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Die Lausitzer Füchse sind wieder ein Team

Der tolle Kampf gegen den Spitzenreiter Kassel wird Sekunden vor Schluss nicht belohnt. Aber vieles macht Mut.

So viel Verkehr vor dem gegnerischen Tor war zuletzt eher selten. Hier versuchen Luis Rentsch und Fabian Dietz (verdeckt), für Unruhe zu sorgen.
So viel Verkehr vor dem gegnerischen Tor war zuletzt eher selten. Hier versuchen Luis Rentsch und Fabian Dietz (verdeckt), für Unruhe zu sorgen. © Gunnar Schulze

Das Normale ist eingetreten: Die Lausitzer Füchse haben ihr Heimspiel gegen die Kassel Huskies mit 2:3 verloren. Aber eben erst nach großem Kampf mit einemm ausgeglichenem Spielstand bis tief ins Schlussdrittel und dem Quäntchen fehlenden Glücks in den letzten Sekunden.

Gegen die Kassel Huskies, den unangefochtenen Spitzenreiter der Liga waren die Lausitzer Füchse natürlich klarer Außenseiter, auch wenn die Gäste eine beschwerliche Anreise hinter sich hatten und wegen des Schneechaos auf den Straßen etwas später in Weißwasser eintrafen. Das Spiel begann deshalb mit einer Stunde Verspätung. Die Lausitzer Füchse versuchten sofort, die vielleicht noch müden Beine der Gäste auszunutzen, kamen gleich zu dem ersten gefährlichen Schuss (Kerbashian) und zur ersten Überzahl. In der hatte Kinder nach einem Pass von Martin eine gute Chance, traf aber die Scheibe nicht richtig. Der Spitzenreiter kam dann etwas besser ins Spiel, große Chancen blieben aber zunächst aus. Kerbashian holte sich dann eine unnötige Strafe ab. In der Unterzahl hatte Moser eine gute Schusschance für die Gäste, aber Füchse-Torwart Ancicka war zur Stelle. Ansonsten versuchten es die Gäste mit vielen Distanzschüssen, die aber ihr Ziel verfehlten. Als die Strafe abgelaufen war, hatte Kerbashian eine gute Möglichkeit, scheiterte aber an Torwart Hungerecker, und der Nachschuss von Geibel ging vorbei. Ein Klassenunterschied (Elfter gegen Spitzenreiter) war dann überhaupt nicht zu sehen. Was gefiel, war das kompromisslose Spiel der Füchse. Die Scheibe wurde konsequent aus dem eigenen Drittel gespielt, auf der anderen Seite immer wieder direkte Weg zum Tor gesucht. Es wurde viel mehr geschossen als noch vor einer Woche, und vor dem Tor immer wieder auf die zweite Chance spekuliert. Kerbashian (13.) und Rentsch (17.) kamen so zu guten Chancen. Auf der anderen Seite war Shevyrin mit einem Schuss an den Außenpfosten dem ersten Treffer nahe.

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Das erste Drittel machte Hoffnung. Mit dem Trainerwechsel und dem Drehen von Chris Straube an ein paar Stellschrauben (einfaches Spielen aus dem eigenen Drittel, Puck zum Tor) und vielleicht auch dem Wegfall des Abstiegsgespenstes (Ligabeschluss) scheint den Füchsen auch ein Rucksack genommen zu sein.

Das Mitteldrittel begann mit sehr aggressiven Gästen und einem Puckverlust von Nick Ross hinter dem eigenen Tor, aber Ancicka konnte die Sache bereinigen. Wenig später hatte Kerbashian einen Alleingang, scheiterte mit der Rückhand aber an Hungerecker. Die Füchse machten danach viel Druck, Nirschl und Döring hatten bei einer Doppelchance die Führung auf dem Schläger, aber dann fiel das 0:1 und stellte den Spielverlauf fast etwas auf den Kopf. Cornett zog aus spitzem Winkel ab, Ancicka rutschte die Scheibe durch und Reuß drückte sie bei seinem Rettungsversuch über die eigene Torline – unglücklich und auch ein wenig unverdient. Aber die Füchse hatten eine schnelle Antwort parat. Bei Vier-gegen-Vier konterten die Füchse. Kerbashian spielte einen genauen Pass, der junge Verteidiger Geibel war vor das Tor gesprintet und verwandelte direkt – sein ersten Zweitligator. Dann kassierte erst Ross eine Strafe wegen Behinderung und nach 30 Sekunden Unterzahl eine weitere wegen zu vielen Spielern auf dem Eis. Die Füchse überstanden mit viel Kampf und guten Paraden von Ancicka die doppelte Unterzahl und auch die Phase danach. Das hatte viel Kraft gekostet. Auch danach blieb der Druck der Kasseler hoch, die jetzt unbedingt in Führung gehen wollten. Die Füchse warfen sich aber entgegen, kämpften einer für den anderen, und hielten das Spiel ausgeglichen, wobei Ex-Fuchs Granz nach Pass von Ex-Fuchs Breitkreuz eine Riesenchance zum 1:2 vergab. Auf der anderen Seite wäre Kerbashian mit einer super Einzelleistung fast ein Unterzahltor geglückt.

Im Schlussdrittel machten die Gäste weiter das Spiel, konnten aber auch ihre fünfte Überzahl nicht nutzen. Die Füchse waren jetzt überwiegend in die Defensive gedrückt, gaben aber keinen Millimeter preis, hatten immer wieder einen Schläger dazwischen und im Tor einen aufmerksamen Ancicka. Nadelstiche gelangen auf der anderen Seite auch immer wieder. Der Druck der Gäste nahm aber immer weiter zu. Schließlich gelang den Kasselern das verdiente 1:2. Ex-Fuchs Keussen hinterlief Martin, kam aus Nahdistanz zum Schuss und konnte den Abpraller von Ancicka unter die Latte platzieren. Sieben Minuten blieben den Füchsen noch zeit, erneut eine Antwort auf die Anzeigetafel zu bringen. Die Kasseler schafften es aber, den Druck hochzuhalten und ließen die Füchse kaum ins eigene Spiel kommen. Schließlich kassierte erneut die erste Füchse-Reihe eine Strafe. Und diesmal nutzen die Kasseler die Überzahl zur Entscheidung: Cornett war im Nachschuss erfolgreich. Gut zwei Minuten vor Schluss nahm Straube den Torwart vom Eis. Den Füchsen gelang durch Dietz sogar noch der Anschlusstreffer, als er nach einem Distanzschuss von Ross am schnellsten reagierte. Walters hatte Sekunden vor Schluss sogar noch die Ausgleich auf dem Schläger – aber es sollte nicht sein.Wenigstens das Boxduell zwischen Martin und Breitkreuz ging Unentschieden aus, mit leichten Vorteilen für die Füchse.

Trotz der Niederlage gegen den souveränen Spitzenreiter: Die Leistungssteigerung der Lausitzer Füchse an diesem ersten Spielwochenende unter Cheftrainer war deutlich. Die kämpferische Stimmung in der Mannschaft, das gegenseitige Helfen und Ausbügeln, waren deutlich ersichtlich. Die Fehlerquote in der Defensive war deutlich geringer. Und offensiv haben die Füchse mit viel mehr Mut gespielt. Größter Kritikpunkt. Die Füchse haben zu viel Strafen kassiert, auch wenn die Regelauslegung der Schiedsrichter (zehn Strafminuten mehr für die Füchse) teilweise recht einseitig erschien. Nächste Woche geht es weiter mit zwei Auswärtspartien in Kaufbeuren (am Donnerstag), in Bad Tölt (am Freitag) und einem Sonntagsheimspiel gegen Bietigheim.

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