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Beim Spitzenreiter nichts zu holen

Die Ravensburger sind den Füchsen vor allem in Sachen Effektivität weit überlegen.

Von Frank Thümmler
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Es war nicht so, dass die Füchse in Ravensburg keine Chancen hatten. Hier scheitert Stephane Döring an Torwart Langmann.
Es war nicht so, dass die Füchse in Ravensburg keine Chancen hatten. Hier scheitert Stephane Döring an Torwart Langmann. © Titus Fischer

Die Lausitzer Füchse kehren mit leeren Händen von der langen Fahrt nach Ravensburg zurück. Beim Spitzenreiter spielten sie über weite Strecken gut mit, waren aber in der Chancenauswertung deutlich schlechter als die Gastgeber. Folgerichtig unterlagen sie mit 4:1 – gemessen an den Spielanteilen sicherlich zu hoch.

Die Füchse begannen beim Spitzenreiter durchaus selbstbewusst. Füchse-Stürmer Quenneville gab den ersten Schuss des Spiels ab, aber Ravensburgs Tormann Langmann, der am Dienstag in Crimmitschau unbezwungen geblieben war, hielt. Die Füchse wirkten danach besser im Spiel, schafften es immer wieder, ins Angriffsdrittel zu kommen und dort auch Schüsse abzugeben. Eine erste Chance für die Gastgeber gab es nach einem Schuss, den Torwart Hungerecker parierte, dessen Abpraller aber vom Schlittschuh des Linesmen am Außennetz des Füchse-Tores landete, aber die Füchse konnten die Situation bereinigen. Aber die Füchse blieben im Spiel. Mäkitalo hatte nach einer schönen Einzelleistung eine Schusschance. Dann gerieten die Füchse unter Druck, als die Breitkreuz-Reihe zu lange auf dem Eis stand. Kania misslang dann die Befreiung mit einem Schlenzer über das Plexiglas – Unterzahl. Und das wurde gleich bestraft. Hungerecker musste einen Schlenzer prallen lassen, und Ex-Fuchs Dietz beförderte die Scheibe zum 1:0 ins Tor. Wenig später musste Füchse-Verteidiger Baxmann nach einem Bandencheck auf die Strafbank. Diese Unterzahl überstanden die Füchse. Döring hatte dann eine Konterchance im Alleingang, scheiterte aber an Langmann. In der letzten Minute des Auftaktdrittels hatten die Füchse noch eine 3:2-Konterchance, aber statt des Pucks landete Quenneville im Tor der Gastgeber. Kurz vor Drittelende ging der Arm des Schiedsrichters das erste Mal für eine Strafe gegen die Ravensburger nach oben, aber der gefoulte Kania revanchierte sich in der selben Szene und musste mit auf die Strafbank: Vier gegen Vier.

Die Anfangsphase des Mitteldrittels war völlig ausgeglichen. Die erste echte Chance ergab sich, als die Top-Reihe bei einem 3:2-Angriff den Puck verlor und selbst in eine Konter lief. Czarnik scheiterte an Hungerecker, und auch zwei Nachschüsse konnten abgewehrt werden. Wenig später aber war es soweit: Der Ravensburger Kapitän Mayer fälschte einen scharfen Pass von Dosch vor dem Tor an den Pfosten ab, der Abpraller fiel vor seinen Schläger und er verwandelte ihn im Hechtsprung zum 2:0. Die Füchse versuchten eine Antwort, hatten vor allem durch Quenneville eine gute Schusschance. Dann kassierte Detig eine Strafe, was die Füchse-Bank deshalb ein wenig aufbrachte, weil sich die Schiedsrichter bei einigen Szenen zuvor großzügiger gezeigt hatten. Die Unterzahl überstanden die Füchse mit viel Kampf, blieben aber danach unter Druck (mit einer Chance für den Ex-Fuchs Hessler), is die Top-Reihe der Füchse wieder auf dem Eis war. Da kam Garlent zwei Meter vor dem Tor zum Schuss, aber das Tor war dicht. Wenig später parierte Ravensburgs Tormann Langmann klasse gegen einen Schuss von Garlent auf die lange Ecke, als Quenneville schon auf den Abpraller wartete. Der größte Unterschied zwischen beiden Mannschaften nach zwei Dritteln: die Effektivität. In der Drittelpause macht Quenneville bei Sprade-TV deutlich, dass es schon genug Chancen gab, aber der Torwart stark war. Und dass es vielleicht auch mal ein Überzahlspiel braucht. „Verdient hatten wir schon einige davon“, war er sich sicher.

Die Füchse brauchten zu Beginn des Schlussdrittels unbedingt ein Tor. Das Spiel blieb aber ausgeglichen, klare Chancen blieben die Ausnahme. Hungerecker musste nach einem Abpraller ein zweites Mal zupacken. Die Schüsse der Füchse wurden bei meist freier Sicht leichte Beute für Torwart Langmann. Nach einem Riesenfehler von Breitkreuz und Kuschel hinter dem eigenen Tor, die den Puck an Hessler verloren, fiel das vorentscheidende 3:0. Zwei Spieler tauchten allein vor dem Tor von Hungerecker auf, der den Schuss noch hielt, aber beim Nachschuss war das Tor leer. 16 Sekunden später stand es 4:0. Dosch konnte unbedrängt ins Drittel laufen und traf vom Bullypunkt hoch in die kurze Ecke (47.). Beim nächsten Angriff zeigte sich der Unterschied erneut: Mäkitalo wurde vor dem Tor völlig frei gespielt. Aber er bekam den Puck an Langmann nicht vorbei, wurde dann zu Boden gestoßen und bekam einen Schläger auf den Helm. Breitkreuz kam „zu Hilfe“ und ging letztlich mit dem foulenden Ravensburger auf die Strafbank. Quenneville gelang mit einem Distanzschuss der Ehrentreffer. Vier Minuten vor Schluss nahm Füchse-Trainer Chris Straube sogar noch den Tormann vom Eis. Aber es fiel nur der Gegentreffer zum 5:1, und 30 Sekunden vor Schluss auch noch das 6:1.

Alles andere als eine Niederlage in Ravensburg wäre auch eine Überraschung gewesen. Nun geht es am Sonntag gegen das Team aus Bad Nauheim.

Statistik

Ravensburg Towerstars–Lausitzer Füchse 6:1 (1:0, 1:0, 4:1)

Tore: 1:0 Fabian Dietz 14:00 (Überzahl, Sarault), 2:0 Vincenz Mayer 27:33 (Saakyan , Dosch), 3:0 Enrico Henriquez-Morales 46:03 (Hessler, Dosch), 4:0 Alexander Dosch 46:19 (Henriquez-Morales, Ketterer), 4:1 Peter Quenneville 48:44 (Mueller), 5:1 Josh MacDonald 58:34 (Pfaffengut), 6:1 Vincenz Mayer 59:27 (Saakyan, Dietz)