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Weißwasser

Die Löwen fast noch geärgert

Die Lausitzer Füchse unterliegen dem Ligafavoriten aus Frankfurt. Der Anschluss sieben Sekunden vor Schluss fällt zu spät.

Von Marcel Pochanke
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Leider sind derzeit nur diese Zuschauer erlaubt: FÜchse-Bank und Schiedsrichter beobachten die Aktion von Weißwassers Verteidiger Jens Baxmann.
Leider sind derzeit nur diese Zuschauer erlaubt: FÜchse-Bank und Schiedsrichter beobachten die Aktion von Weißwassers Verteidiger Jens Baxmann. © Gunnar Schulze

Am Ende war es eine knappe 2:3-Niederlage, mit der die Lausitzer Füchse aus ihrem Heimspiel am Freitagabend gegen die Löwen aus Frankfurt herausgingen. Wären Zuschauer erlaubt gewesen, hätten sie ein spannendes Match erleben können, in dem Weißwasser in einer starken Phase Ende des ersten Drittels zu nachlässig bei der Chancenverwertung war. Auf der anderen Seite stand mit Frankfurt ein Gegner, der nach ganz oben will und fünf seiner letzten sechs Spiele gewonnen hatte.

Das konnte man auch am Auftreten der Gäste in den ersten Minuten erkennen. Zielstrebig suchten sie sichtlich die schnelle Führung, schon nach Sekunden bot sich die Chance dazu. Tobias Ancicka war zur Stelle, und recht bald hatte sich die Füchse-Abwehr auf den Gegner eingestellt. Vor allem Philipp Kuschel ragte heraus, war kämpferisch robust und geschickt im Zweikampf oft der Faktor, der den Gegner von der Scheibe trennte.

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Auf der anderen Seite zeigte Bastian Kucis im Frankfurter Tor eine ungewohnte Unsicherheit bei Brett Carsons Schuss, aber kein Nutznießer war da, als er die Scheibe fallen ließ. Auf die nächste Schwäche des Frankfurter Goalies musste Weißwasser nun lange warten, gegen den nach langer Verletzungspause sehnsüchtig zurück erwarteten Toni Ritter hielt er ebenso solide wie gegen Top-Scorer Peter Quenneville, von dem insgesamt wenig zu sehen war.

Beste Phase nicht zum Tor genutzt

Mitte des Drittels spielte Weißwasser einen guten Angriff, aber nach dem abgefangenen scharfen Querpass schalteten die Löwen schnell um, die Füchse kamen nicht rechtzeitig zurück. Darren Mieszkowski nutzte den Pass ins Zentrum und traf direkt flach zum 0:1.
Nach einer Fehlpasskombination – erst patzte ein Löwe, Quenneville agierte zu umständlich, sodass plötzlich zwei Frankfurter durchbrachen – hielt Ancicka bravourös. Und sah im Anschluss, wie seine Vorderleute dem 1:1 ganz nah kamen, aber nicht das nötige Glück und auch Geschick hatten. Richard Mueller traf erst klirrend den Pfosten. Dann eroberte Hunter Garlent stark die Scheibe, bediente Clarke Breitkreuz, der wühlte gegen zwei und auf einmal lag der Puck vor dem leeren Tor – aber Carson kam einen Schritt zu spät. Schließlich passte Bennet Roßmy quer auf den völlig freien Steve Hanusch, der in seinem 600. Profispiel zur Unzeit einen technischen Patzer einbaute und den Puck nicht kontrollieren konnte.

Im zweiten Drittel hatte auch Garlent seine Riesenmöglichkeit, Jens Baxmanns Pass fand ihn frei vor dem Tor, das Eck war leer, aber er schlug über die Scheibe. Weitere Chancen von dieser Qualität sollte es für die Lausitzer zunächst nicht geben, denn Frankfurt übernahm jetzt wieder das Kommando. Dazu half eine Strafe, die Richard Mueller nehmen musste, um einen Löwen am Einschuss zu hindern. In Überzahl lief der Puck nach links zu Rylan Schwartz, der ebenso hart wie genau unter die Latte zum 0:2 traf.
Das Spiel ging hoch und runter, die besseren Abschlüsse verbuchte aber Frankfurt. Sie spielten die genaueren Pässe und gewannen die Mehrzahl der Bullys. Eine geschenkte Überzahl, Weißwasser soll einen Mann zuviel auf dem Eis gehabt haben, nutzten sie nicht, weil Ancicka mit zwei Riesenparaden etwas dagegen hatte. Sykora und Schwartz tauchten später aussichtsreich vor dem Füchsetor auf, Ersterer verzog knapp, Letzterer scheiterte an Ancicka. Dann war ein Mitteldrittel vorbei, in dem Frankfurt deutlich zeigte, warum es als Top-Favorit in der Liga gilt.

Im letzten Drittel war die Partie wieder offen, aber zwei Tore Rückstand gegen Frankfurt eine Bank. Also machte Baxmann nach 45 Minuten wieder einen Ein-Tor-Rückstand daraus. Über Umwege kam der Puck von Mueller zu ihm an die blaue Linie. Er zog sofort ab und traftsehenswert ins kurze Eck.

Die Schüsse von Kuschel für Weißwasser und Dmitriev für Frankfurt landeten in den Fanghandschuhen der Torhüter. Frankfurt machte es hinten sehr eng, aber einen Verteidiger hielt es dort nicht: Marius Erk ging auf und davon, hatte drei Gegenspieler um sich. Aber Hanusch war zu passiv, Mueller kam nicht in den Zweikampf und am Ende bugsierte Erk die Scheibe unter Ancicka hindurch zum 1:3 ins Tor. Die Entscheidung?
Roßmy war nach Kanias Pass noch einmal frei durch, später auch Mueller. Doch ihre Schüsse waren nicht platziert genug. Auch Frankfurt war nicht im Glück, als ein Versuch aufs leere Tor nur am Außenpfosten landete. Und dann klappte es doch: Quennevilles Schuss wurde abgefälscht, Garlent, stand goldrichtig und verkürzte auf 2:3. Aber da waren nur noch sieben Sekunden auf der Uhr. Noch einmal kam Weißwasser nicht zum Zug.

Am Sonntag geht es zum Tabellennachbarn Freiburg. Dann sind die Rollen von Favorit und Underdog nicht so klar verteilt.

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