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Offene Fenster in der Glasfachschule

Einige Stadträte in Weißwasser befürchten, dass das Objekt nicht ausreichend gesichert ist und es zu einer Katastrophe wie beim Volkshausbrand kommen könnte.

Die Glasfachschule in Weißwasser. Das Objekt vor Schäden durch Vandalismus zu sichern, ist seit dem Brand im Volkshaus wichtiger denn je.
Die Glasfachschule in Weißwasser. Das Objekt vor Schäden durch Vandalismus zu sichern, ist seit dem Brand im Volkshaus wichtiger denn je. © Constanze Knappe

Weißwasser. Offene Fenster mit nach außen wehenden Gardinen – in der Sondersitzung des Stadtrates Weißwasser präsentierte Kathrin Jung ein Foto, welches sie nach eigener Aussage zwei Stunden zuvor mit ihrem Handy an der Glasfachschule aufgenommen hatte. Sie wollte damit ihre Befürchtung stützen, dass das Objekt womöglich nicht ausreichend vor Vandalismus und unberechtigtem Zugang gesichert sei. Beim Brand des Volkshauses habe sie jedenfalls „gleich an die Glasfachschule gedacht“, betonte die SPD-Stadträtin. Denn auch dort gäbe es Begängnis. Für sie lässt das nur eine Schlussfolgerung zu: „Da müssen wir dringend was tun“, erklärte sie.

Mit ihrer Befürchtung, dass sich eine Katastrophe wie beim Brand des Volkshauses wiederholen könne, steht sie ganz offensichtlich nicht alleine da. Auch in der AfD-Fraktion sieht man dringenden Handlungsbedarf. Auf seine Nachfragen im Rathaus hatte Fraktionsvorsitzender Jens Glasewald (AfD) über Wochen keine Antwort erhalten – und sich deshalb weiter gewandt. „Wenn man Hinweise an die Verwaltung gibt und es passiert nichts, dann schreibt man auch mal an die Bauaufsicht“, sagte er. Wie er in der Sondersitzung des Stadtrats erklärte, müsse die Verwaltung das nicht als Angriff sehen. Und: „Gegenseitige Schuldzuweisungen helfen nicht weiter. Wir sind doch alle angetreten, etwas für die Stadt zu tun“, fügte er hinzu. Als Berufsfeuerwehrmann mache es ihn aber wütend, wenn noch Gardinen an den Fenstern hängen. Es sei ein Leichtes, da ein Feuerzeug dranzuhalten. Bei einem Arbeitseinsatz habe er gemeinsam mit Freiwilligen an der ehemaligen Ingenieurschule Bäume entfernt, um die Feuerwehrzufahrt wieder herzustellen. Insofern sei er nicht der Meinung von Feuerwehrchef Marcel Nestler, dass in der Glasfachschule „alles in Ordnung“ sei. „Ich appelliere an die Verantwortung der Stadt“, bekräftigte Jens Glasewald.

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Die Vorwürfe wollte Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) so nicht auf der Verwaltung sitzenlassen und wissen, mit welchen Mitarbeitern Glasewald da gesprochen hätte. Er habe das Gefühl, dass da jemand an den Pranger gestellt werden soll, so der OB. Nach seiner Aussage wurden in der Glasfachschule 40 Fenster überprüft. Grundsätzlich seien auch die Eingänge vor unbefugtem Eintritt gesichert worden. „Die kommunalen Gebäude werden jährlich im Rahmen einer umfangreichen Sicherheitsbegehung begutachtet. Festgestellte Mängel in Bezug auf Einbruchsicherheit und Gebäudeerhalt werden zeitnah abgestellt“, erklärte Torsten Pötzsch. In unregelmäßigen Abständen würden Kontrollen durch die Hausmeister erfolgen. 2019 sei „ein enormer Betrag“ in die Glasfachschule geflossen, etwa zur Sanierung der Regenrinnen. Und auch die Zufahrt sei aus seiner Sicht ausreichend gewährleistet. Arbeitseinsätze habe es auf dem Areal schon viele gegeben, „ohne dass immer so viel Wind gemacht wurde“. Baureferatsleiterin Dorit Baumeister ergänzte, dass es erst eine Woche vor dem Brand im Volkshaus in beiden Objekten Sicherheitsbegehungen gab. „In der Glasfachschule wurden Glasbruch und Stoffreste festgestellt“, räumte sie ein. Das aber sei umgehend beseitigt worden.

Für die Opposition waren die Auskünfte nicht erschöpfend. CDU/SPD-Fraktion wie die der AfD fordern eine lückenlose Aufklärung zum Brand im Volkshaus. Auch gehe es ihnen darum, leerstehende kommunale Gebäude so zu sichern, dass eine weitere Katastrophe möglichst verhindert wird.

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