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Ohne Martinstag-Traditionen und närrischem Volk

Im November gibt es normalerweise Martinstag-Umzüge und vor allem Veranstaltungen zum Start in die närrische Zeit. Wegen Corona ist Frohsinn abgesagt.

Martin von Tours, später Heiliger Martin, empfand sich der Sage nach nicht würdig als Bischof, versteckte sich in einem Gänsestall, um der Wahl zu entgehen. Doch die Tiere verrieten ihn schnatternd. Dafür müssen sie bis heute büßen – als Braten a
Martin von Tours, später Heiliger Martin, empfand sich der Sage nach nicht würdig als Bischof, versteckte sich in einem Gänsestall, um der Wahl zu entgehen. Doch die Tiere verrieten ihn schnatternd. Dafür müssen sie bis heute büßen – als Braten a © Joachim Rehle

Region. In Schleife würde heute ein Lampionumzug zu Ehren des Heiligen Martin stattfinden. Wegen Corona wurden er und das Martinsfeuer allerdings abgesagt. Somit bleiben am Martinstag nur Gedenken bei Gottesdiensten (die auch strengen Corona-Regeln unterliegen) und die Martinshörnchen beim Bäcker. Selbst viele der mit der Martin-Sage verbundenen Gänse wandern nicht in Topf und Pfanne, da Gaststätten zu bleiben müssen. Martinsgans gibt es also nur am heimischen Tisch.

Umzüge, Faschingsprogramme oder Übergaben von Rathausschlüsseln erfolgen heute auch nicht. Überall in den Faschingshochburgen der Region fällt der Auftakt der Fünften Jahreszeit wegen Corona aus. Die Vereine wissen nicht, ob und wie ab Januar 2021 Fasching möglich ist, da die aktuellen Covid-19-Regeln bis Ende November gelten. Ob es dann Lockerungen gibt, die das Üben der Programme, Veranstaltungen und Umzüge zulassen, ist unklar.

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Wegen der Planungsunsicherheit hat der Elferrat Bad Muskau (EBM) die Saison 2020/21 abgesagt. „Irgendwann muss man Entscheidungen treffen. Da wir nicht sagen können, was, in welcher Form und mit wie viel Gästen im Januar und Februar möglich sein wird, haben wir lieber komplett abgesagt“, so EBM-Präsident Stefan Schmalenberg. Sollte sich die Lage bessern, werde man sich „etwas einfallen“ lassen. Nur eines gibt es: die Muskauer Karnevalsplakette. Wer sie erwirbt, unterstützt den Verein und hat eine Erinnerung an eine 66. Faschingssaison, die es nicht gab.

Die 66. Saison gestrichen hat auch der Rietschener Karnevals Club (RKC), „Wir haben uns viele Gedanken gemacht, müssen aber schweren Herzens absagen“, begründet RKC-Chef Matthias Mönich. Schon vor Wochen seine 66. Saison gekippt hat der Pecherner Carnevals Club (PCC). „Wir nutzen die Zeit zum Renovieren des Vereinsraums; hoffen zampern zu dürfen, da wir das Geld wegen der Einnahmeausfälle dringend für die neue Saison benötigen“, sagt PCC-Chef Frank Förster.

„Unter Vorbehalt und einmal anders“ vorbereitet hatte der Uhyster Carnevals Verein (UCV), laut Thomas Noack, einen Open-Air-Start am 14. November mit Schlüsselübergabe und Miniprogramm im Volkspark. Warme Getränke, Heizpilze und Feuerschalen sollten dem Narrenvolk einheizen. Doch auch hier Aus der Traum – und warten auf Corona-Lockerungen.

Sorge statt Narretei herrscht ebenfalls bei den Daubitzer Karnevalisten. „Eigentlich sind wir für unseren Ideenreichtum bekannt“, so Vorsitzender Hagen Werner. Doch auch sie mussten den Auftakt absagen. „Uns Karnevalisten stimmt die derzeitige Situation sehr traurig. November ohne Karneval ist eigentlich nicht vorstellbar.“ Im August begannen die Vorbereitungen, wurde überlegt, wie Veranstaltung möglich werden. „Dass das gesamte Vereinsleben wieder zum Erliegen kam, bedauern alle und hoffen auf eine baldige Verbesserung. Denn Telefon und Internet ersetzen Gemeinschaft nicht!“.

Grit Brendel vom Kulturhaus-Verein Sagar sorgen die wirtschaftlichen Lockdown-Folgen. „2020 war eine sehr große Herausforderung. Bis auf den Karneval konnten wir keine Veranstaltungen durchführen. Auch Einnahmen durch Vermietung fielen teils weg. Bisher konnten wir die laufenden Kosten des Gebäudes tragen. Inwiefern es 2021 möglich wird, ist fraglich.“

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