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Weißkeißel sagt Gartenbrachen den Kampf an

Die Gartenanlage an der Straße der Freundschaft war einst ein Kleinod und sehr beliebt. Davon ist nicht viel übrig.

Der schiefe, rostige und defekte Zaun zeugt wie die umgeworfenen Gartenmöbel und die von Unkraut überwucherte Beete davon, dass dieser Garten in der Straße der Freundschaft in Weißkeißel nicht mehr genutzt oder nicht gepflegt wird. Derartige Brachen
Der schiefe, rostige und defekte Zaun zeugt wie die umgeworfenen Gartenmöbel und die von Unkraut überwucherte Beete davon, dass dieser Garten in der Straße der Freundschaft in Weißkeißel nicht mehr genutzt oder nicht gepflegt wird. Derartige Brachen © Sabine Larbig

Wer durch Weißkeißel in Richtung Krauschwitz fährt, entdeckt an der rechten Straßenseite einige Mehrfamilienhäuser, die in den 1960er bis 1970er Jahren entstanden. Während manche inzwischen saniert sind, bieten andere – trotz voller Mieterbelegung – seit Jahren einen verwahrlosten und traurigen Anblick. So, wie sich das Wohngebiet „Straße der Freundschaft“ präsentiert – die Häuser gehören inzwischen diversen Privateigentümern – sieht es in der benachbarten Gartenanlage aus, an die sich wiederum ein schmuckes Eigenheimgebiet anschließt. Auch die Gartenanlage war einst ein Kleinod. Insbesondere bei den Mietern der Häuserblöcke waren die Gärten früher sehr beliebt. Seit vielen Jahren aber fristet die Gartenanlage, wie das Altneubaugebiet, ebenfalls größtenteils ein Dasein als Schandfleck inmitten der Gemeinde Weißkeißel.

Dem wird nun ein Ende gesetzt. Dies ist das Ergebnis einer Vor-Ort-Begehung von Vertretern des Bauhofes und der Gemeindeverwaltung zu Beginn dieses Jahres.

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Mehr Brachen statt gepflegter Gärten

Die Begehung zeigte, dass noch immer einige der insgesamt 17 Gärten samt Gartenlauben genutzt und gepflegt werden. Diese Gärten sind meist auch sehr schön gestaltet. Der Großteil der Gärten ist jedoch geprägt durch Ansammlung von abgestelltem Bauschutt, abgelagertem Haushaltsmüll und kaputten Lauben. Manche Grundstücke sind sogar derartige Brachen, dass man in ihnen gar keine Gärten mehr erkennt. Nicht nur, weil Unkraut kniehoch steht, es weder Beete noch Zäune gibt und kaputte Gartenmöbel im Grünen vor sich hingammeln. Auch, weil hier und da nur noch vollgemüllte Schuppenreste stehen.

Diesen Zustand in der einst gepflegten kommunalen Gartenanlage wollen und können Bürgermeister Andreas Lysk und die Gemeinderäte nicht mehr akzeptieren. Die Gründe dafür reichen von mangelnder Ordnung und Sicherheit bis zu offenen Pachtzahlungen. „Oft sind die Wechsel zwischen den jeweiligen Pächtern so kurz, dass wir als Gemeinde kaum noch hinterherkommen, wem der Garten gehört und wer die Pacht zahlen muss oder wem Zahlungsrückstände zuzuordnen sind“, erklärte der Ortschef jüngst in der öffentlichen Ratssitzung. Hinzu kämen die unhaltbaren Zustände in einigen der verpachteten Grundstücke sowie die Tatsache, dass manche inzwischen auch brach liegen. Die Gemeinde werde daher keine neuen Pachtverträge mehr abschließen. „Da, wo besonders ungepflegte Gärten sind, wurden den Pächtern bereits außerordentliche Kündigungen mit dem Auftrag der Beräumung ausgesprochen. Bislang gab es darauf keinerlei Reaktionen“, so Lysk weiter.

Kündigungen und keine Neuverträge

Konkret betreffe dies drei Gärten. In einem weiteren Fall sei eine Untersagung der Nutzung erteilt worden, da kein Pachtvertrag besteht und der Garten somit illegal genutzt wird. An zwei Schuppenruinen vor der Gartenanlage wurden zudem im Mai offizielle Bekanntmachungsschilder angebracht, die auf den Rückbau der Gebäude durch die Gemeinde und die Beräumung unbefugt eingelagerten Privateigentums, sofern es nicht bis zum angegebenen Stichtag abgeholt wurde, hinweisen.

Laut Lysk würden von den einst 17 Gartengrundstücken aktuell nur noch knapp die Hälfte wirklich genutzt, gepflegt und für sie Pachten gezahlt. Diese Pächter sollen ihre Gärten „weiter nutzen, genießen und sich dort wohlfühlen“ können, so der Weißkeißeler Bürgermeister. Ansonsten sei jedoch mit Brachen, Unrat, Hinterlassenschaften, offenen Pachten sowie bürokratischem Aufwand und Ärger für Gemeinde und Anwohner endgültig Schluss in der Gartenanlage, die seit vielen Jahren als örtliches Sorgenkind gilt „Die Beräumung der Gärten erfolgt ab Ende Juni durch die Gemeinde. Die anfallenden Kosten dafür werden auf die Pächter beziehungsweise Nutzer umgelegt.“

Ob die Abrisskosten wirklich von den Betroffenen gezahlt werden, bleibt abzuwarten. Klar ist aber, was mit den Gartenbrachen passieren soll. „Im ersten Schritt ändern wir durch Kündigungen und Beräumungen die unhaltbaren Zustände und schaffen Ordnung. Im nächsten Schritt werden die Grundstücke begradigt und darauf Rasen ausgesät“, informierte der Weißkeißeler Bürgermeister Andreas Lysk ebenfalls in der Ratssitzung im Mai.

Ziel ist Bauland für Zuzügler

Perspektivisch solle, laut Ortschef, das gesamte Gelände als Bauland ausgewiesen und genutzt werden. Immerhin entwickelte sich Weißkeißel in den letzten Jahrzehnten zum beliebten Wohnort, weshalb die Nachfrage nach Bauland stetig steigt. Besonders bei Familien mit Kindern. Mit einem weiteren Baugebiet könnte dem Trend entsprochen und bauwilligen Zuzüglern, Einheimischen oder Investoren ein Angebot gemacht werden. Denn laut den Statistikern in Kamenz, die kürzlich Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung im Kreis Görlitz bis 2035 vorlegten, verliert der Kreis zwar weitere 28.000 bis 35.000 Einwohner. Ausnahmen bilden aber schon jetzt Weißkeißel sowie Bad Muskau.

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