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Weißwasser

Da war mehr als ein Punkt drin

Die Lausitzer Füchse verlieren gegen Freiburg im Penaltyschießen. Am Ende fehlt die letzte Entschlossenheit.

Ein neues Gesicht unter dem roten Helm: Die Farben des Top-Scorers trug am Donnerstag Rylan Schwartz. Der nominell beste Punkter Kale Kerbashian war nicht im Kader: zu wenig Arbeit in der Defensive.
Ein neues Gesicht unter dem roten Helm: Die Farben des Top-Scorers trug am Donnerstag Rylan Schwartz. Der nominell beste Punkter Kale Kerbashian war nicht im Kader: zu wenig Arbeit in der Defensive. © Thomas Heide

Teil eins des Heimspiel-Doppelpacks gegen die Freiburger Wölfe am Donnestagabend endete mit einem Teilerfolg für die Lausitzer Füchse. Nach der 3:4-Niederlage im Penaltyschießen konnten sie gegen die formstarken Breisgauer immerhin einen Punkt verbuchen. Am Ende fehlte vielleicht etwas die Risikobereitschaft, um mehr mit zunehmen. Es wäre auf jeden Fall drin gewesen.

Das Spiel begann mit einer Überraschung: Während weiter keine regulären Zuschauer in die Arena durften, fand sich einer auf der Tribüne wieder, der eigentlich auf dem Eis erwartet wurde: Top-Scorer Kale Kerbashian bekam von Chris Straube eine Denkpause verpasst. Defensivschwächen lautete die Begründung, die ein Fingerzeig war: Es gilt, an einem Strang zu ziehen und dm Gegner das Toreschießen schwerer zu machen als etwa am vergangenen Sonntag (3:6 gegen Bietighei

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m) – auf allen Positionen. Das gelang Weißwasser am Donnerstagabend recht gut.
Beide Mannschaften begannen eher verhalten, als würden sie ab der ersten Minute Kraft sparen angesichts des außergewöhnlichen Spielplans. Vier Spiele in fünf Tagen standen für die Füchse beginnend mit Donnerstagabend an, die Wölfe hatten am Dienstag noch in Crimmitschau gespielt und 4:3 gewonnen.

Intensiver wurde es nach zehn Minuten. Chance Füchse – Chance Wölfe – Tor Füchse hieß es binnen weniger Sekunden. Brad Ross war es, der die Scheibe steil vor das Tor brachte, wo Luis Rentsch vor dem Verteidiger mit der Kelle dran war und sie ins Netz beförderte. Der wieder sehr aktive Bennett Roßmy nahm kurz darauf Fahrt auf, ließ einen Verteidiger stehen und traf mit der Rückhand durch die Beine von Benjamin Meisner sogar zum 2:0. Angesichts der vom Füchse-Coach verordneten Abwesenheit des Topscorers waren es also die dritte und die vierte Reihe, die für die Tore sorgten.

Junge Reihen stechen heraus

Weißwasser hatte das Spiel in dieser Phase in Griff, musste dann aber erleben, wie sich die Wölfe berappelten. Die wollten ihre Serie von fünf Siegen in Folge nicht so einfach hergeben. So kamen sie kurz vor der Drittelpause zum Anschluss. Andreé Hult spielte Doppelpass mit Christian Billich und traf trocken – sein 18. Saisontor.
Das zweite Drittel bot ein offenes Spiel, in dem sich manches wiederholte. Wieder trugen sich Billich und Hult als Vorlagengeber und Torschütze ein. Beim Ausgleichstor herrschte Chaos vor dem Füchsetor, am Ende hatte Hult die gänzlich leere Bude vor sich. Wieder sorgten die hinteren Füchse-Reihen für die gefährlichsten Aktionen. Nirschl baute sich als Sichtblock vor Ben Meisner auf, Nick Walters hielt aus der Distanz drauf. Der nicht immer souverän wirkende Goalie der Freiburger bekam die Scheibe zum 3:2 durch die Schoner. Und wieder kassierten die Füchse ein Gegentor in den letzten Sekunden vor der Sirene. Es war der bislang etwas enttäuschende Neuzugang Evan Mosey, der in Überzahl für Freiburg zum 3:3 traf. Die zweitbeste Powerplay-Mannschaft der Liga braucht sonst etwas mehr als vier Überzahlspiele für ein Tor, hier genügte das erste. Man sah, dass Weißwasser insgesamt Strafen vermeiden wollte, wissend, wie stark die Wölfe das auszunutzen verstanden. Hier war es der 20-jährige Nirschl, der vor dem Ausgleich zu ungestüm zu Werke ging.

Auffallend war auch, dass die nominell stärkste Reihe nicht gut harmonierte. Man konnte Rylan Schwartz beobachten, wie er über Jonathon Martin schimpfte, der mal wieder einen Pass ungenau spielte. Hier fehlte augenscheinlich einer wie Kale Kerbashian, um Lücken zu reißen und mit feinerer Klinge aufzulegen.

Im Schlussdrittel bot sich den Füchsen zweimal die Chance, in Überzahl wieder in Führung zu gehen. Die erste Gelegenheit verstrich mit Ungenauigkeiten und ohne echten Abschluss der Weißwasseraner. Die zweite sah vielversprechender aus. Martin scheiterte an Meisner, aber schon waren die zwei Minuten wieder um. Auch die Gäste konnten ein Powerplay dieses Mal nicht nutzen, ebenso wenig wie die Füchse einige gute Chancen zur Mitte des Drittels. Meisner machte jetzt im Freiburger Tor alles richtig. In den letzten Minuten waren beiden Teams vor allem auf Fehlervermeidung bedacht. Dann aber kam Nirschl aus kurzer Entfernung zur Riesenchance auf den Siegtreffer, scheiterte aber ebenso wie Jordan George auf der anderen Seite. Der frühere Fuchs wurde vor der Partie noch geehrt. Er wurde zum Fuchse des Jahres der vergangenen Saison geehrt.

Mit der Sirene nach 60 Minuten hatten sich die Füchse einen Punkt sicher verdient. Im Spiel Drei gegen Drei war fast nur Weißwasser im Puckbesitz, Freiburg lautert auf Konter. Zu echten Gelegenheiten kam keine Mannschaft, den Füchsen fehlten wohl Kraft und auch Selbstvertrauen, um sich noch einmal entscheidend durchzusetzen.

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Auch im Penaltyschießen waren die drei Weißwasseraner Schützen eher zaghaft unterwegs, Nick Ross (verzögerte sehr lange), Schwartz (vertrickst sich) und Clark (scheitert an Meisner). Für Freiburg fand Scott Allen die perfekte Bewegung, überlistete Mac Carruth und sorgte für den Auswärtssieg. Schon am heutigen Freitag geht es für die Füchse erneut zu Hause gegen die Wölfe. Auch wenn wieder keine Zuschauer in die Halle dürfen – das Match wird wie alle DEL-Partien der Füchse über die Plattform Sprade.tv übertragen.

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