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Weißwasser

Da war mehr drin für die Lausitzer Füchse

Weißwasser verliert das Derby in Dresden in der Verlängerung. Ursache sind individuelle Fehler – und Schiri-Pech.

Kale Kerbashian (Mitte) war in Dresden der überragende Füchse-Spieler. Er wirbelte die Eislöwen-Abwehr durcheinander.
Kale Kerbashian (Mitte) war in Dresden der überragende Füchse-Spieler. Er wirbelte die Eislöwen-Abwehr durcheinander. © Thomas Heide

Die Lausitzer Füchse haben das erste Derby der Saison bei den Dresdner Eislöwen mit 5:4 nach Verlängerung verloren. Nach einem schwachen ersten Drittel steigerten sich die Füchse enorm, waren den Dresdnern vor allem läuferisch klar überlegen und gingen im Schlussdrittel in Führung. Aber es reichte nicht. letztlich fehlte es an Abgebrühtheit, und auch ein wenig am Glück mit engen Schiedsrichterentscheidungen.

Auch ohne Unterstützung der sonst so lautstarken Lausitzer Fans begann das Spiel gut für die Lausitzer Füchse: Als Kerbashian den Puck einfach hoch ins Drittel der Gastgeber spielte und Schwartz an den Puck kam, bekamen die Eislöwen Zuordnungsprobleme. Kerbashian spielte den Puck schließlich von hinter dem Tor auf den Schläger von Farmer, der unter die Latte zum 0:1 traf. Danach aber lief im ersten Drittel nichts mehr für die Lausitzer Füchse – egal ob in den Zweikämpfen, beim Spielaufbau , am Bullypunkt. Dazu brachten unnötige Fouls und Zeitstrafen im Mitteldrittel (N. Ross, Mik) die Füchse in Bredouille. So fiel auch der Ausgleich, als die Füchse die Unterzahl fast überstanden hatten, aber die Blauen Linie beim Angriff der Dresdner zu leicht hergaben. Filin konnte mit Tempo ins Angriffsdrittel fahren, bekam den Puck, lief mit dem Tempoüberschuss allein aufs Tor zu und spielte Torwart Mac Donald aus (8.).Und kurz vor Drittelende gingen die Dresdner umstritten in Führung. Als Biezais den Puck von hinter dem Tor vor selbiges brachte, lupfte Eislöwe-Neuzugang Evan Trupp die Scheibe mit dem Schläger nach oben und schlug sie dann aus der Luft ins Tor – glücklich, weil er den Puck kaum traf. Die Schiedsrichter schauten sich im Videobeweis an, ob der Schläger den Puck über Lattenhöhe traf. Sie entscheiden auf Tor – eine 50:50-Entscheidung und umstritten, zumal Trupp im Fallen war und den Schläger über Schulterhöhe hatte. Aber: wegen der schwachen Leistung der Füchse war der Rückstand nicht unverdient.

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Füchse machen plötzlich viel Druck

Füchse-Stürmer Thomas Reichel versprach in der Drittelpause, dass die Füchse ganz anders zurückkommen würden. Das war auch der Fall – mit einer Einschränkung: Sie liefen immer wieder in Konter. Nach langen Pässen waren Trupp (nach acht Sekunden!), Filin (25.) und Swinnen allein durch, aber Füchse-Torwart Mac Carruth hielt jedesmal. Trotzdem: Die Füchse erhöhten den Druck deutlich. Als der 17-jährige Roßmy einen Pass von Eislöwen-Torwart Helenius hinter dem Tor abfing und die Scheibe nach Hechtsprung zu Andres brachte, traf dieser die Torlatte (25.). Schwartz verfehlte aus drei Metern den kurzen Pfosten um Zentimeter und ärgerte sich deutlich hörbar. Als dann von jeder Seite ein Spieler auf die Strafbank musste, kamen die Füchse mit dem mehr Platz viel besser zurecht. Kerbashian gelang mit einer tollen Einzelleistung das 2:2 (27.). Der Füchse-Stürmer trickste erst Trupp aus, zog dann Richtung Tor, traf erst den Schoner von Helenius, drückte aber schließlich den Abpraller über die Linie. 

Der Druck der Füchse danach blieb groß. Brad Ross hatte eine große Chance, traf aber nur auf die Brust von Eislöwen-Torwart Helenius. Eine erneute Strafe brachte die Füchse erneut aus dem Rhythmus. Und als Filin schoss und Huard den Schläger reinhielt, stand es 3:2 (38.).Die Füchse begannen das Schlussdrittel in Überzahl. Es ergaben sich Schusschancen für Schwartz, aber der traf einfach noch nicht so, wie es in der Vorbereitung der Fall war. Brad Ross schoss nach einem klasse Konter aus Nahdistanz drüber, Schwartz scheiterte nach toller Vorarbeit von Kerbashian aus zwei Metern an Helenius (24.). Als die Füchse dann die Dresdner einschnüren konnten, gelang der Ausgleich. Erst konnte sich Nicholas Ross die Ecke aussuchen, traf aber nur die Torumrandung. Den Abpraller brachte Schwartz zu Farmer, der zum hochverdienten 3:3 traf. Danach war das Spiel relativ ausgeglichen. Aber immer dann, wenn die Top-Reihe der Füchse (Kerbashian, Farmer, Schwartz) auf dem Eis war, wurde es gefährlich für die Gastgeber. 

So fiel auch das 3:4, als Kerbashian das Tor umkurvte, die Scheibe scharf vors Tor brachte, einen Dresdner Verteidiger anschoss und der Puck ins Tor sprang. Aber die Freude währte nicht lang. Als Dietz im gegnerischen Drittel zu viel riskierte, gerieten die Füchse in einen Konter. Carruth konnte zwar zunächst noch halten, aber Dotzler traf im Nachschuss mit der Rückhand zum 4:4. Die verbleibende Spielzeit lebte vor allem von der Spannung. Eine eigene Überzahl verspielten die Füchse durch eine Strafe gegen Andres. Die letzte Chance hatten die Dresdner in Überzahl zehn Sekunden vor Schluss. Carruth parierte einen Schuss aus fünf Metern von Trupp.

Zeitstrafe entscheidet das Spiel

In der Verlängerung kassierte Füchse-Stürmer Brad Ross eine Strafe im Zweikampf mit Trupp, die er selbst nicht fassen konnte. Und das war auch entscheidend. Dotzler traf mit einem Distanzschuss, als Torwart Carruth die Sicht verdeckt war. Und so entschieden am Ende nicht das höhere Tempo und das insgesamt überlegen Spiel der Lausitzer Füchse in zwei der drei Drittel, sondern individuelle Fehler der Füchse, und ein wenig die Entscheidungen der Schiedsrichter in knappen Situationen. 

Am kommenden Freitag empfangen die Lausitzer Füchse die Kassel Huskies.

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