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Weißwasser

Sachsenforst lässt „Wald von morgen“ anlegen

Die Pflanzaktion mit Bürgern am 7. November ist abgesagt. Doch es werden trotzdem Bäume bei Weißwasser gepflanzt.

In Weißwassers Tiergartenstraße/ Bahnübergang Waldeisenbahn stand einst ein Kiefernwald. Nun lässt Sachsenforst hier einen Laubwald per Handpflanzung anlegen.
In Weißwassers Tiergartenstraße/ Bahnübergang Waldeisenbahn stand einst ein Kiefernwald. Nun lässt Sachsenforst hier einen Laubwald per Handpflanzung anlegen. © Joachim Rehle

Weißwasser/Trebendorf. Vom Fichtenwald an der Ortsverbindungsstraße zwischen Weißwasser und Trebendorf ist nichts übrig, seit der Borkenkäfer hier einfiel: Alle Bäume wurden gefällt.

Es ist ein sichtbarer, wenn auch vergleichsweise kleiner Beleg dafür, wie angespannt die Situation in sächsischen Wäldern ist. Im Vergleich liegen die Schäden durch Borkenkäfer gut 10 Prozent über denen des Rekordjahres 2019. Und: Seit Oktober 2017 sind fast 8,5 Mio m³ Schadholz in den Wäldern Sachsens angefallen. Ein Großteil geht auf die Kappe des Borkenkäfers, der Rest ist Sturm- und Schneebruch geschuldet. Die immensen Waldschäden haben eine enorme Hilfsbereitschaft und Unterstützung der Bevölkerung bei der Wiederaufforstung hervorgerufen und dazu angeregt, ab 2020 vermehrt Pflanzaktionen im ganz Sachsen durchzuführen.

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6.700 Bäume und Sträucher

Eine Pflanzaktion für jedermann vom Staatsbetrieb Sachsenforst sollte diesen Sonnabend auch zwischen Weißwasser und Trebendorf stattfinden. Wegen Corona musste die Veranstaltung unterm Motto „Treffpunkt Wald“ abgesagt werden. Trotzdem werden in den nächsten Tagen 6.700 kleine Bäume und Sträucher per Hand gepflanzt – durch eine von Sachsenforst beauftragte Firma. „Auch die Firma muss per Hand die Eichen und Linden sowie die für Insekten, Kleintiere und Bienen freundlichen Sträucher der Waldrandgestaltung pflanzen, da es nicht mit Technik geht“, weiß Frank Dietrich vom Forstbezirk Oberlausitz, der im Hermannsdorfer Revier die Pflanzaktion mit begleitet hätte. „Es ist wichtig, dass die Pflanzen noch dieses Jahr in die Erde kommen. Momentan sind die Bedingungen gut, weil genügend Feuchtigkeit im Oberboden vorhanden, aber noch kein Frost da ist.“

Dass statt Kiefern nun Linden und Eichen gesetzt werden, die zur grünen Lunge heranwachsen werden, hat seinen Grund. Zum einen sind sie weniger anfällig für den Käfer. Zum anderen sind „Wälder von morgen“ wieder Misch- und Laubwälder, weil sie eine größere Wasserrückhaltefunktion als Kiefern-Monokulturen haben und auch wesentlich klimastabiler sind. Abgesehen davon sind funktionierende Wälder wichtige Sauerstoffspender, Erholungsorte und bieten Möglichkeiten, die Natur aus diversen Blickwinkeln kennenzulernen – zum Beispiel bei Treffpunkt Wald-Veranstaltungen des Sachsenforst; wenn Corona sie wieder zulässt.

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