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Mehr Schmetterlingswiesen in Weißwasser

Nur zwei städtische Grünflächen werden insektenfreundlich bewirtschaftet. Das soll sich ändern, beschloss der Stadtrat.

Ein Zitronenfalter fliegt über eine Löwenzahnwiese.
Ein Zitronenfalter fliegt über eine Löwenzahnwiese. © dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Weißwasser. Einer insektenfreundlichen Bewirtschaftung der Grünflächen in Weißwasser hat der Stadtrat jetzt mit großer Mehrheit zugestimmt. Lediglich zwei Räte waren dagegen. Gemeinsam mit Koordinatoren der in Weißwasser ansässigen Regionalgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) soll ein entsprechendes Nutzungskonzept erarbeitet werden.

Eingebracht hatten den Antrag die Wählervereinigungen KJiK und Für unser Weißwasser, die mit Bernd Frommelt und Karina Ott jeweils einen Vertreter im Stadtrat zu sitzen haben. In der Begründung verwiesen sie auf die Schlüsselstellung vieler Insekten für den Naturhaushalt. So seien im Freistaat Sachsen schätzungsweise 25.000 Insektenarten einheimisch. 1.533 Arten wurden analysiert. Demnach gelten 673 Arten und damit 44 Prozent hierzulande als ausgestorben oder gefährdet. Mit Projekten wie „Puppenstube gesucht – Blühende Wiesen für Sachsens Schmetterlinge“ soll gegengesteuert werden. Bekanntgeworden sind sie als „Schmetterlingswiesen“. Gras und Blüten sollen als blühende Wiesen stehenbleiben, damit Insekten ganzjährig eine Überlebenschance haben.

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Technische Nachrüstung nötig

Bislang werden die meisten Rasenflächen in Weißwasser mehrmals jährlich vollständig gemäht. Dadurch werde den ausgewachsenen Insekten und deren Entwicklungsstadien die Nahrungsgrundlage entzogen, heißt es in dem Antrag. Lediglich zwei städtische Flächen würden nach dem Konzept der Schmetterlingswiese bewirtschaftet. Gemäß dem noch vor der Sommerpause gefassten Stadtratsbeschluss soll dies nun auf weitere Flächen in Weißwasser ausgedehnt werden. Im Bau- und Wirtschaftsauschuss des Stadtrats war man sich durchaus darüber einig, dass die Aktion „gut und richtig für die Stadt“ ist.

Allerdings hat das Ganze auch einen Haken – nämlich, was die praktische Umsetzung angeht. „Wenn die Flächen auf Empfehlung des Nabu nur noch einmal jährlich gemäht werden sollen, dafür haben wir das Mähwerk gar nicht“, gab Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) im Stadtrat zu bedenken. Inwieweit es technischer Nachrüstung der Bauhoffahrzeuge bedarf, wird also noch zu klären sein. Und nach den Worten des OB wäre es „bei 160.000 Quadratmeter Wiesenflächen in der Stadt wichtig, genau zu sagen, welche Flächen dafür genutzt werden sollen“.

Stadträte sehen zudem, dass dann eine intensivere Öffentlichkeitsarbeit erforderlich wäre, da es bei nicht oder aus Sicht der Einwohner zu spät gemähten Wiesen in der Vergangenheit diverse Beschwerden der Bürger gab. Die Antragsteller erhoffen sich, dass die angepasste Pflege auf Grünflächen der Stadt zur Nachahmung führt und die Bürger motiviert, selber etwas für die Artenvielfalt der Insekten zu tun.

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