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Das sagt der neue Füchse-Trainer

Chris Straube: „Wenn ich das Maximale aus den Jungs heraushole, kommen die Punkte von allein.“

Hier war Chris Straube (Mitte) noch Co-Trainer der Lausitzer Füchse. In dieser Szene erklärt er Philip Kuschel und Lars Reuß etwas.
Hier war Chris Straube (Mitte) noch Co-Trainer der Lausitzer Füchse. In dieser Szene erklärt er Philip Kuschel und Lars Reuß etwas. © Gunnar Schulze

Weißwasser. Die Verantwortlichen der Lausitzer Füchse haben Trainer Corey Neilson nach einer Negativserie wohl nicht mehr zugetraut, das Eishockey-Zweitligateam aus der Krise zu führen. Am Montag fiel die Entscheidung, dass es der bisherige Co-Trainer Chris Straube richten soll. Der 46-jährige Deutsch-Kanadier (geboren in Toronto) hat als Spieler viel Erfahrung, hat unter anderem in der DEL für München, Mannheim, Augsburg, Nürnberg und Iserlohn gespielt, danach viele Jahre in der 2. Liga, am Karriereende auch vier Jahre für die Lausitzer Füchse. Seine Trainerkarriere startete Straube 2013 in Dänemark als Assistenzcoach, wurde gut vier Jahre später in SønderjyskE in einer ähnlichen Situation wie jetzt in Weißwasser erstmals für kurze Zeit Cheftrainer. 2018 kam Straube als Co-Trainer zu den Füchsen. Jetzt will er als Cheftrainer durchstarten. Im Gespräch sagt er, wie.

Herr Straube, hat Sie die Trainerentscheidung am Montag überrascht?

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Ja, natürlich. Man weiß zwar, dass das bei ausbleibenden Ergebnissen immer passieren kann, aber man ist so fokussiert auf seine Aufgabe, dass man in diesem Moment nicht damit rechnet. Ich glaube, dass vielleicht unser die ganze Saison über zu schlechtes Überzahlspiel den Ausschlag für diese Entscheidung gegeben hat.

Sie waren ja als Co-Trainer Teil des Trainerteams. Was ist aus Ihrer Sicht die Ursache für die schlechten Ergebnisse der vergangenen Wochen, mit nur einem Sieg gegen Bad Nauheim, das gerade aus einer Corona-Pause kam und nicht eingespielt war?

Die eine Ursache auszumachen ist wirklich schwierig, und ich möchte wirklich nichts Schlechtes über meinen Vorgänger sagen. Für mich ist jedenfalls klar, dass gerade in einer Situation wie jetzt – in einem kleinen Loch – die Fans besonders fehlen, gerade hier in Weißwasser, wo sie besonders emotional sind. Da bekommen die Spieler unmittelbar zu spüren, wenn der Eindruck entsteht, sie würden nicht alles geben oder sich nicht ausreichend konzentrieren. Man darf auch nicht vergessen, dass gerade die Spieler mit ihren Familien weit weg von hier in Corona-Zeiten mit täglich neuen Meldungen auch noch andere Sorgen haben und davon nicht unbelastet sind. Da sind wir alle auch als Psychologen gefragt.

Corona trifft aber alle. Was ist Ihre rein sportliche Analyse?

Man muss ja nur auf die Statistik sehen, um eine Ursache zu erkennen. Unser Überzahlspiel ist das schlechteste der gesamten Liga. Mit einer normalen Erfolgsquote hätten wir deutlich mehr Punkte eingefahren. In Unterzahl hatten wir gerade am Saisonanfang auch unsere Probleme. Das haben wir dann aber gebessert bekommen, auch durch kleinere Änderungen im System. Und dann sind wir auch von den Berliner Förderlizenzspielern abhängig. Corona erschwert das schnelle Hin- und Herwechseln ungemein. Und gerade jetzt brauchen die Berliner selbst viele der jungen Spieler.

Haben Sie da in den Trainingseinheiten gleich beim Überzahlspiel angesetzt?

Ja, am Mittwoch und Donnerstag. Wir haben ja eigentlich gute Überzahlspieler, zumindest für eine Top-Reihe. Ich habe mal Leine gegeben und die Spieler selbst etwas entwickeln lassen. Ich hoffe, dass das funktioniert. Dazu wird es ein paar kleine Systemänderungen geben. Wir werden erstmal versuchen, das Spiel ein bisschen zu vereinfachen und damit Fehler zu reduzieren. Unsere Gegentore waren in der Analyse oft eine Summe von Fehlern.

Als Zuschauer hat man den Eindruck, dass die Mannschaft zwar viele technisch gute und schnelle Stürmer hat, dafür aber die körperlich starken Typen, die vor dem Tor die Sicht versperren oder Abpraller verwerten, eher fehlen. Teilen Sie diese Einschätzung?

Jein. Wir haben auch Spieler, die das können. Ich glaube eher, dass wir es schaffen müssen, dass jeder sein Maximum aufs Eis bringt.

Wie hat die Mannschaft die Nachricht vom Trainerwechsel aufgenommen?

Das sind alles Profis, die wissen, dass so etwas passieren kann, wenn es nicht so gut läuft. Wie bei jedem Trainerwechsel ist jetzt der Konkurrenzkampf neu entfacht, die Spieler müssen noch mehr Gas geben, um sich zu beweisen.

Neuer Co-Trainer ist André Mücke. Kann er sofort Ideen einbringen?

Ich glaube, das wird nicht lange dauern. Er kennt sich als aus Weißwasser stammender Spieler hier ja so gut aus wie kaum ein anderer, hat aber die Mannschaft zuletzt fast nur aus der Ferne beobachten können. Er wird sich schnell reinfinden.

Was ist noch drin in dieser Saison? Für die Play-offs müsste wohl eine kleine Siegesserie her.Meine Aufgabe ist es, das Maximale aus den Jungs herauszuholen. Dann kommen die Punkte von ganz allein. Ich hoffe, dass die Fans bald wieder ins Stadion dürfen und die Füchse dann in der Tabelle wieder deutlich besser dastehen.

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