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Weißwasser will Modellprojekt für Öffnungen

Händler und Gastronomen stellten beim Kreis einen Antrag auf Durchführung des Tübinger Modells. Es klappte noch nicht. Doch es wird gehofft.

Um auf ihre Angebote aufmerksam zu machen, werden Unternehmer erfinderisch. „Ware an der Ladentür erhältlich“ steht auf dem Zettel des Spielwarenladens. Hier und anderswo in Weißwasser setzt man auf das Modellprojekt und Click & Meet.
Um auf ihre Angebote aufmerksam zu machen, werden Unternehmer erfinderisch. „Ware an der Ladentür erhältlich“ steht auf dem Zettel des Spielwarenladens. Hier und anderswo in Weißwasser setzt man auf das Modellprojekt und Click & Meet. © Sabine Larbig

Weißwasser. Einzelhandel und Gastronomie in Weißwasser pfeifen durch Corona auf dem sprichwörtlich letzten Loch. Denn bis auf wenige Monate haben sie durch Zwangsschließung oder Click & Collect-Regelungen seit einem Jahr kaum noch Einnahmen. Nun wollten sie, möglichst noch vor Ostern, eine Einkaufswoche nach dem Tübinger Modell – also einkaufen oder Besuche von Außengastronomie gegen Vorlage eines aktuellen negativen Covid-Tests – erreichen. Ein entsprechender Antrag wurde in der Vorwoche an das kreisliche Gesundheitsamt, samt wohlwollendem Begleitschreiben des Oberbürgermeisters, gesandt. „Wir setzen große Hoffnungen in das Modell, um wenigstens etwas Umsatz machen zu können, nachdem Weihnachtsgeschäft und nun auch das zweite Oster- und Frühjahrsgeschäft wegbrachen“, erklärt Henri Domke. Er schließt wegen der durch Corona eingetretenen prekären wirtschaftlichen Lage nun eine seiner zwei Filialen in Weißwasser. Wie er hofften auch andere Einzelhändler und Gastronomen auf Genehmigung ihres Antrags. Immerhin hatte selbst die Bundeskanzlerin erst kürzlich öffentlich erklärt, jedem Bundesland, Landkreis, jeder Kommune stehe frei, das Tübinger Modell anzuwenden.

„Wir haben von vielen Seiten ein sehr positives Feedback zu unserem Vorstoß bekommen“, sagt Mitinitiator Andreas Kaulfuß. So hätten Stadtwerke und Stadtverein ihre Unterstützung zugesagt und ebenso das DRK, welches die Teststation übernehmen würde. „Es ist sehr gut, dass wir alle an einem Strang ziehen. Vielleicht ist dies auch ein positives Zeichen für die Zukunft unserer Stadt“, meint Unternehmer und Stadtrat Andreas Kaulfuß.

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Inzwischen ist klar, dass in Weißwasser der Modellversuch erst, wenn überhaupt, weit nach Ostern umgesetzt werden kann. „Den gibt die Regelung der Corona-Schutz-Verordnung nicht kurzfristig her. Modellprojekte sind nur bei Kultureinrichtungen, Übernachtungsangeboten, Sportveranstaltungen und Gastronomiebetrieben möglich und erfordern zudem die Zustimmung des Sozialministeriums sowie des Sächsischen Datenschutzbeauftragten. Für Einkäufe fehlt es also bereits an der Grundlage.“, erklärt Landkreis-Pressesprecherin Julia Bjar auf TAGEBLATT-Anfrage. Zudem sei das Infektionsgeschehen in Baden-Württemberg nicht vergleichbar mit dem in Sachsen oder dem Landkreis Görlitz.

Inzwischen ist die neue sächsische Corona-Schutz-Verordnung bis vorerst 18. April gültig. Sie untersagt weiter die Öffnung von Einkaufszentren, Einzel- und Großhandel, Ladengeschäften mit Kundenverkehr sowie Gastronomiebetrieben, Cafés, Eisdielen und ähnlichen Einrichtungen, mit Ausnahme der Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen und Getränken. Zeitgleich teilte Sozialministerin Petra Köpping in den sozialen Medien mit, dass ab 1. April im Einzelhandel Click & Meet wieder möglich sein soll – wenn die Zahl der verfügbaren Intensivbetten in Sachsen nicht 1.300 unterschreitet – unabhängig von der Inzidenzlage.

„Uns scheint es ratsam, abzuwarten“, meint Stadtsprecher Wulf Stibenz angesichts der noch unklaren Lage mit Blick auf das Modellvorhaben in Weißwasser. Die Initiatoren indes halten daran fest. Denn trotz der neuen Schutzverordnung und der Aussicht auf Click & Meet sei man dringend auf Einnahmen angewiesen und zudem weiter im Unklaren, ob und was letztlich wirklich machbar ist. „Eine Antwort vom Landkreis haben wir bisher nicht. Wir wissen also weiterhin nicht, ob und wie das Modell möglich ist.“

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