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Naschbäume für die Kita Ulja

Eine Streuobstwiese wurde auf Betreiben des Seniorenclubs Kraftwerk Boxberg im Garten der Kita in Weißwasser angelegt. Nicht die einzige Aktion.

Gestern hat der Seniorenclub Kraftwerk Boxberg die Streuobstwiese samt Obstbäumen an die Kinder der Kita Ulja übergeben. Für das Foto galt wegen Corona selbstverständlich Mindestabstand.
Gestern hat der Seniorenclub Kraftwerk Boxberg die Streuobstwiese samt Obstbäumen an die Kinder der Kita Ulja übergeben. Für das Foto galt wegen Corona selbstverständlich Mindestabstand. © Constanze Knappe

Weißwasser. Die ersten Knospen sind dank der warmen Frühlingssonne schon aufgeplatzt. Nicht lange und an den kleinen Obstbäumen im Garten der Kita Ulja in Weißwasser werden erste Blätter sprießen. Früchte aber werden die Bäume wohl erst im nächsten Jahr tragen. Die Freude der Kinder auf Apfelkuchen und Co. ist dennoch groß. Auch, weil es sich um Naschbäume handelt. Gepflanzt wurden sie auf einer Streuobstwiese neben der Kita.

Ausgedacht hat sich das der Seniorenclub Kraftwerk Boxberg. Nicht nur Erzieherinnen und Eltern der Kita finden das gut. Im vergangenen Jahr gab es sogar ein Preisgeld aus dem Sächsischen Mitmachfonds dafür. „Ich hätte nie gedacht, dass wir das Geld wirklich kriegen“, hatte Vereinsvorsitzende Angelika Güttler so ihre Zweifel. Doch schon sechs Wochen nach ihrem Antrag hätten sie das Geld gehabt, sagt sie jetzt. Umso größer sei die Freude gewesen.Die fachliche Umsetzung lag in den Händen der Gärtnerei von Martin Krautz in Weißwasser. Dieser habe nicht nur alte Sorten verwendet, sondern ebenso auf allergiearme Sorten geachtet. Auf der kleinen Streuobstwiese stehen jetzt Kirsch-, Aprikosen und Apfelbäume, wachsen nun ebenso Himbeersträucher.

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Seit 1997 unterstützt der Seniorenclub Kraftwerk Boxberg Kindereinrichtungen. Anfangs war es die Kita Waldwichtel der Arbeiterwohlfahrt, seit 2012 ist es die Kita Ulja. „Der Wechsel erfolgte, weil wir als Seniorenclub eine Einrichtung der Stadt fördern wollten“, begründet Angelika Güttler. Im Laufe der Jahre haben die Senioren mit viel Herzblut im wahrsten Sinne des Wortes so einiges auf die Beine gestellt. Sie bauten ein Gerätehaus, zwei Tische und vier Bänke für den Garten, ein Spielhaus, zwei große Spielzeugkisten aus Holz. Sie begleiteten die Kinder bei der „Mission Olympia“und sorgten bei anderer Gelegenheit für ein zweites Frühstück in der Kita Ulja.

An den Pflegeaktionen im Frühjahr und Herbst im Außengelände der Kita beteiligen sich regelmäßig an die 25 Senioren. Damit sie es leichter haben, spendierte der Club 2021 einen Rasentraktor und zwei Laubbläser. „Den Traktor kann auch der Hausmeister nutzen. Damit spart die Stadt Geld, die für solche Arbeiten bisher eine Fremdfirma beauftragte “, erklärt Reinhard Ludwig, der im Seniorenclub für die Verbindung zur Kita zuständig ist. Zur Bedingung habe man gemacht, dass der Rasentraktor lediglich durch die Kita Ulja genutzt werden darf, fügt er angesichts erster Anfragen nach einer Ausleihe hinzu.

Aktuell hat der Seniorenclub Kraftwerk Boxberg 213 Mitglieder, wie von Schatzmeisterin Hildegard Hänel zu erfahren ist. Die ursprüngliche Idee hinter so viel ehrenamtlichem Einsatz ist schnell erzählt. „Wir haben alle Enkel und jeder ist bestrebt, dass es den Enkeln gut geht“, sagt Angelika Güttler. Die Enkel einiger Mitglieder besuchten die Kita Ulja, andere aber „leben sonstwo“, so dass die Senioren froh seien, quasi für Ersatzenkel etwas tun zu können. Über die Jahre sei der Kontakt immer enger geworden. Die Mädels und Jungs bedanken sich eigentlich mit einem Programm zur Weihnachtsfeier bei den Senioren. Doch wegen der Corona-Pandemie wurde diesmal nichts daraus. Auch manch anderes musste deswegen ausfallen. Reinhard Ludwig aber ist zuversichtlich, dass die Senioren im Herbst ihre nächste Aktion in der Kita starten können.

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