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Was der Landrat bei der Straßenmeisterei macht

Nicht nur für Mitarbeiter in Weißwasser gibt es lobende Worte, Stollen und Kugelschreiber bei „Blitz“- Besuchen vom Görlitzer Landrat.

Von Sabine Larbig
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Landrat Bernd Lange besuchte die Kollegen der Straßenmeisterei in Weißwasser, um ihnen Danke für die 2021 geleistete Arbeit zu sagen, zu der auch viele Sonderaufgaben zählen.
Landrat Bernd Lange besuchte die Kollegen der Straßenmeisterei in Weißwasser, um ihnen Danke für die 2021 geleistete Arbeit zu sagen, zu der auch viele Sonderaufgaben zählen. © Joachim Rehle

Weißwasser. Das Wetter erlaubte es, dass die gesamte Belegschaft der Straßenmeisterei Weißwasser beim Besuch von Landrat Bernd Lange dabei sein konnte. Da noch alle Autos auf dem Hof waren, wurden die am Donnerstag kurzerhand um einen eigens aufgestellten Weihnachtsbaum drapiert, sodass der Besucher auf eine festlich-orange Kulisse traf.

Dass der Landrat des Landkreises Görlitz schon jetzt mit Weihnachtsgebäck unterwegs ist, obwohl die traditionelle Stollentour am 24. Dezember stattfindet, irritiert. Aber Bernd Lange nutzt die Vorweihnachtszeit, um aktuell den rund 1.700 Mitarbeitern der Kreisverwaltung an allen Standorten seinen Dank für die in 2021 geleistete Arbeit auszusprechen. Gestern waren alle Straßenmeistereien dran. Deren Mitarbeiter hätten, so Landrat Lange, auch in diesem Jahr „in besonderer Weise in sehr viel Arbeit gesteckt“ und mitgeholfen, so manche Krise, laut Lange habe man im Landkreis davon genug, zu meistern.

Wie Corona und Schweinepest für mehr Arbeit sorgen

Damit verwies der Landrat sowohl auf die ursächlichen Aufgaben der Straßenmeistereien, die von Reparaturen an Straßennetz und Verkehrsleiteinrichtungen über die Säuberung von Schildern sowie Sicherungs- und Grünpflegearbeiten bis hin zum Winterdienst reichen, als auch auf zusätzlich erfüllte. „Viele Menschen haben nicht auf dem Schirm, dass Sie bei Krisen wie Afrikanische Schweinepest und Corona auch vieles zu tun haben“, so Lange vor der Belegschaft. Das dem so ist, bestätigt der Leiter der Straßenmeisterei, Daniel Seher. „Ja, bei der Schweinepest sind wir ebenfalls dabei und in Bereitschaftsdienst, um tote Tiere innerhalb unseres Streckennetzes zu beseitigen. Und wir bauen beschädigte und umgefallene Schutzzäune wieder auf oder räumen darauf gefallene Bäume weg.“

Alle Aufgaben zusammen seien eine große Herausforderung für die 24 Mitarbeiter in Weißwasser, die für 300 Kilometer Straßen und 40 Kilometer Radwege zuständig sind. „Besonders seit Corona ist nicht mehr Arbeit drin“, bekennt Daniel Seher, der gerade in letzter Zeit viele Mitarbeiter-Ausfälle hatte.

Organisatorische Zusatzaufgaben durch vorgeschriebene Testungen für Ungeimpfte sowie Geimpfte oder stete Wetterwechsel erschweren die Arbeitsplanung weiter.

„Eigentlich hätten Heiligabend alle Kollegen frei. Nur passt das nicht zur Wetterprognose, die Kälte und Glätte ansagt, sodass doch Dienst- und Schichtpläne nötig werden. Aber das gehört zu unserem Job“, meint Daniel Seher, der seit zwei Jahren Leiter der Weißwasseraner Einrichtung ist und in dieser Funktion auch schon den Landrat begrüßte. Normalerweise bei der obligatorischen Stollentour. Dass der Landrat dieses Jahr etwas früher vorbeikam um Danke zu sagen, schmälert die Freude über die Anerkennung der Arbeit nicht. „Ich weiß, ich habe auch keine großen Geschenke dabei. Aber ich versichere Ihnen: Wenn jemand von Ihnen mal ein Problem hat, dann soll er sich bei mir melden!“, so Bernd Lange zu den Mitarbeitern. Probleme äußerten die ihm gegenüber nicht. Auch nicht Daniel Seher. Alles laufe prima „über die normalen Dienstwege“, weshalb nichts zu bereden sei.

Ein Becher als Geschenk

Trotzdem wandte sich Daniel Seher gestern gezielt an Bernd Lange. Doch nur, um ihm ein kleines Geschenk der Straßenmeisterei Weißwasser zu überreichen. Dabei handelte es sich um einen Kaffee-Thermobecher mit dem eingraviertem Vornamen „Bernd“ und dem Schriftzug „Mein Zuhause Landkreis Görlitz/Straßenmeisterei Weißwasser“. „Die Becher bekommen dieses Jahr alle Kollegen als Dankeschön. Natürlich steht, ganz nach Wunsch, auf jedem der Vor- oder Spitzname des Kollegen oder der Kollegin, damit es keine Verwechslungen gibt. Der Becher vom Landrat soll ihn dagegen an uns erinnern.“

Die Becher-Idee kam Seher übrigens mit Eröffnung der neuen Diesel-Selbstbedienungstankstelle im Gewerbegebiet Weißwasser. Da auch die Straßenmeisterei dort tankt, hätten die Kollegen etwas Zeit zum Kaffeetrinken. „Doch es gibt kein Personal und damit keine Versorgung. Mit dem Becher können die Kollegen nun warme Getränke mit auf Tour nehmen“, begründet der Chef der Straßenmeister von Weißwasser. Und so kam ebenfalls der Landrat zu einem personengebundenen Erinnerungsbecher. Bernd Lange zeigte sich erstaunt und überrascht – und dankbar. „Auf die Straßenmeistereien konnte ich mich immer verlassen!“, sagte er. Und dass er sich wünsche, dass es nach seinen noch verbleibenden sieben Monaten Amtszeit so weiter gehe.

Der Winterdienst ist nur eine Aufgabe der Straßenmeistereien. In Weißwasser sind deren Mitarbeiter für rund 300 Kilometer Straßen zuständig.
Der Winterdienst ist nur eine Aufgabe der Straßenmeistereien. In Weißwasser sind deren Mitarbeiter für rund 300 Kilometer Straßen zuständig. © Joachim Rehle

Tour in diesem Jahr durch die ganze Verwaltung

Die Straßenmeister von Weißwasser versprachen es. Dann verabschiedete sich der Landrat, dessen angekündigter Besuch nach knapp zehn Minuten beendet und eine Art „Blitz“-Besuch war. Bei den Mitarbeitern sorgte dies keinesfalls für Unmut oder Unverständnis. Vielmehr waren sie selbst nur auf eine kurze Dankeschön-Pause eingestellt und beeilten sich, nach dem Besuch schnell in die Fahrzeuge und auf die Pisten zu kommen, wo die Arbeit wartet. Außerdem wussten alle Kollegen in Weißwasser, dass der Landrat vor und nach ihnen ebenfalls bei den anderen Straßenmeistereien im Kreisgebiet einen Stopp zum Danke sagen einlegt und für keinen der Besuche wirklich viel Zeit ist.

Was den Zeitplan betreffe, bekennt Bernd Lange, sei er wirklich sehr straff, um in drei Tagen alle Mitarbeiter und Außenstellen der im Kreisgebiet verteilten Verwaltung aufsuchen zu können. Und dennoch spürte man gestern, dass ihm die vorweihnachtliche Tour sehr am Herzen liegt und mehr als ein Symbol darstellt. Nämlich eine Art inoffizielle Abschiedstour.

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