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Weihnachten wird (fast) wie immer

Auch dieses Jahr halten die Menschen an Weihnachtstraditionen fest. Aber was wird alles anders? Wir haben einige Persönlichkeiten aus der Region befragt.

Die Pecherner Fachwerk-Kirche mit Sternenhimmel ist ein besonderer Anblick. Doch wie in anderen Gotteshäusern gibt es hier zu Weihnachten kein übliches Programm.
Die Pecherner Fachwerk-Kirche mit Sternenhimmel ist ein besonderer Anblick. Doch wie in anderen Gotteshäusern gibt es hier zu Weihnachten kein übliches Programm. © Joachim Rehle/SZ-Montage

Weihnachten ist traditionell ein Fest der Familie, Besinnlichkeit und natürlich der Bescherung. Daran ändert auch die Corona-Pandemie nichts. Aber sie hat Einfluss auf die Art und Weise, wie wir dieses Jahr feiern. So sind weder Krippenspiele noch Xmas-Partys oder große Familienfeste und Urlaubreisen möglich. TAGEBLATT hörte sich daher um, wie Menschen der Region dieses Jahr das Weihnachtsfest begehen: Normal wie immer oder doch ganz anders als gewohnt?

Abstand und ein Baum voll Basteleien

Torsten Pötzsch, Oberbürgermeister von Weißwasser.
Torsten Pötzsch, Oberbürgermeister von Weißwasser. ©  Wolfgang Wittchen

Je nachdem, wie wir die Dinge im Rathaus noch schaffen, wird es abhängig sein, ob ich Weihnachten bis Mittag im Büro bin. Damit ist durchaus auch mein Büro zu Hause (Homeoffice) gemeint, da wir auch im Rathaus die gegenseitigen Kontakte stark reduziert haben. Familiär halten wir Weihnachten ebenfalls Abstand. Weil mein Vater schon längere Zeit bei meiner Schwester in der Nähe bei Frankfurt/Main ist, gibt es am ersten Weihnachtsfeiertag nur ein Treffen mit den Eltern von meiner Lebenspartnerin.

Stars im Strampler aus Weißwasser
Stars im Strampler aus Weißwasser

So klein und doch das ganz große Glück: Wir zeigen die Neugeborenen aus Weißwasser und Umgebung.

Heiligabend kommen bei uns übrigens klassisch Kartoffelsalat und Wienerwürstchen zum Abend auf den Tisch. Unser Weihnachtsbaum wurde bereits am 3. Advent aufgestellt, und mit den Kindern haben wir ihn geschmückt. Mit vielen Dingen aus Holz bis hin zu Orangenscheiben und allerlei gebastelten Sachen.

Es wird ein Weihnachtsabend zu viert. Mit Musik (von der Schallplatte) und einer besinnlichen kleinen Bescherung für unsere beiden Kinder. Am ersten Weihnachtsfeiertag gibt es bei uns Fisch zu essen und am zweiten Feiertag haben wir eines der Angebote unserer Region angenommen und Essen zur Abholung bestellt.

Doch Weihnachten bedeutet diesmal für mich leider auch, keine Musik am 25. Dezember bei Crossing beziehungsweise Christmas-City aufzulegen. Oder vielleicht doch: Virtuell? Da sind wir noch am Planen. Doch zu Weihnachten gehört auch, viel Zeit mit den Kindern zu verbringen; die eine oder andere Sache reparieren und anbringen (wie eine Türklingel) und etwas ausruhen steht ebenso auf dem Plan, wie Telefonate mit Freunden, die wir diesmal nicht sehen können. Weil es auch keine Culture Beat-Veranstaltung in der Turmvilla, kein Volleyballturnier zum Jahreswechsel, keine Tischtennisnacht bei Freunden oder das alljährliche Lagerfeuer gibt, wird die Zeit zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel schon eine ganz andere als gewohnt sein und ich wünsche mir fürs Fest deshalb nur, dass alle gesund bleiben.

Als Königin auch zum Fest präsent

Antonia Jahnke, Blütenkönigin von Kromlau.
Antonia Jahnke, Blütenkönigin von Kromlau. © Joachim Rehle

Die Feiertage werde ich zu Hause bei meiner Familie verbringen. Nur dieses Jahr werden wir auf den Besuch des Gottesdienstes verzichten, da die Gesundheit meiner Mutter vorgeht. Wir werden stattdessen zu Hause beten und den kleineren Kindern meiner Schwester das Krippenspiel erzählen. Normalerweise besuchen wir am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag auch Tanten, Onkels, Omas, Opas und Freunde. Doch auch darauf verzichten wir diesmal, haben deshalb in den ersten Dezembertagen unsere Weihnachtsgeschenke per Post ausgetauscht, damit Heiligabend alle unterm Baum liegen. An den Feiertagen kochen wir traditionell immer selbst.

Sonst nutzt die ganze Familie die Feiertage eher zum Entspannen. Das gilt aber nicht für mich. Ich nutze die freie Zeit, um weiter an meinen Ideen und Projekten zu arbeiten. Da ich auch viel auf Instagram und anderen Social Media-Kanälen tätig bin, um weiterhin als Kromlauer Blütenkönigin für die Menschen präsent zu sein und mit ihnen zu interagieren, müssen wöchentlich Bilder und Videos produziert und bearbeitet werden.

Außerdem habe ich für 2021 zwei große Projekte in Planung, an denen ich derzeit täglich arbeite. Und ich habe ein Gewinnspiel ins Leben gerufen, bei dem es ein kleines Paket zu gewinnen gibt. Darin befinden sich ein Brief von mir, Süßigkeiten und Überraschungen von Selbstständigen und Kleinunternehmern aus der Region, um sie ein wenig zu unterstützen und Leuten gleichzeitig eine Freude zu machen. Auch dafür nutze ich die Zeit an den Festtagen, damit die Pakete auf Reisen gehen können. Außerdem habe ich mir ein neues Amtskleid für zukünftige Events als Blütenkönigin designed und will jetzt damit beginnen, es zu schneidern.

Familienzeit und Kraft sammeln

Tristan Mühl, Bürgermeister von Krauschwitz.
Tristan Mühl, Bürgermeister von Krauschwitz. © Archiv/sl

Weihnachten werde ich ganz ruhig und im engsten Familienkreis verbringen. Das war schon immer so bei uns und ist keine Folge der Pandemie. Auch sonst geht es ganz traditionell zu: Mit Bockwurst und Kartoffelsalat am Heiligabend und der Bescherung. Nur der Besuch der Kirche in Pechern, in die ich seit Jahren an Weihnachten zur Andacht gehe, wird anders als gedacht.

Wir sind angemeldet, weil eigentlich unsere Tochter Mathilde dieses Jahr dort singen sollte. Aber sie wusste sowieso nicht, ob sie sich das vor so vielen Leuten traut. Das nun die Andacht anders abläuft als geplant, wird sie sicher freuen. Ansonsten gibt es im engsten Familienkreis gemeinsame Mittagessen an den anderen Feiertagen. Allerdings werde ich die Zeit auch nutzen, um Sachen, die liegengeblieben sind, weitestgehend aufzuarbeiten und um Kräfte zu sammeln. Es wird zum Fest also ein Mix aus Tradition, Zeit für die Familie, Arbeit und Entspannung.

Ruhe und eine Auszeit von allem

Antonia Mertsching, Linke-Landtagsabgeordnete aus Weißwasser.
Antonia Mertsching, Linke-Landtagsabgeordnete aus Weißwasser. © SZ/Uwe Soeder

Weihnachten verbringe ich mit meiner Familie zu Hause. Heiligabend gibt es ganz klassisch Kartoffelsalat mit Bockwurst, am nächsten Morgen ein vegetarisches Frühstück und abends Geflügel. Da esse ich meistens aber nur die Klöße und das Gemüse, weil es immer reichlich gibt. Mama kocht selbst, und der Rest der Familie darf sozusagen zuarbeiten. Ansonsten hängen wir rum, quatschen, manchmal spielen wir etwas, schauen Filmklassiker wie Sissi oder Der kleine Lord an.

Ich gehe zudem sicher jeden Tag eine Runde durch den Wald. Denn Freundinnen zu treffen, fällt dieses Jahr leider aus. Bevor ich von Dresden nach Hause nach Weißwasser fahre, mache ich aber erst noch einen Budenschwung. Und wenn ich wiederkomme, wird es damit sicher weitergehen.

Doch über die Feiertage und Rauhnächte lasse ich den Computer tatsächlich aus, mache Pause von allem. Ich liebe die Tage zwischen den Jahren. Für mich ist es eine ganz besondere Zeit und eine Zeit zum Aufräumen und Auskehren. Dieses Jahr kam mir übrigens wie ein Fehlstart vor und daher sage ich: Okay, dann versuchen wir es 2021 einfach noch mal!

Eine stillere Stille Nacht als sonst

Waldemar Locke, Bürgermeister von Trebendorf.
Waldemar Locke, Bürgermeister von Trebendorf. © SZ-Archiv

Wie in vielen anderen Familien wird es auch für uns ein ungewohntes Weihnachten. Ich werde mit meiner Frau allein sein. Eigentlich wären die Kinder zu uns gekommen. Darauf verzichten wir aber aus den bekannten Gründen. So wird die Stille Nacht auch bei uns viel stiller als sonst. Essen werden wir ganz traditionell Schlesische Bratwurst und Kartoffelsalat.

An den Feiertagen gehen wir spazieren, denn es gibt auch jetzt in Mühlrose noch immer schöne Ecken. Vielleicht haben wir ja sogar das Glück und entdecken ein bisschen Raureif. Wenn die Kinder da wären, wäre das alles natürlich viel schöner. So werden wir digital in Verbindung treten. Und wir werden uns alle schon jetzt darauf freuen, dass Weihnachten im nächsten Jahr wieder so wird wie immer.

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