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Weißwasser

Spaziergang zum Holocaust-Gedenken

Eine öffentliche Veranstaltung in Weißwasser ist nicht möglich. Der OB hat aber einen Vorschlag.

An Holocaust-Gedenkstätten, wie hier dem Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin, können wegen der Corona-Regeln diesmal keine gemeinsamen Veranstaltungen zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust stttfinden.
An Holocaust-Gedenkstätten, wie hier dem Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin, können wegen der Corona-Regeln diesmal keine gemeinsamen Veranstaltungen zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust stttfinden. © dpa

Weißwasser. Eine Veranstaltung zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust ist aufgrund der Corona-Schutzverordnung in diesem Jahr nicht durchführbar. Nachgeholt kann der Gedenktag auch nicht – denn es war nun mal der 27. Januar 1945, als Überlebende des NS-Vernichtungslagers Auschwitz befreit wurden. Deshalb haben Vertreter der Evangelischen Kirchgemeinde in Weißwasser und Mitglieder der Initiativgruppe Stolpersteine mit Oberbürgermeister Torsten Pötzsch beraten, wie dennoch an diesem Gedenktag erinnert werden kann.

Diakon Ernst Opitz sagt: „Wir wollten trotz und gerade in der Corona-Situation an diesen so wichtigen Gedenktag erinnern. Jeder hat das Recht, sein Gedenken auch zum Ausdruck zu bringen.“ Doch weder eine zentrale Veranstaltung, noch eine Staffelung von Terminen, weder Sicherheitsabstände, noch extra Hygieneregelungen würden angesichts der derzeitigen Schutzverordnungen ein gemeinsames Gedenken möglich machen. OB Pötzsch: „Wir sehen nur die Lösung, dass individuelle Spaziergänge an der frischen Luft nicht nur der körperlichen Gesundheit dienen, sondern auch der seelischen – deshalb werde ich diesem Tag allein am Mahnmal gedenken.“Das können auch andere Interessierte tun. „Ich bitte nur eindringlich, darauf zu achten, dass es nicht zu einer Versammlung selbst nur mit einigen wenigen Personen am Mahnmal kommt“, so Pötzsch.

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Gelebtes Geschichtsbewusstsein

Neben dem Gedenkstein am Kromlauer Weg ist auch die Muskauer Straße/Ecke Karl Marx Straße ein Ort, der bei einem Spaziergang angesteuert werden kann. Ernst Opitz würde sich freuen, wenn Menschen quasi im Vorbeigehen eine Kerze oder Blumen niederlegen. Und noch einen symbolischen Spaziergang gibt es: an drei Stellen, die eng mit der jüdischen Geschichte in Weißwasser verbunden sind - an der Dr.-Altmann-Straße, der Muskauer Straße und der Straße des Friedens. Alles Orte, an denen Juden in Weißwasser einst wohnten und am 10. November 1938 Opfer von Hass und Gewalt wurden. Ein stilles Gedenken am Mittwoch bei einem Spaziergang ist damit in diesem Jahr gelebtes Geschichtsbewusstsein. (red/fth)

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