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Mit vollem Einsatz für das Miteinander

Eine Aktion des virtuellen Laufens startet der Rehasportverein Weißwasser. Mitmachen ausdrücklich erwünscht.

Marina Reider, Chefin des Gesundheits- und Rehasportvereins Weißwasser, liegt die Aktion „Deine Stimme für Inklusion – mach mit!“ besonders am Herzen. Wegen der Corona-Pandemie sind gemeinsame Sportaktivitäten kaum möglich – und deshalb neue I
Marina Reider, Chefin des Gesundheits- und Rehasportvereins Weißwasser, liegt die Aktion „Deine Stimme für Inklusion – mach mit!“ besonders am Herzen. Wegen der Corona-Pandemie sind gemeinsame Sportaktivitäten kaum möglich – und deshalb neue I © Foto: Constanze Knappe

Für mehr Miteinander statt Nebeneinander setzen sich in diesen Tagen vielerorts Menschen ein. Auch in Weißwasser. Unter dem Motto „Deine Stimme für Inklusion – mach mit!“ folgt der Gesundheits- und Rehasportverein einem Aufruf der Aktion Mensch. Aus Anlass des europäische Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai soll auf die Situation der Betroffenen in Deutschland aufmerksam gemacht werden. Und es sollen Menschen mit Handicap unterstützt und ermuntert werden, sich für ihre Rechte einzusetzen, für ihre selbstverständliche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben wie andere auch.

Schon 1.134 Kilometer auf der Uhr

Der Rehasportverein beteiligt sich mit einer Aktion des virtuellen Laufens. Bis gestern hatten 14 Frauen und Männer bereits 1.134 Kilometer absolviert. Sie und Vereinschefin Marina Reider hoffen, dass sich vom 3. bis 8. Mai noch richtig viele Leute anschließen, dass sie sich sportlich betätigen und damit zugleich symbolisch ihre Stimme für Inklusion erheben.Schon zweimal veranstaltete der Gesundheits- und Rehasportverein zu dem europäischen Aktionstag eine Familienolympiade. Doch wegen der Corona-Pandemie ist daran leider nicht zu denken.

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So entstand die Idee einer digitalen Aktion in Form des virtuellen Laufens. Ob Gehen, Laufen, Walken oder Fahrradfahren ist den Teilnehmern selbst überlassen. Vorgegeben ist eine Distanz von fünf Kilometern. Die muss man auch gar nicht in einem Stück bewältigen. Auch kommt es gar nicht auf den Fitnesszustand der Beteiligten an. Wie Marina Reider erzählt, sei beispielsweise eine Seniorin mit ihrem Rollator dabei. Über eine App werden die Ergebnisse erfasst. Senioren können aber genausogut einen Notizzettel mit Namen, Vornamen, Datum und der bewältigten Distanz in Kilometern in den Briefkasten des Vereins werfen. „Hauptsache, man macht mit“, betont die Vereinschefin.

Im Mai 2018 fanden sich in Weißwasser sieben Leute zusammen, die für sich und andere etwas tun wollten. Doch der Weg, als Anbieter im Rehabereich anerkannt zu werden, ist lang. Der Landesportbund wie auch der Sächsische Behinderten- und Rehasportbunds mussten dafür ihr Okay geben. Daher ging es erst 2019 richtig los. Aus anfänglich einer Gruppe sind fünf mit der Ausrichtung auf orthopädische Erkrankungen geworden. Hinzu kam eine Herzsportgruppe, die durch zwei Ärzte des Krankenhauses begleitet wird. Die sportliche Betätigung in den Gruppen erfolgt auf Grundlage ärztlicher Verordnungen. Diese umfassen zumeist 50 Übungseinheiten im Rehasport oder 90 Einheiten im Herzsport. Etwa anderthalb bis zwei Jahre trainieren die Betreffenden miteinander. Mitglied im Verein kann, aber muss man nicht sein. Aktuell sind es elf Frauen und Männer.

Die meisten Teilnehmer sind zwischen 60 und 80 Jahre alt. Von März bis Mai 2020 durfte nicht trainiert werden, dann lief es annähernd normal. Seit der zweiten Corona-Welle im Herbst ruht der Trainingsbetrieb weitgehend. Für den Rehasportverein eine durchaus missliche Lage. Über die Erstattung der Kursbeiträge durch die Krankenkassen werden beispielsweise die Miete für den Trainingsraum im SpinnNetz und die Übungsleiterein bezahlt. Man habe angesichts der vielen Anfragen zum Rehasport darüber nachgedacht, einen zweiten Trainer ins Boot zu holen. Doch jetzt müsse man erst einmal sehen, wie es nach Corona weitergeht, sagt Marina Reider.

Alternativen für die Trainingspause

Dass sich die Rehasportler seit Dezember nicht mehr treffen dürfen, vermissen die meisten sehr. Der Vereinschefin geht es nicht viel anders. Deshalb suchte die studierte Sportpädagogin und Krankengymnastin nach Alternativen. Zunächst traf sie sich mit einzelnen Rehasportlern zum Laufen im Wald. Mittlerweile leitet sie über die Zoom-Plattform jeweils Dienstag und Donnerstag von 18 bis 19 Uhr die Senioren zu einer Stunde Sport vor der Kamera an. „Manche schalten die Kamera aus, weil es ihnen unangenehm ist, andere sind dankbar für meine Hinweise zu den Übungen“, erzählt Marina Reider.

Der Zuspruch zu der digitalen Trainingsform brachte sie auf die Idee mit dem virtuellen Laufen. „Die Zielgruppe des Aktionstages sind behinderte Menschen. Weil wir selber einige im Verein haben, ist es uns ein wichtiges Anliegen“, bekräftigt sie. Bei einer von der Aktion Mensch angebotenen Weiterbildung hat sie sich intensiv darauf vorbereitet. Und das Ganze hat sogar einen schönen Nebeneffekt. Abhängig vom Ergebnis des virtuellen Laufens kommt ein Obolus dem Rehasportverein in Weißwasser zugute.

Für Marina Reider, die einst als Spätaussiedlerin aus Tadschikistan kam, geht nichts ohne Sport. „Das ist mein Leben. Ohne dem bin ich krank“, sagt sie lachend. Auch deshalb sei es ihr wichtig, die Begeisterung für sportliche Betätigung weiterzugeben – erst recht an Menschen, die eingeschränkt sind. Und trotz der anhaltenden Pandemie schaut sie optimistisch und mit Zuversicht in die Zukunft.

Zum Abschluss der Aktionswoche findet am 8. Mai um 14.30 Uhr eine Videokonferenz statt. Über die Zoom-Plattform kann jeder in der moderierten Diskussion über seine Erfahrungen mit der Inklusion sprechen oder auch einfach nur zuhören und sich darüber informieren, was in der Region für die Inklusion getan wird.

App zum Virtuellen Laufen hier, Videokonferenz über Zoom: hier dem Meeting beitreten unter, Meeting-ID 9037793826, Kennwort: OZCX5x.

Briefkasten des Rehasportvereins am Generationentreff SpinnNetz, Sorauer Platz 1 in Weißwasser

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