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Weißwasser

Weißkeißel freut sich über Landesgeld für die Gewässerpflege

Damit die örtlichen Bäche weiter fließen, müssen ihre Gräben instand gehalten werden. Dafür gibt es nun Geld vom Freistaat.

Auch der Floßgraben in Weißkeißel, der am Lindenweg und unter der B 115 fließt (weshalb es dort Durchlass sowie Rad-/Fußgängerbrücke gibt), wird gepflegt.
Auch der Floßgraben in Weißkeißel, der am Lindenweg und unter der B 115 fließt (weshalb es dort Durchlass sowie Rad-/Fußgängerbrücke gibt), wird gepflegt. © Sabine Larbig

Weißkeißel. In vielen Gemeinden reichte bislang das Geld nicht, um auch alle Fließgewässer, die sogenannten Gewässer 2. Ordnung, regelmäßig zu pflegen. Obwohl die Gräben wichtig sind. Nicht nur, weil sie als Lebensraum für Flora und Fauna und Wasserquelle unverzichtbar sind. Vor allem dienen sie bei Starkregen oder nach der Schneeschmelze dem Ableiten des Wassers, damit es nicht Felder, Wege, Wiesen oder Privatgrundstücke überflutet.

Bislang mussten die Kommunen die Kosten für die Pflege ihrer Bäche und Gräben selbst tragen. Was in vielen Orten dazu führte, dass die Aufgabe mehr oder weniger erledigt wurde – oder nicht. Um diesen Missstand zu beenden, beschloss der Freistaat, Unterhaltung und Pflege der Gewässer 2. Ordnung zu bezuschussen. Über das Finanzausgleichsgesetz gibt’s nun Geld.

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Knapp 25.000 Euro vom Freistaat

Weißkeißel erhielt im Mai einen entsprechenden Bescheid über 24.910 Euro. Da dies nach der Aufstellung des Gemeindehaushalts für 2021 erfolgte, musste der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung einen Beschluss über die überplanmäßige Einnahme fassen. Die Freude über den Geldregen ist dennoch groß. Denn die Summe entspricht in etwa der, die jährlich für die Pflege der rund 15 Kilometer Gräben im Gemeindegebiet aufzubringen ist. Dies sind Floßgraben, Froschteichgraben und Teichgraben. „Natürlich wird das Geld auch dafür genommen und noch dieses Jahr eingesetzt“, erklärt Bürgermeister Andreas Lysk, der dank des besagten Zuschusses nun etwas mehr Spielraum im Gemeindehaushalt hat.

Wie Gemeindearbeiter Henri Hänchen erklärte, erfolgt die Gewässerpflege sowohl durch die örtlichen Bauhof-Mitarbeiter als auch durch beauftragte Firmen. „Wir selbst können nicht alles machen“, begründet er. Um Gräben offenzuhalten, müssen sie regelmäßig entkrautet, entschlammt und gespült werden. Hinzu kommen Pflege und Instandhaltung von Böschungen sowie Durchlässen. „Für all das haben wir Gemeindearbeiter wegen vieler anderer Aufgaben weder ausreichend Zeit noch die richtige Technik“, weiß Hänchen. Daher müssten auch in Weißkeißel Fachfirmen mit ran. Und die kosten eben Geld.

Da es daran nun nicht mangelt, will die Gemeinde in der nächsten Zeit bereits die Firmenaufträge vergeben, damit noch in diesem Jahr die Grabenpflege rechtzeitig (aber erst nach der Vegetationsperiode) erfolgen kann. Glücklicherweise, sagt Henri Hänchen, habe man an den Weißkeißeler Gräben noch keine Probleme mit dem Biber. „Der war zwar im Frühjahr mal da, fällte da auch alle dünnen Bäume und schleppte sie weg. Aber jetzt ist er wieder fort. Anscheinend gefällt es ihm bei uns nicht so richtig“, meint der Gemeindearbeiter gleichermaßen erleichtert – und schmunzelt.

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