Abnahme an“, erzählt Ulrich Klinkert. Marketingchefin Anita Schwitalla ergänzt, dass Audioguides auch für eine Führung in leichter Sprache vorbereitet sind. Gedacht sind sie für Menschen, die sich weniger gut konzentrieren können, die älter und womöglich dement oder anderweitig geistig benachteiligt sind.

Auch sonst hat man im Findlingspark 2021 so Einiges vor. Dabei helfen soll Geld aus einem Fördertopf der Landesdirektion zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur. Geplant sind die Erweiterung des Spielplatzes und der Bau eines Betriebsgebäudes im Wirtschaftsgarten. Vorgesehen sind weitere Sitzgruppen an Stellen, an denen Besucher gerne länger verweilen möchten. Einige werden überdacht. Der Fördermittelbescheid für dieses gesamte Paket wird im Mai erwartet.

Schon genehmigt sind hingegen 42.000 Euro aus einem Bundesprogramm zum Neustart von Kunst und Kultur in der Coronakrise. Damit konnten eine mobile Bühne und diverse Technik wie Leinwand, Beamer, Lautsprecher, aber beispielsweise auch Stühle angeschafft werden. Zwar wird es im ersten Halbjahr wegen Corona keine Veranstaltungen geben. Das beliebte Heidefest und der Pflanzenmarkt sollen aber im zweiten Halbjahr in abgespeckter Form stattfinden – sofern die Inzidenz es zulässt. Besucher würden deswegen immer wieder nachhaken wie auch Busreiseveranstalter, die in den Startlöchern stehen.

Klimaprojekt angeschoben

Im botanischen Teil eines Klimaprojekts soll, wissenschaftlich begleitet durch die TU Dresden, darüber nachgedacht werden, mit welchen Pflanzen sich der Park künftig besser auf Trockenheit und einen geringeren Wasserbedarf einstellen kann. Das Projekt enthält aber auch einen baulichen Teil. Mit einer Solaranlage soll der Strom im Findlingspark selber produziert werden. Das ist nach Aussage von Anita Schwitalla nicht nur als Beitrag zum Klimaschutz gedacht, sondern zugleich ein betriebswirtschaftliches Erfordernis. Nach den Personalausgaben sind die für Energie der zweithöchste Posten, weil beispielsweise die Wasserpumpen viel Strom verbrauchen.

Am 1. Juni geht ein neues Ticketsystem an den Start. Auf elektronischem Wege kann man dann über die Website des Findlingsparks Eintrittskarten und dazu auch gleich noch die Fahrkarten für eine Tour mit dem Elektromobil durch den Park buchen. „Ebenso Gutscheine, selbst wenn es am 23. Dezember der Fall sein sollte“, ergänzt Anita Schwitalla.

Dankbar ist Ulrich Klinkert dem Gesundheitsamt des Landkreises. Dort habe man immer einen Ansprechpartner, um die Hygienevorschriften zwar konsequent, aber eben auch konstruktiv umzusetzen. Noch hält sich der Besucheransturm 2021 in Grenzen. Das liegt an der großen Verunsicherung der Menschen, die das „rein in die Kartoffeln und raus aus den Kartoffeln“ nun mal bedeutet. Gründe für den gedämpften Saisonstart sind ebenso die Bürokratie und das Wetter. Verpasst hat man aber noch nichts. Wegen der kühlen Witterung ist die Vegetation später dran als sonst. „Wir freuen uns, dass es nun wärmer wird und auf unsere Besucher“, betont Anita Schwitalla. Das Besucherzentrum des Findlingsparks mit der interaktiven Eiszeit-Ausstellung bleibt aber vorerst noch geschlossen. Die Erlaubnis, es zu öffnen, ist an die Vorgaben für Museen gekoppelt.

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