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Weißwasser

Mit sorbischen Grüßen ins neue Jahr

Wie lange man die verschicken darf, ist ungewiss. Ein Lächeln aber zaubert das Plakat auf der Saschowawiese in Weißwasser dem Betrachter ins Gesicht.

Mit deutschen und sorbischen Weihnachts- und Neujahrsgrüßen wirbt das Plakat der Kampagne „Sorbisch? Na klar.“ auf der Saschowawiese für gelebte Zweisprachigkeit.
Mit deutschen und sorbischen Weihnachts- und Neujahrsgrüßen wirbt das Plakat der Kampagne „Sorbisch? Na klar.“ auf der Saschowawiese für gelebte Zweisprachigkeit. © Constanze Knappe

Weißwasser. Zugegeben, Weihnachten ist nun schon wieder ein paar Tage hin. Mit netten Grüßen dazu wäre man reichlich spät dran. Ganz anders bei den besten Wünschen für das neue Jahr. Wie lange man die einem anderen Menschen angedeihen lassen kann, da scheiden sich bekanntlich die Geister. Für manche ist am Dreikönigstag (6. Januar) schon Schluss damit. Aber bei den im Corona-Lockdown 2021 nicht stattfindenden, ansonsten jedoch allgemein üblichen Neujahrsempfängen werden zuweilen sogar noch Ende Januar beste Wünsche für das neue Jahr getauscht. Insofern ist das Plakat der Kampagne „Sorbisch? Na klar.“ mit sorbischen und deutschen guten Wünschen für ein gesundes neues Jahr auf der Saschowawiese in Weißwasser noch längst nicht überholt.

Das Plakat ist Teil einer Kampagne des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus. Der Freistaat will damit mehr Akzeptanz für die sorbische Sprache und Zweisprachigkeit erreichen. Die Kampagne richtet sich vor allem an jene Bewohner des sorbischen Siedlungsgebiets, die des Sorbischen nicht oder nicht mehr mächtig sind. Dieses Siedlungsgebiet wurde mit dem Gesetz über die Rechte der Sorben im Freistaat Sachsen vom 31. März 1999 klar definiert – mit dem Ziel, das sorbische Siedlungsgebiet zu wahren und zu schützen. Allerdings ist schon jetzt in etlichen Orten im östlichen Teil des Landkreises Görlitz die sorbische Sprache im Alltag kaum noch vorhanden.

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Kultusministerin Barbara Klepsch hatte die Kampagne „Sorbisch? Na klar.“ im März 2020 in Bautzen gestartet. Seither werben Aufkleber und Plakate für Zweisprachigkeit, wie es im Laufe des Jahres vor dem Kaufland in Weißwasser der Fall war oder eben jetzt auf der Saschowawiese. Auch ein Bus in sorbischen Farben tourte 2020 durch die Region. Und selbst wenn Weihnachten schon vorbei ist: das von Stefan Hanusch gestaltete Motiv mit den Festtagsgrüßen entlockt den meisten Betrachtern auch jetzt noch ein Lächeln. Aus dem Online-Magazin der Imagekampagne konnte man dieses Motiv übrigens herunterladen, digital versenden oder aber ausdrucken, beschriften und als Grußkarte verschicken.

Das Jahr 2020 habe die Macher der Kampagne wegen Corona das eine oder andere Mal an ihre Grenzen gebracht, resümieren sie selbst. Dennoch habe es auch viele schöne Momente gegeben. Auf der Internetseite von „Sorbisch? Na klar.“ zeigen die Geschichten, „dass Sprache uns auf eine eigene Art und Weise verbinden kann“, heißt es. Im Jahresrückblick 2020 kommen deshalb Menschen – vom Feuerwehrmann bis zur Ärztin – zu Wort, die sich täglich dafür einsetzen, dass die sorbische Sprache erhalten bleibt. Zwar ist noch völlig offen, wann es in diesem Jahr wieder Veranstaltungen unter dem Motto „Sorbisch? Na klar.“ geben darf, dennoch möchte das Online-Magazin auch weiterhin den öffentlichen Diskurs in der Lausitz bereichern.

Und man darf auch schon gespannt sein, mit welchem Motiv die Kampagne im Laufe des Jahres 2021 in Weißwasser für gelebte Zweisprachigkeit werben wird.

Sorbisches Siedlungsgebiet: Im Kreis Görlitz gehören 14 von 53 Kommunen dazu: Bad Muskau, Boxberg, Gablenz, Groß Düben, Teile von Hohendubrau, Krauschwitz, Kreba-Neudorf, Mücka, Teile von Quitzdorf am See, Rietschen, Schleife, Trebendorf, Weißkeißel und Weißwasser.

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