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Warum polnische Keramiker auf hiesige Töpfer neugierig sind

Mitglieder polnischer Heimat- und Tourismusvereine besuchen Töpfereien in Krauschwitz und im Erlichthof Rietschen.

Kathrin Najorka zeigt den polnischen Besuchern ihre Töpferei in Krauschwitz.
Kathrin Najorka zeigt den polnischen Besuchern ihre Töpferei in Krauschwitz. © Rolf Ullman

Region. Woher stammt der Ton, den Kathrin Najorka in ihrer Krauschwitzer Töpferei verarbeitet? Warum will und kann sie nicht auf ihre ältere Technik zur Tonaufbereitung verzichten? Und weshalb verlangt ihr das Brennen der Keramik alles ab? Auf diese sowie zahlreiche andere Fragen, erhielten die rund 50 Teilnehmer einer Exkursion von Töpfermeisterin Kathrin Najorka am Sonnabend sachkundige Erläuterungen.

Aus dem heimatlichen Zary (Sorau), Mirostowice Dolne (Nieder Ullersdorf) und der Ortschaft Las (Lohs) hatten sich die Mitglieder zweier Heimatvereine sowie des Tourismusvereins auf den Weg begeben, um sich mit den Traditionen der Töpfereien in Krauschwitz und im Erlichthof Rietschen vertraut zu machen. Den Besuch macht die Förderung seitens des Interreg-Programmes Polen-Sachsen „Keramik in der Lausitz, regionale Traditionen an der polnisch-deutschen Grenze“ möglich.

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Polen wollen Tradition bewahren

Dass dieses Programm gerade in der Region in und um Zary verwirklicht wird, ist kein Zufall. Denn nicht nur in Boleslawiec (Bunzlau) sondern auch in Zary sowie insbesondere in Mirostowice Dolne blickt die Keramikindustrie auf eine lange Tradition zurück. Die Ullersdorfer Werke waren als Kunstziegel- und Tonwarenfabrik bekannt sowie berühmt für die hohe Qualität der hier hergestellten Dachsteine, aber auch für die Terrakotta- und Verblendsteine. Bis in die jüngere Vergangenheit hinein wurde hier auch Gebrauchskeramik für die verschiedenen Zwecke produziert. Heute steht das Werk still. Die Mitglieder des Heimatvereins im Ort pflegen und bewahren die Traditionen der Keramikindustrie. Zur Delegation gehören auch zahlreiche Absolventen von Keramikschulen sowie ehemalige Mitarbeiter des Betriebes im Werk von Mirostowice Dolne. Sie verfolgen mit ganz besonderem Interesse die Erläuterungen von Töpfermeisterin Kathrin Najorka zur Geschichte der Töpferei und ihrer Arbeitsweise darin. Auf zwei Führungen erklärt sie, dass sie den benötigten Ton selbst herstellt. Nach der Arbeit an der Töpferscheibe erwartet sie und ihre Helfer die Arbeit am traditionellen, mit Holz gefeuerten Brennofen. Der Brand des Tons über 40 Stunden und bei Temperaturen von etwa 1300 Grad verlangt ihr und allen anderen sehr viel Ausdauer sowie Einsatz ab.

In den Ausstellungsräumen verschaffen sich die Gäste abschließend einen Überblick über die hier hergestellten Keramiken. Als Partner nimmt das Museum für Handwerk & Gewerbe in Sagar am Interreg-Programm teil.

Ausstellungen werden vorbereitet

Als nächste Station besucht die Delegation den Erlichthof Rietschen. Hierbei gilt ihr besonderes Interesse der Keramikscheune von Susanne Arlet. Für sie und Töpfermeisterin Kathrin Najorka ist inzwischen der Alltag wieder eingekehrt. Darin bereitet sich die Keramikscheune auf die Teilnahme am Natur- und Fischerfest im Erlichthof Rietschen an diesem Wochenende vor. In Krauschwitz rückt hingegen die Vorbereitung der Adventsausstellung immer mehr in den Fokus.

Aus den gegebenen Umständen heraus streckt Kathrin Najorka diesmal den Zeitraum für die Ausstellung. Statt wie bisher, zusammengerückt auf das erste Wochenende im Dezember, steht die Tür der Töpferei im Krauschwitzer Waldweg 19 in der Zeit vom 26. November bis zum 5. Dezember täglich zwischen 11 Uhr und 17 Uhr offen.

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