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Schuleinführungen ohne Gäste?

Sonnabend begrüßen die Grundschulen der Region ihre ABC-Schützen. Der Ablauf der Feiern ist nicht überall gleich.

©  dpa/Symbolbild

Ein großes Ereignis, auf das sich angehende Erstklässler seit Wochen freuen: Der Schulbeginn! Nicht nur, weil die Mädchen und Jungen dann endlich Schulkinder sind, sondern vor allem, weil der Eintritt in den neuen Lebensabschnitt mit prall gefüllten Zuckertüten versüßt wird. Aber wegen Corona, wieder steigender Inzidenzzahlen und einer in der Vorwoche neu erlassenen sächsischen Corona-Schutzverordnung unterscheiden sich auch 2021 die Begrüßungszeremonien für die Schulanfänger in den Grundschulen hinsichtlich der Veranstaltungsorte und Gästezahlen.

Kritik zu Lösung in Bad Muskau

Für manche Familien bringen die von den Schulen festgelegten Regelungen Probleme. So, wie bei Familie Mäder aus Kromlau. „Unsere Tochter Sonja wird in die Grundschule Bad Muskau eingeschult. Darauf freuen sich auch ihre Großeltern, ihr Bruder Ben und ihre Schwester Annika. Leider kann nicht die ganze Familie an der Feier in der Turnhalle teilnehmen, weil die Zahl der Gäste begrenzt ist und Ben gar nicht teilnehmen darf“, erzählt Katja Mäder. „Wir müssen deshalb nun klären, wer aus der Familie nicht bei der Feier am Vormittag dabei sein kann und die Betreuung von Ben übernimmt“, erklärt die Mutter verärgert. Viele Optionen habe die Familie nicht. Da die Großeltern wegen der Entfernung von 200 Kilometern erst nachmittags in Bad Muskau anreisen, müsse entweder ein Elternteil oder die große Schwester auf den Festakt verzichten. Zudem kritisiert Katja Mäder die Sinnhaftigkeit der Festlegung hinsichtlich nicht schulpflichtiger Kinder. „Haushaltsfremde Personen wie Omas und Opas dürfen zur Feier, die kleinen Geschwister aber nicht. Wie wir stehen nun sicher manche Familien vor der Frage, wen sie ausladen.“ Außerdem, so die Kromlauerin weiter, würden sich Geschwister jeden Alters auf die Schuleingangsfeiern freuen. „Die Kinder haben, egal ob in der Kindertagesstätte oder Schule, durch die Pandemie sehr gelitten und auf vieles, wie Freunde-Treffen, Ausflüge oder Feste, verzichten müssen.“ Umso mehr würden sie sich auf Höhepunkte wie das Zuckertütenfest freuen. „Denn das ist für die ganze Familie ein besonderes Ereignis“, so die Mutter.

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Dass in Bad Muskau die Gästezahl auf sechs (Eltern und Großeltern) begrenzt ist und nicht schulpflichtige Kinder von der Einschulungsveranstaltung ausgeschlossen sind, teilt die Grundschule „Fürst Pückler“ auch auf ihrer Internetseite und per Schul-App mit. Bürgermeister Thomas Krahl steht hinter der Regelung: Laut seiner Aussage sei man froh, eine Lösung gefunden zu haben, die überhaupt Gäste zulässt. „Die Einschränkungen tun uns leid, und die Aufregung einiger Eltern ist verständlich. Aber bei Kleinkindern kann die Einhaltung der Abstandsregeln einfach nicht garantiert werden, und im Vergleich zum Vorjahr, wo nur Eltern teilnehmen durften, kommen wir den Familien in diesem Jahr durchaus entgegen“, erklärt Krahl mit Blick auf die Handhabung der Feiern in Schulen umliegender Kommunen.

Nur Eltern in Sagar und Boxberg

So dürfen in der Grundschule „Neißekinder“ in Sagar lediglich die Eltern der 40 in zwei Klassen einzuschulenden Kinder am jeweiligen Festakt im örtlichen Kulturhaus teilnehmen. „Falls kurzfristig noch Lockerungen möglich werden, erfahren es die Eltern am Freitag bei der Abgabe der Zuckertüten von den Lehrern, bei denen sie auch konkret nachfragen können“, informiert Schulsekretärin Christine Noack.

Ebenfalls nur die Eltern sind bei der Einschulungsfeier in Boxberg zugelassen. Ohnehin seien ja etliche Geschwisterkinder am Programm beteiligt. Schulleiterin Angela Frenzel wird am Sonnabend 34 Kinder in den zwei neuen ersten Klassen begrüßen. Für die Feierstunde in der Turnhalle werden die Stühle immer paarweise gestellt, so dass genügend Abstand zu den anderen Plätzen besteht. Wie schon im Vorjahr bekommen die Kinder bei (hoffentlich) schönem Wetter ihre Zuckertüten anschließend im Hof. Auch eine kleine Überraschung wird es geben. „Es ist eine für alle Beteiligten angespannte Situation. Wir wollen den Kindern trotzdem eine schöne Schuleingangsfeier bereiten“, erklärt Angela Frenzel, deren Enkelkind in Dresden eingeschult wird. Dort gebe es gar keine Feierstunde, so die Boxberger Schulleiterin. Sie startet mit vollzähligem Kollegium ins neue Schuljahr und freut sich darauf.

Eine Herausforderung wird die Vereinbarung von Schulbetrieb und Bauarbeiten. Aktuell läuft in der Grundschule „Lernoase“ der dritte Bauabschnitt zur brandschutztechnischen Ertüchtigung des Gebäudes. Sie sei überrascht, wie viel in den Ferien geschafft wurde. „Viel mehr als gedacht“, sagt sie anerkennend. Wegen Lieferproblemen beim Material gibt es aber auch Verzögerungen. „Ich bin mir sicher, dass wir Schulbetrieb und Bauen gemeinsam hinkriegen“, betont sie dennoch.

Vier Begleitpersonen in Schleife

Zwei Schuleingangsfeiern finden in der Grundschule „Dr. Maria Grollmuß“ in Schleife statt. Dort wird die Schulleiterin insgesamt 49 Neulinge begrüßen. „Pro Lernanfänger sind vier Begleitpersonen erlaubt. Wir überlassen es den Eltern, wen sie noch mitbringen“, so Petra Rübesam. Die Schulen seien ja angehalten, die Einschulung kürzer zu halten. Nach dem Programm in der Mensa gehen die Schulanfänger in ihr Klassenzimmer, anschließend werden im Hof die Zuckertüten übergeben. Ebenfalls mit einer kleinen Überraschung.

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Generell gilt, dass Familien gemeinsam zum Einlass kommen sollen; dass – laut Information des sächsischen Kultusministeriums – weder Erstklässler noch Gäste einen aktuellen Corona-Test benötigen; dass Mund- Nasen-Schutz mitzubringen und die Abstandsregeln einzuhalten sind.

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