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Wieder Ärger mit der Bücherzelle

Die öffentliche Ausleihstation in einer Ex-Telefonzelle in Weißkeißel wird wegen Vermüllung erneut und auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Kostenlos Bücher ausleihen und tauschen können ist Sinn der öffentlichen Bücherzelle in Weißkeißel. Leider nutzen manche sie zur Müllablagerung. Die Folge: „Die Bücherzelle ist keine Müllhalde und bleibt bis auf weiteres geschlossen.“
Kostenlos Bücher ausleihen und tauschen können ist Sinn der öffentlichen Bücherzelle in Weißkeißel. Leider nutzen manche sie zur Müllablagerung. Die Folge: „Die Bücherzelle ist keine Müllhalde und bleibt bis auf weiteres geschlossen.“ © Sabine Larbig

Weißkeißel. Seit nun fast sechs Jahren können Bücherfreunde in der weißen Telefonzelle mit magentafarbenem Dach kostenlos Bücher aller Genres ausleihen und tauschen. Das Angebot wird von den Bürgern gut und dankbar angenommen.

Leider sorgt die an der Straße vor dem Freizeitpark stehende Zelle aber auch für Probleme. Denn einige Menschen nutzen sie mehr oder weniger regelmäßig, um darin Müll, stapelweise Zeitungen, Broschüren und Zeitschriften zu entsorgen. Dinge, die in die Hausmüll-Tonne oder die gelbe Papiertonne gehören. Erst im Sommer vorigen Jahres schloss Gemeindearbeiter Henri Hänchen die Ausleihstation deshalb für mehrere Wochen und brachte ein unübersehbares Hinweisschild an, dass die Bücherzelle keine Müllhalde sei. Die drastischen Maßnahmen zeigten einige Monate ihre Wirkung. Zudem gelang es der Gemeinde, eine Einwohnerin von Weißkeißel als ehrenamtliche Betreuerin für die öffentliche Ausleihstelle zu gewinnen.

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„Weil die Zelle seit Wochen wieder vermüllt ist, wandte sich die Betreuerin jetzt an mich mit der Bitte, einmal im Rat nachzufragen, ob die Gemeinde eventuelle eine Kamera anbringen könnte. Zur Abschreckung und auch, um Verursacher erkennen und möglicherweise sogar mit einem Bußgeld belegen zu können“, informierte Gemeinderat Wilfried Noack in der öffentlichen Ratssitzung.

Leider auch einheimische Sünder

Die Vermüllung der Einrichtung beschäftigt auch Gemeindearbeiter Henri Hänchen, der – nach eigener Aussage – jede Woche dort Müll wegräume. „Die Leute kommen zum Teil mit Autos, um Kisten voll Zeitungen und Broschüren abzuladen. Warum sie das Altpapier bringen, weiß ich nicht.“ Die Lage ist auch Bürgermeister Andreas Lysk nicht unbekannt. „Es ist traurig, aber wahr. Niemand hat mehr Respekt vor Geschaffenem wie diesem gut gemeinten Angebot für unsere Bürger, was aber leider so nicht klappt. Und wir können als Gemeinde auch nicht mehrmals die Woche dort Arbeitseinsätze machen lassen.“ Auf die Frage von Ratsmann Wilfried Noack, ob man wisse, woher die Verwüster der Bücherzelle kommen, antwortete Henri Hänchen: „Es sind auch Bürger aus Weißkeißel dabei.“

Diese Aussage sorgte bei den Räten durchaus für Erstaunen. Ebenso die Tatsache, dass aktuell wieder ein Ordnungsproblem herrscht. „Ich nutze die Zelle selber gern. Immer, wenn ich da war, war alles in Ordnung“, äußerte Gemeinderätin Heike Brandt erstaunt.Da die Betreuerin und der Gemeindearbeiter jedoch ein anderes Bild kennen, empfahl Henri Hänchen die erneute Schließung der Ausleihstation. „Letztes Mal war sie vier Wochen zu. Das half zwei Monate, bevor es wieder mit Müllentsorgung und Unordnung losging.“

Kamera? Nein!

Eine dauerhafte Problemlösung ist das zwar nicht. Den Anbau einer Kamera lehnt Bürgermeister Lysk allerdings rigoros ab. Nicht nur aus Kostengründen. Man habe zwar eine Kamera nach dem Vandalismus und seinen kostspieligen Folgen am neuen Pavillon am Freizeitpark angebaut, so Lysk. Dort mache es auch Sinn. Er sei jedoch dagegen, künftig an allen Gemeindeeinrichtungen Kamera- oder Videoüberwachungen anbringen zu lassen.Um weiteren Ärger mit Mülltouristen zu vermeiden, legte der Bürgermeister eine sofortige Schließung der Bücherzelle in Weißkeißel auf unbestimmte Zeit fest.

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