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Wie weiter mit Muskauer Scheunen-Ruine?

Am Donnerstag untersuchte ein Statiker das zusammengefallene Gebäude. Sein Gutachten wird frühestens Mitte Juni erwartet.

Die Scheune hinter dem einstigen Kino am Gehalm ist plötzlich in sich zusammengebrochen. Ob und wann sie abgerissen wird, ist noch offen, legt ein Statiker fest.
Die Scheune hinter dem einstigen Kino am Gehalm ist plötzlich in sich zusammengebrochen. Ob und wann sie abgerissen wird, ist noch offen, legt ein Statiker fest. © Sabine Larbig

Bad Muskau. Metallgeflecht ragt aus dem Schutt. Eine offene Tür im noch stehenden Gebäudeteil lässt zwischen zerborstenen Balken einen Blick unter die Dachreste zu. Vor der Ruine türmen sich neben dem Schuttberg inzwischen Kies- und Steinhaufen. Eine rot-weiße Absperrung besagt „Zutritt verboten!“, doch sie steht meist offen.
„Wir müssen dringend zusätzliche Sicherungsmaßnahmen umsetzen“, sagt Bürgermeister Thomas Krahl. Die Absperrung soll eigentlich den Zugang zur Ruine verhindern.

Doch Anwohner, die mit ihren Autos auf Zufahrt und Scheunen-Vorplatz fahren und wenden müssen, schieben sie ebenso regelmäßig zur Seite wie Bauarbeiter. Der Platz vor der Ruine wird als Lagerfläche für die laufende Sanierung an den benachbarten Scheunen am Gehalm genutzt. Ein Dilemma, für das mit allen Beteiligten machbare Lösungen gesucht und abgesprochen werden sollen. Denn trotz allem ist die Stadt in der Sicherungspflicht.

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Sorge um entstehende Kosten

Noch kann niemand abschätzen, wie lange zusätzliche Schutzmaßnahmen nötig sind. Denn noch ist weiter unklar, was mit der Scheunen-Ruine wird. Zwar geht der Bürgermeister von einem Abriss aus. Ob der komplett erfolgen soll und wann und ob möglicherweise die noch stehende rechte Seitenwand samt Giebel doch zu erhalten ist, um das direkt angrenzende Nachbargebäude zu stützen – all dies sind offene Fragen, auf die das Gutachten des Statikers Antworten geben soll.

Das Gutachten wird voraussichtlich Mitte Juni vorliegen. Für Krahl steht jedoch fest, dass „alle Planungen und Schritte wohlbedacht“ sein müssen. Gleichzeitig bekennt der Stadtchef, dass ihm der Umgang mit der Ruine auf dem städtischen Grundstück durchaus „Bauchschmerzen“ bereite. „Egal, was zu machen ist, alles kostet Geld – selbst ein Abriss. Geld, welches wir als Stadt eigentlich nicht haben.“ Dass die Scheune, eines der ältesten Gebäude von Bad Muskau, am Nachmittag des 12. Mai plötzlich zusammenbrach, bedauert er zwar. Doch für eine Sanierung des Baus, der nicht unter Denkmalschutz stand, fehlten bislang Geld und Konzepte.

Anders sieht es bei den Nachbarscheunen direkt am Gehalm aus, die inzwischen saniert und somit erhalten werden. „Angesichts des Vorfalls tut es gut, dort den Baufortschritt zu sehen“, so Krahl. Besonders freut es das Bad Muskauer Stadtoberhaupt, dass bei einer Scheune schon das Dachgebälk errichtet wurde und das Material für die zweite Scheune ebenfalls „termingerecht und zu moderaten Preisen“ angeliefert wurde. Keine Selbstverständlichkeit angesichts der aktuellen Material- , Preis- und Lieferzeiten-Lage im Bausektor. Begonnen hat am Gehalm auch die Gestaltung der Straßen und Gehwege. „Am Mittwoch haben wir die Gestaltung der Gehwege mit unterschiedlichen Platten beprobt und uns ein Muster ausgesucht“, verrät Krahl.

Wegen der Bauarbeiten ist der Gehalm bis Ende November für den Verkehr gesperrt, was auch beim Umgang mit der Scheunen-Ruine von Vorteil ist.

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