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Schock in Weißwasser: Plötzlich brennt ein geparktes Auto

Donnerstagnachmittag rückte die Feuerwehr Weißwasser zu einem Autobrand auf dem Marktplatz aus. Es war ein ungewöhnlicher Einsatz.

Von Sabine Larbig
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Der Mercedes, Baujahr 2007, ist nach Brand und Löschung nicht nur ein Versicherungsfall, sondern wohl auch ein Totalschaden.
Der Mercedes, Baujahr 2007, ist nach Brand und Löschung nicht nur ein Versicherungsfall, sondern wohl auch ein Totalschaden. © Sabine Larbig

Weißwasser. Mit Blaulicht rasten gegen 16 Uhr zwei voll besetzte Löschfahrzeuge durch Weißwasser. Ihr Ziel: Der Marktplatz von Weißwasser, wo ein parkendes Auto brannte. Der Brand, der schnell gelöscht werden und somit nicht auf andere abgeparkte Fahrzeuge übergreifen konnte, war keine Folge eines Anschlages oder Unfalls.

Ein Grund, weshalb der Besitzer des Autos dem Einsatz der Rettungskräfte ungläubig und hilflos zusah. „Ich hatte mir das Auto gerade angeschafft, wollte meine entsprechenden Papiere im Bürgerbüro abholen, als ich merkte, dass ich dafür etwas im Auto vergessen hatte. Ich lief zurück zum Parkplatz und sah, dass mein Auto qualmte und zu brennen begann“, erzählt der dennoch gefasste junge Mann gegenüber TAGEBLATT. „Die Anmeldung hätte ich mir echt sparen können“, scherzte er etwas gequält angesichts der Probleme sowie Wege, Versicherungsfragen, die nun vor ihm stehen. Warum das Auto brannte, konnte er sich nicht erklären. Laut Sprecher Martin Laue von der Polizeidirektion Görlitz kam es vermutlich durch einen technischen Defekt zu dem Brand, der sich unter der Motorhaube entwickelt hatte. Dies hatten bereits die Kameraden während des Einsatzes vermutet. „Derartige spontane Autobrände sind selten. Doch ein oder zwei Mal im Jahr müssen wir dazu ausrücken“, erklärt Wehrleiter Marcel Nestler, der mit seinen Kameraden mit im Einsatz war.

Erster Einsatz für neues Löschmittel

Obgleich die Löschung weder kompliziert noch langwierig war, waren alle Retter in Schutzkleidung und mit Atemmasken ausgestattet vor Ort. Grund: Bei Autobränden bestehen viele Gefahren für Umfeld und Feuerwehrleute. Die reichen beispielsweise von explosionsartigem Bersten von Gasdruckdämpfern, Reifen, Felgen über die Gesundheitsrisiken durch kohlenstoff-faserverstärkte Kunststoffe, auslaufende Betriebsstoffe oder platzende Batterien oder Flammenübersprung und Funkenflug. Außerdem können brennende und sogar gelöschte Fahrzeuge – noch nach vielen Stunden – ohne Fremdeinwirkung den Motor starten und sich in Bewegung setzen. All dies sind Gründe, weshalb bei Fahrzeugbränden stets mit mehreren Fahrzeugen und Kameraden in Schutzausrüstung angerückt und nach der Brandbekämpfung die Fahrzeugbatterie stets abgeklemmt wird.

Bei dem nicht alltäglichen Autobrand in Weißwasser kam zudem erstmals ein speziell entwickeltes Multifunktionslöschmittel zum praktischen Einsatz. Das Löschmittel eines Herstellers aus Neuruppin ist erst seit gut einem Jahr auf dem Markt. Die Feuerwehr Weißwasser schaffte es, und Spezialzubehör, zu Ende vorigen Jahres an. „Das Mittel ist zuverlässig und umweltfreundlich, löscht sogar Brände von E-Autos. Diese Fahrzeuge nehmen auch in unserer Region stetig zu“, begründet Wehrleiter Marcel Nestler die im Vergleich nicht gerade billige, aber sinnvolle Neuanschaffung.

Wie hoch der durch den spontanen Autobrand entstandene Schaden ist, konnte die Polizei noch nicht beziffern. Für Wehrleiter Marcel Nestler steht aber fest, dass alles noch glimpflich ausgegangen ist. Zumindest, was mögliche Brandfolgen und die Sicherheit von Menschen betrifft. „Es hätte alles viel schlimmer ausgehen können. Doch glücklicherweise stand das Auto auf einem offenem Parkplatz und nicht in einem Parkhaus oder einer Garage und es war auch niemand im Auto.“ Insofern sei es Glück im Unglück gewesen.