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Kromlau: Überraschungsfund am Rakotz

Pfingsten 2021 soll das Ensemble im Kromlauer Park fertig saniert sein. Ein sportliches Ziel durch immer neue Arbeiten.

Mitarbeiter der Firma Hoffmann verfugen die Stelengruppe neben der Brücke.
Mitarbeiter der Firma Hoffmann verfugen die Stelengruppe neben der Brücke. © Joachim Rehle

Der Rakotzsee und sein Umfeld entpuppen sich als Füllhorn voller Überraschungen. Finanziell, aber auch aus denkmalpflegerisch-historischer Sicht. Erst wurden bei der Komplexsanierung des Rakotz-Ensembles die Überreste der einstigen Grotte samt Herkulesfigur geborgen und wieder aufgebaut, später kleinere unbekannte Basaltstelengruppen. Selbst ein Fledermausquartier in einer Kammer der Rundbogenbrücke kam zum Vorschein.

Nun wurden bei den Bauarbeiten am See die Fragmente eines künstlich angelegten Wasserfalls im Bereich des „kleinen wilden Wassers“ der Basaltstelengruppe hinter der Grotte am Ensemble entdeckt. Alles Überraschungsfunde, deren Wiederherstellung logischerweise Zeit, Zusatzaufträge und somit mehr Geld kosten.

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Wasserfall soll wieder plätschern

Um zu erfahren, wie im Zuge der Sanierung mit dem neuesten Fund umzugehen ist, fand am 7. Dezember eine Ortsbegehung mit dem Landesamt für Denkmalpflege statt. Dabei wurden bis in 30 Zentimetern Tiefe beim Bachlauf weitere Basaltpflasterungen sichtbar, die unter Erdschichten und Wurzeln einstiger Bäume eine „wundervolle Inszenierung der Bachsohle im Oberlauf“, wie es die Denkmalexperten formulierten, zeigten.

In der Kuhle zwischen Oberlauf und Anlauf zum kleinen Wasserfall wurden bei Probeschürfungen in 50 Zentimetern Tiefe weitere Basaltfragmente sichtbar, die auf eine bewusst ausgestaltete steintechnische Anlage hindeuten. Vor dem Übergang zum Hafenbereich wurde außerdem eine Art „Überlaufbecken“ gefunden, aus dem sich einst Wasser ergoss.

Während die Basaltstelen hinter der Grotte mittlerweile vom schädigenden Bewuchs in den Fugen und Hohlräumen befreit und gereinigt wurden, erfolgt derzeit die teilweise Neuverfugung der Stelen. Zusätzlich wurden lose Basaltstelen im Uferbereich an ihren Ursprungsorten neu befestigt. Und weil bereits bei einer Ortsbegehung Anfang November der Vorschlag unterbreitet wurde, dass die mit der Hafensanierung beauftragte Firma zusätzlich die Basaltstelenbereiche im und um den Wasserlauf bis zum Hafen freilegen und reinigen soll, wurde in der Ratssitzung am Montag dieser Woche ein Nachtragsbeschluss gefasst.

Somit kommen weitere rund 12.200 Euro Kosten hinzu – ohne den aktuellen zusätzlich Mehraufwand. Der sieht das komplette Freilegen der Sohle des Oberlaufes inklusive aller Vertiefungen und dem Verschließen der Fugen mit Lehm im Wasserlaufbereich sowie die Freilegung des Sohlbereiches im Hafen und die Herstellung von Betonabsteifungen im Sohlbereich und den Einbau von Steinen im Bereich der Basanit- und Granodioritwand vor. Die Folge sind kalkulierte weitere Zusatzkosten in Höhe von etwa 9.700 Euro, für die der Gemeinderat einen zweiten Nachtrag der beauftragten Firma per Beschluss genehmigte. Die Arbeiten werden voraussichtlich nicht dieses Jahr beendet.

Bogenbrücke wird unbetretbar

Neben baulichen Aspekten mussten sich Denkmalpfleger, Gemeinde und Geldgeber stets auch mit der Frage befassen, wie die sanierte Rakotzbrücke und die Grotte abgegrenzt werden können, um das Betreten zu verhindern. Im Spätsommer wurde daher ein Musterzaun hergestellt, der im Herbst mit dem Landesamt für Denkmalpflege begutachtet wurde. Die Entscheidung für den Zaun fiel positiv aus, weshalb die künftige gesamte Zaunanlage vor Ort abgesteckt wurde.

Ziel ist es, durch den auf der südlichen und nördlichen Seite des Rakotzsees aufgestellten Zaun, die Besucher daran zu hindern die Bauwerke zu erklimmen. Trotz Hinweisen der Gemeinde im Internet, durch Schilder vor Ort oder auf Informationstafeln, kam es in den letzten Jahren immer wieder dazu, dass sich Parkbesucher und Hochzeitspaare für tolle Fotos und Selfies auf den Brückenbogen stellten. Selbst mit Rädern wurde darüber hinweggefahren, weshalb die Zäune nun ebenso als Schutzanlage dienen, wie Gitter in Öffnungen und Abweiser auf Stelengruppen und Brückenbogen.

Noch ist nicht klar, ob diese Maßnahme gefördert wird. Klar ist indes nach Abstimmungen mit der Sächsischen Aufbaubank und dem Sächsischen Immobilien- und Baumanagement, dass die Kosten für die Metallbauarbeiten ebenfalls der Rakotzbrücke zugeordnet werden. Das Planungsbüro Bauer-Lauterbach GmbH aus Dresden hat hierfür die gesamte Planung übernommen.

Da mit dem Büro bereits ein Architektenvertrag für die Objektplanung der Bogenbrücke besteht, entstand nun auch ein Anspruch auf ein um rund 10.300 Euro erweitertes Honorar, welches die Räte ebenfalls einstimmig befürworteten. Die Errichtung der Zaunanlage und die Anbringung der Gittertüren wird laut Beschlussvorlage voraussichtlich erst im Februar 2021 beendet sein. Trotzdem müssen Parkbesucher künftig nicht auf tolle Bilder verzichten. Entstehen wird eine Treppe als Fotopunkt.

„Trotz aller unvorhergesehener Funde und Arbeiten liegt das Gesamtensemble Rakotz im Zeitplan, sieht alles danach aus, dass wir den Einweihungstermin zu Pfingsten halten können“, betont Bürgermeister Dietmar Noack zuletzt im Oktober. Und nicht nur der Gemeindechef hofft, dass dann auch das traditionelle Park- und Blütenfest wieder gefeiert werden kann. 2020 fiel es wegen der Restriktionen aus.

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