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Schieben und Räumen im Akkord

Winter und Schneemassen haben die Region fest im Griff. Schneechaos gibt es in und um Weißwasser aber nicht.

Die Muskauer Straße in Weißwasser ist befahrbar, doch entlang der Straße türmen sich Schneeberge, was wiederum Fußgänger behindert und Anwohner ärgert.
Die Muskauer Straße in Weißwasser ist befahrbar, doch entlang der Straße türmen sich Schneeberge, was wiederum Fußgänger behindert und Anwohner ärgert. © Joachim Rehle

Vor dem Weißwasseraner Geschäft von Andreas Kaulfuß steht ein großes Werbeschild. Auf dem wird weithin sichtbar hingewiesen, dass es im Laden Schneeschieber zu kaufen gibt – natürlich gemäß den Corona-Auflagen für den Einzelhandel.

Die Nachfrage dürfte angesichts der Schneemassen, die in den letzten Tagen auch in und um Weißwasser fielen, groß sein. Schneechaos wie in anderen Landesteilen herrscht hier aber nicht: Der Verkehr rollt, Busse fahren laut den Fahrplänen, Strom- und Wärmeversorgung funktionieren ebenso wie Ampeln und Straßen sowie Gehwege sind den Witterungsverhältnissen entsprechend passierbar. Dafür sind private und kommunale Winterdienste sowie Bürger allerdings auch im winterlichen Dauereinsatz.

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Appell an Verständnis und Rücksicht

„Die Situation in unserem Wirtschaftshof ist aus personeller Sicht nicht besser als in jüngster Zeit. Aber die Mitarbeiter um Dirk Zimmer kämpfen rund um die Uhr gegen die Schneemassen“, so Weißwassers Oberbürgermeister (OB) Torsten Pötzsch mit Blick auf die extremen Schneefälle und die in der vergangenen Sitzung des Haupt- und Sozialausschusses geäußerte Kritik an freistaatlichen, städtischen, privaten Räumdiensten und -pflichten in der Stadt. Dass es derzeit gut beim Winterdienst klappt, zeigen die stetig in Weißwasser fahrenden großen und kleinen Räumfahrzeuge.

Der städtische Wirtschaftshof arbeitet aktuell im 24-Stunden-Schichtdienst, beräumt Straßen und Plätze nach einer Prioritätenliste. Trotz der Anstrengungen aller gibt es Konfliktpotenzial. So ärgert es Bürger, wenn der Schnee wieder auf von ihnen beräumte Bürgersteige geschoben wird. Mitarbeiter von Räumdiensten bemängeln, dass Anwohner Schnee von Bürgersteigen oder Zufahrten auf Straßen und Parkflächen schieben. Autofahrer ärgert es, dass es kaum noch hindernisfrei nutzbare Parktaschen in der Innenstadt gibt.

OB Pötzsch appelliert angesichts der Lage daher an gegenseitiges Verständnis. „Ich bitte alle, aufeinander Rücksicht zu nehmen und bei anhaltendem Schneefall auch nachhaltige Lösungen zu suchen. Wer die Möglichkeit hat, sollte deshalb Schnee auf seinem Grundstück lagern, weil es kaum noch Platz für Ablagerungen im öffentlichen Raum gibt. Achten Sie zudem bitte alle auf ihre Mitmenschen, auf freie Ein- und Ausfahrten und ob ältere Mitbürger eventuell Hilfe benötigen.“

Zufriedenstellend funktioniert der Winterdienst dagegen in Trebendorf und Mühlrose. Laut Bürgermeister Waldemar Locke habe es schon viele positive Äußerungen von Bürgern gegeben. Auch der im Herbst angeschaffte Traktor mit Schiebeschild habe sich als richtige Investition erwiesen. „Mit der vorhandenen Technik und den Gemeindearbeitern, die flexibel und täglich ab 6 Uhr in den Ortschaften unterwegs sind, haben wir den Winter im Griff.“

Enge Straßen machen Probleme

Mission Winter gilt auch in Bad Muskau für die vertraglich gebundene Firma sowie die technischen Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Schneeverwehungen, der allgemein schwierige Zustand durch die Schneemengen – sie übersteigen aktuell die Kapazitäten – sorgen jedoch hier und da für Probleme. „Wir wissen, wo es hakt, und es gibt allgemein keine größeren Störungen“, schätzt Bürgermeister Thomas Krahl ein, der gestern früh erst bei Bürgern vor Ort war, um Problemfälle individuell und schnell zu lösen. Eine Herausforderung, so Krahl, seien in der Stadt jedoch die vielen engen Straßen, in denen auch Autos parken dürfen. Folge: Durch die parkenden Autos sei es dem Winterdienst oft unmöglich, mit Schiebefahrzeugen durch die Straßen zu fahren und sie zu beräumen.

Fokus liegt auf Schneeberäumung

Als „winterlich und beherrschbar“ bezeichnet Torsten Steinert, Leiter des kreislichen Amtes für Hoch- und Tiefbau, zu dem auch die Straßenmeisterei Weißwasser gehört, die aktuelle Lage. „Es kam glücklicherweise nicht so schlimm wie befürchtet und wir konnten uns durch die Wettervorhersagen auf die Situation einstellen“, sagt er. Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Weißwasser seien in drei Schichten täglich von drei Uhr morgens bis 22 Uhr abends im Einsatz. Priorität habe das Schneeräumen. Zuerst auf Bundesstraßen, dann auf Landes- und danach auf Kreisstraßen. „Wenn der Schneefall nachlässt, konzentrieren wir uns aufs Salzen, damit alles taut“, blickt Steinert voraus. Im Gegensatz zu einigen Straßenabschnitten im Süden des Kreises, die gesperrt wurden, sei dies im Norden nicht der Fall. Hier habe er auch von Schneebruchschäden oder größeren Unfällen keine Kenntnis. „Ich bin sehr zufrieden, was unsere Leute leisten. Aber es muss auch klar sein, dass wir nicht überall gleichzeitig sein können.“

Und auch das gibt es: öffentliches Lob von Bürgern für die Kämpfer gegen Kälte und Schnee. Beispielsweise von Tageblatt-Leserin Frau Fiedler aus Weißwasser. „Die Zeitung kommt täglich pünktlich. Das ist bei der Witterungslage toll und dafür danke ich allen, besonders dem Zusteller!“.

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