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Zunehmender Mülltourismus ist ein Problem

Rund um Weißwasser: Auf öffentlichen Plätzen, Parks, Wäldern, Bushaltestellen und anderswo wird immer mehr Müll abgelagert.

Auf Wanderwegen im und um den Kromlauer Park, aber auch im Bereich Wasserwerk Gablenz stieß Jürgen Siegemund auf Haufen mit illegal entsorgtem Hausmüll.
Auf Wanderwegen im und um den Kromlauer Park, aber auch im Bereich Wasserwerk Gablenz stieß Jürgen Siegemund auf Haufen mit illegal entsorgtem Hausmüll. © privat/js

Region. Bereits seit dem 2. November 2020 darf Jürgen Siegemund wegen der Corona-Regelungen keine öffentlichen Wanderungen anbieten. Normalerweise führt er monatlich interessierte Einwohner und Gäste als ausgebildeter Geopark-Führer durch den Unesco Geopark „Muskauer Faltenbogen“. Dennoch ist er regelmäßig dort unterwegs. „Ich mache das, um fit zu bleiben und um neue Wanderwege in meine Angebote einzuarbeiten. Denn wie alle hoffe auch ich auf Lockerungen und bereite daher für April eine Tour durch das Altbergbaugebiet der ehemaligen Grube Hermann vor“, erzählt er.

Dieses Gebiet liegt zwischen Weißwasser, Gablenz und Kromlau und ist geprägt durch eine bizarre Seen- und Waldlandschaft. Kürzlich erlebte Jürgen Siegemund im Bereich Parkeingang und beim Weg zur Bungalowsiedlung in Kromlau aber Dinge, die ihn „schockieren, verärgern und wütend“ machen. Konkret geht es um Müllablagerungen am Rand von Wanderwegen, die die „Natur verunstalten, schädigen und zur Müllhalde“ machen“, kritisiert der Geopark-Führer. Gerade jetzt in Pandemie-Zeiten, wo für viele das Spazieren und Wandern die einzige Alternative für fehlende Sport- und Freizeitveranstaltungen sei, solle jeder dankbar für eine intakte Umwelt sein, meint er. Der Gablenzer Jürgen Siegemund ist nicht der Einzige, der sich über Mülltourismus ärgert und Verursacher gerne zur Verantwortung ziehen würde. Doch es ist schwierig, wie sich kürzlich im Gemeinderat Weißkeißel zeigte. Dort beschäftigt Räte und Gemeinde immer wieder in der örtlichen Bücherzelle abgelagerter Hausmüll und Altpapier. Um das Problem zu lösen, schloss man auf unbestimmte Zeit die kostenlose Ausleihstelle in der Ex-Telefonzelle. „Wir können nicht mehrmals in der Woche mit unseren Gemeindearbeitern für Ordnung sorgen“, begründet Bürgermeister Andreas Lysk den Schritt. Denn, auch dies sei eine Tatsache, die Verursacher ausfindig zu machen sei kaum möglich.

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In Bad Muskau ärgert man sich ebenso über Müll an Straßen und Plätzen, obgleich durch Corona dort das Problem nun etwas geringer ist, weil Touristen und Reisebusse schon lange nicht mehr kommen. Dafür sorgen zunehmende Verunreinigungen durch Hundekot für Sorgenfalten. Ähnlich ist die Lage in Weißwasser oder Krauschwitz, wo Gemeindearbeiter insbesondere an Adria und Spielplatz im Just-Stadion ständig Müll finden und entfernen müssen.

„Wir haben doch schon mit anderen objektiven Einschränkungen zu leben. Da sind Wegesperrungen im Bergpark Bad Muskau wegen der Trockenheit und die damit verbundene Gefahr plötzlicher Astabbrüche oder umfallender Bäume. Oder die Schutzzäune entlang der Neiße und die Pufferzonen wegen der Schweinepest. Daher sollte das Nutzbare geschützt und Vergehen gegen die Umwelt verhindert und geahndet werden“, appelliert und fordert Jürgen Siegemund.

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