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Waren Roteichen am Wasserturm nicht zu halten?

Nach einem Shitstorm in den sozialen Netzwerken nahm Weißwassers OB im Stadtrat jetzt Stellung zu der Fällaktion.

Ein bisschen trostlos sieht er aus, der Platz vor dem Wasserturm in Weißwasser. Die Altbäume mussten weg, weil sie zum großen Teil nicht mehr standsicher waren, eine Mischung aus alten und neuen Bäumen bei der Neugestaltung wenig sinnvoll gewesen wär
Ein bisschen trostlos sieht er aus, der Platz vor dem Wasserturm in Weißwasser. Die Altbäume mussten weg, weil sie zum großen Teil nicht mehr standsicher waren, eine Mischung aus alten und neuen Bäumen bei der Neugestaltung wenig sinnvoll gewesen wär © Joachim Rehle

Weißwasser. Die Roteichen vor dem Wasserturm in Weißwasser sind gefällt und auch die zur Sicherheit aufgestellten weiß-roten Absperrbaken verschwunden. Die Fällaktion durch eine Bautzener Fachfirma hatte für ziemlichen Wirbel in der Einwohnerschaft und selbst bei Stadträten für Irritationen gesorgt. In den sozialen Netzwerken wurde sogar bezweifelt, ob das von der Stadt zur Begründung herangezogene Baumgutachten überhaupt existiert.

Genau darauf bezog sich jetzt Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext), als er in der jüngsten Sitzung des Stadtrats Stellung zu dem Vorgang nahm. Demnach waren schon vor einiger Zeit drei der Bäume gefällt worden, weil sie nicht mehr standsicher waren. Mehrere Mitarbeiter der Verwaltung sind dafür ausgebildet worden, bei der alljährlichen Baumschau die Bäume im Stadtgebiet zu bewerten. „Bei dieser Begutachtung jetzt ist festgehalten worden, dass bei sechs Bäumen dringender Handlungsbedarf im Sinne von Fällungen wegen Totholz und Standsicherheit gegeben war“, erklärte der OB. Die restlichen fünf Roteichen haben nach seiner Aussage klare Anzeichen aufgewiesen, „wonach sie schlicht ihren Lebenszyklus hinter sich hatten“. Wären sie stehengeblieben, hätte man sie als potenzielle Gefahrenquelle einstufen müssen. Somit sei eine Mischung von alten und neuen Bäumen bei der Neugestaltung der Fläche am Wasserturm nicht möglich.

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Der Umgestaltung des sanierungsbedürftigen Areals liegt ein Stadtratsbeschluss zugrunde – mit dem Hintergrund, dass die immer häufigeren Reparaturen der verschlissenen technischen Anlage des Springbrunnens und des Betonbeckens nicht nur sehr aufwendig, sondern auf Dauer schlichtweg nicht mehr finanzierbar sind. Bei einem Vor-Ort-Termin im Sommer 2020 verständigten sich OB, Bauausschuss und Planerin über Details der künftigen Fontänenanlage. Anfang Februar, also vor den ersten Fällungen, erläuterten Mitarbeiter der städtischen Bauplanung an Ort und Stelle das Vorhaben und die nächsten Schritte (TAGEBLATT berichtete). Die Veröffentlichung führte in den sozialen Medien zur Frage, ob die Fällung der 110 Jahre alten Bäume gerechtfertigt sei.
„Um es noch mal klar auszusprechen: Es wäre Unsinn und nicht verwaltungskonform, wenn die Stadt unnötigerweise Bäume fällen ließe, weil das Kosten verursacht“, betonte Torsten Pötzsch. Zudem entstünden weitere Kosten für die Neubepflanzung. Würde man die beschlossene Neugestaltung des Areals teilweise mit alten Bäumen umsetzen, wäre deren Lebenserwartung und Standsicherheit durch den Bodeneingriff während der Bauarbeiten zusätzlich gefährdet, argumentierte er. Das habe sich bei der Begutachtung vor Ort klar gezeigt. An Stelle der jetzt gefällten Roteichen sollen im Herbst Säulenbäume mit über drei Meter Höhe gepflanzt werden. Und zwar so, dass der Allee-Charakter mit Sichtachse zum Turm wieder entsteht.

Den Vorwurf fehlender Transparenz der Verwaltung gegenüber Stadträten kann der OB nicht nachvollziehen. Die Neugestaltung des Areals sei mit Räten und den berufenen Bürgern des Bauausschusses diskutiert und festgelegt worden.
Um sich selbst ein Bild vom Zustand der gefällten Bäume machen zu können, hatten einige Räte deren Sicherstellung gefordert. Sie lagern im Betriebshof, bis alle Fragen der Räte geklärt sind. Danach soll das Holz wie üblich verkauft werden.

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