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Mieter kritisieren Winterdienst im Wohngebiet

In der Schweigstraße 2-9 in Weißwasser räumten Mieter selbst Schnee und Eis weg, da der Winterdienst nicht klappte.

In der Schweigstraße 2-9 in Weißwasser war die „Piste“ so vereist, dass Fahrzeuge ins Rutschen kamen. Mieter beräumten daher selbst die Fahrbahn
In der Schweigstraße 2-9 in Weißwasser war die „Piste“ so vereist, dass Fahrzeuge ins Rutschen kamen. Mieter beräumten daher selbst die Fahrbahn ©  privat

Weißwasser. Sandra Jainz und ein guter Freund kamen am Wochenende mächtig ins Schwitzen, als sie Teile der Fahrbahn sowie die Kurve im Bereich der einstigen Buswendeschleife im Wohngebiet von Eis und Schnee befreiten. „Wir haben das gemacht, weil mir das Wohl der älteren Mitmenschen am Herzen liegt und der Winterdienst nicht klappt“, erklärt die tatkräftige Anwohnerin, die sich, um auf das Problem hinzuweisen, an TAGEBLATT wandte.

„Eine andere Mieterin hatte sich schon letzte Woche beim Vermieter Wohnungsbaugesellschaft mbH beschwert. Dort sagte man ihr beim ersten Anruf, die Stadt sei zuständig. Beim Anruf in der Stadt hieß es, die WBG sei zuständig. Beim erneuten Anruf beim Vermieter WBG am Tag darauf wurde gesagt, man müsse erst im Vertrag des zuständigen Hausmeisterdienstes nachschauen, ob die Aufgabe darin stehe. Dann, am Mittwoch in der Vorwoche, wurde erst geschoben“, erklärt Jainz.

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Halbherziges Herangehen

Aus ihrer Sicht sei dies halbherzig erfolgt, weshalb sie zum Wohl ihrer älteren Mitbewohner sowie mobiler Pflegedienste und Essensversorger selbst zu Schieber und Schaufel gegriffen und sich dabei Hilfe gesucht habe. „Die Autos blieben ja in der Kurve im Schnee stecken. Sogar die Müllabfuhr hatte sich festgefahren“, begründet sie den Einsatz. „Das einzige, was ein bisschen klappt, ist das Schieben der Haus- und Kellereingänge sowie Bürgersteige.“ Doch selbst das Geschobene, so Jainz, sei so glatt, dass Mieter ausrutschen können. „So kann es nicht sein. Wir Mieter zahlen schließlich den Hausmeisterdienst in den Betriebskosten mit“, merkt die Mieterin an.

Dass es seit dem Wintereinbruch bei der WBG Weißwasser zu zahlreichen Anfragen, Hinweisen und Beschwerden bezüglich des Winterdienstes kam, bestätigt Geschäftsführerin Petra Sczesny. „Ja, die Telefone haben geglüht und prinzipiell scheint der Wintereinbruch viele überrascht und überfordert zu haben. Auch Hausmeisterdienste. Mit unseren sind wir täglich in Kontakt und setzen uns auch kritisch auseinander, trotz allem Verständnis für ihre Lage.“ Denn, so Sczesny weiter, durch personelle Engpässe und Krankheit sei oft neues Personal rekrutiert worden. „Nicht alle Mitarbeiter wissen daher genau, welche Aufgaben sie haben.“ Dies sei laut Rücksprache auch bei der Schweigstraße 2-9 der Fall gewesen.

„Dennoch werden wir den Vorfall und andere Schwachpunkte beim Winterdienst auswerten und kritisch beleuchten.“ Als WBG-Geschäftsführerin täte es ihr leid, dass nicht alles klappte. „Ein besonderer Dank gilt daher allen Mietern, die selbst zu Schippe und Schieber griffen. Mir ist bewusst, dass sie damit die Lage für alle entspannten.“ Aber, so Sczesny weiter, es sei nun einmal Winter und der bringe Herausforderungen für alle und an vielen Stellen mit sich. Dies betreffe selbst die Niederschlesische Entsorgungsgesellschaft (NEG), die den Müll abfährt. „Das hat man uns auf Nachfrage zur Schweigstraße bestätigt. Aber man sagte uns auch, dass das geschulte Personal und die Fahrzeuge mit den Problemen, die es vielerorts gäbe, zurechtkämen.“

Neue Servicekraft

Bleibt die Frage, wie die WBG die von einer Mitarbeiterin gegenüber Mietern gemachten unterschiedlichen Aussagen zum Winterdienst einschätzt. „Auch hier ist die Kritik berechtigt. Allerdings war es im geschilderten Fall eine neue Servicekraft, die noch nicht alle Zuständigkeiten und Vorgänge kennt, den Sachverhalt erst über die Fachabteilung prüfen lassen musste.“Für Sandra Jainz und andere Anwohner ist diese Aussage kein Trost. Sie hoffen nun, dass sich derartige Probleme und Pannen beim Winterdienst durch beauftragte Firmen nicht wiederholen.

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