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So geht Zukunft

In Weißwasser zeigen Technik-Schau, Fab-Labor und innovative Werkstatt, was Technik kann: Helfen und Begeistern.

Oskar Schutza war begeistert, was Michael Ogriseck erklärte, mit ihm probierte.
Oskar Schutza war begeistert, was Michael Ogriseck erklärte, mit ihm probierte. © Sabine Larbig

Oliver Franke hat ein Modellschiff. Der Elftklässler (Richtung Fachabitur Technik) ist begeisterter Modellbauer. Auch deshalb wollte er sein Schiff im Inneren ausstatten. Um die Miniaturarbeiten möglich zu machen, schaffte er sich einen 3D-Drucker an, mit dem er Möbel und Einrichtungsgegenstände herstellte.

Weil Oliver weiß, dass Robotik und Zukunftstechnologien auch in Wirtschaft und Handwerk auf dem Vormarsch sind, meldete er sich für ein Angebot der IHK Dresden und der Hochschule Görlitz/Zittau in der Telux Weißwasser an. Die waren mit dem „Kompetenzzentrum Digitales Handwerk“ – einer Technik-Roadshow – auf Sachsentour und machten dabei Station in Weißwasser. Insgesamt 16 Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren hatten sich dafür angemeldet. Für Coronazeiten, wo Voranmeldungen nötig sein, ein Erfolg. Das sagt jedenfalls Ulrich Goedecke, Abteilungsleiter Innovation und Technologie bei der Handwerkskammer. „Wer kam, war wirklich interessiert“, meint er und zeigt auf die aufgebauten Stationen, an denen Jugendliche mit Experten die Einsatzmöglichkeiten von Robotern, Laser-Cuttern, Virtual-Reality-Brillen oder 3D-Druckern ausprobieren.

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Jugend, Technik und Handwerk

Oliver steht an einem Tisch mit einem Roboter, der Bauteile, Paletten und Kisten bewegt. Der Weißwasseraner Schüler ist vom Industrieroboter im Miniformat begeistert. „Da ich mich beruflich in Richtung Technik und Robotik orientiere, wollte ich erfahren, was es an Berufen und Möglichkeiten so auf dem Markt gibt“, begründet er seine Teilnahme an der Roadshow.

„Genau das ist der Grund, weshalb wir auf Tour in Schulen, Unternehmen, Vereinen oder Ausbildungsmessen gehen. Wir wollen zeigen, wie Technik in klein- und mittelständischen sowie Handwerksbetrieben immer mehr Aufgaben übernimmt“, erklärt Goedecke und nennt Beispiele: Bei Steinmetzen, sagt er, würden immer öfter Roboter und Webcams die körperlich anstrengende Arbeit übernehmen. „Die schaffen die Arbeit in drei Tagen statt zwei Wochen, entlasten die Angestellten, die damit wieder mehr Zeit für das Wesentliche haben: handwerkliche Feinarbeit und künstlerisches Handwerk.“ Bei Tischlernwürden interaktive 3D-Visualisierungen von der Idee bis zum Produkt eingesetzt, wodurch maßgefertigte Möbel möglich werden. „Herkömmliche CNC-Maschinen können auch keine Ornamente oder Wendeltreppen machen.“ Selbst die Konstruktion von Bauteilen, weiß der Abteilungsleiter, erfolge inzwischen in 3D – und mit VR-Brillen erlernen Auszubildende virtuell das Schweißerhandwerk ganz ohne Gefahren. „Innovative Technologien verändern Lebens- und Arbeitswelten, fordern auch das Handwerk heraus. Das braucht Mitarbeiter, die sich auskennen. „Um Jugendliche wieder für Handwerksberufe zu begeistern, sind wir mit der Technikschau unterwegs“, unterstreicht Goedecke.

Weißwasser bekommt Fab-Labor

An seiner Seite ist ebenfalls Michael Ogriseck. Der junge Mann ist an einem Patent beteiligt, wie er Oskar Schutza erzählt, während sie gemeinsam einen Roboter mit Kamera programmieren. „Der wird bei Schleifprozessen eingesetzt; kann selbstständig Konturen, Farben und den nötigen Kräfteeinsatz erkennen“, erklärt Ogriseck. „Ähnliche Roboter sind im Automobilbau bei der Qualitätskontrolle im Einsatz. Sogar ganze Häuser können anhand von 3D-Daten und mit Lkws mit Roboterarmen gebaut werden. Ehrlich gesagt, braucht es nur Fantasie, um Roboter für uns einzusetzen. Die Kunst ist, Daten einzugeben und zu speichern.“ Von den Möglichkeiten zeigt sich der 15-jährige Oliver begeistert. „Um mehr zu lernen und auszuprobieren, werde ich beim Fab-Labor im Soziokulturellen Zentrum Telux mitmachen.“

Technikschau kommt 2021 wieder

Noch existiert es nicht. Doch es ist, wie eine innovative Werkstatt, im Aufbau. Mit den Angeboten, für deren materielle und technische Ausstattung es Geld vom sächsischen Mitmachfonds sowie Spenden (wie von den Powerfrauen Weißwasser) gab, sollen unter anderem Roboter, 3D-Drucker, CNC-Maschinen und mehr angeschafft werden. „Wir wollen so Jugendliche für Technik begeistern und für den Ausbildungsmarkt fit machen“, erklärt Christian Klämbt vom Verein Mobile Jugendarbeit. Kooperiert werden soll mit regionalen Unternehmen, um spätere Mitarbeiter und interessierte Auszubildende für die sich verändernden Berufe gewinnen zu können. „So profitieren technikbegeisterte Jugendliche, die in ihrer Freizeit in Fab-Labor und Werkstatt an eigenen Projekten oder Aufträgen von Vereinen arbeiten. Hochschulen finden Studenten, Firmen künftige Mitarbeiter und (auch darauf hoffen wir durch das Angebot) gut ausgebildete Jugendliche bleiben in der Heimat und wandern nicht ab“, skizziert Klämbt die Projektziele.

2021, wenn Labor und Werkstatt arbeiten, kommt auch die Technik-Road-Show der Handwerkskammer Dresden wieder in die Telux. „Das Umfeld in Weißwasser ist ideal. Wir können so noch besser zeigen, wie toll und einsetzbar Technik ist“, begründet Abteilungsleiter Ulrich Goedecke.

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