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Weißwasser

Dieses Mal feiern die Teufel

Die Lausitzer Füchse unterliegen beim Tabellenvierten in Bad Nauheim nach einer Partie auf Augenhöhe.

Von Marcel Pochanke
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Eric Valentin (links) im Zweikampf mit Bad Nauheims Verteidiger Tomas Schmidt.
Eric Valentin (links) im Zweikampf mit Bad Nauheims Verteidiger Tomas Schmidt. © Thomas Heide

Genau eine Woche nach dem starken 3:0-Heimsieg gegen die Roten Teufel Bad Nauheim haben die Lausitzer Füchse gewissermaßen ihr Rückspiel in Hessen mit 4:3 verloren. Dabei konnte das Spiel jederzeit in beide Richtungen kippen. Den Lucky Punch verzeichneten dieses Mal die Gastgeber, während Weißwasser noch in der letzten Sekunden den Ausgleich auf der Kelle hatte.

Nur zehn Sekunden waren vergangen, da kam Richard Mueller für Weißwasser zum ersten guten Abschluss, Felix Bick im Bad Nauheimer Kasten hatte die Scheibe im Nachfassen. Wenige Augenblicke später kam die nächste Scheibe auf sein Tor geflogen – die Lausitzer hatten sich viel vorgenommen, nichts war zu merken von etwaiger Festtags-Trägheit. Erst recht nicht nach etwas mehr als einer Minute: Da spielte Huba Sekesi einen schlimmen Fehlpass von hinter dem Tor, abgefangen von Eric Valentin, der gleich Clarke Breitkreuz bediente. Eine Drehung des Deutsch-Kanadiers, und dann schoss er ins leere Tor zur Füchse-Führung ein.

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Ein ähnlicher Schnitzer unterlief nach vier Minuten Füchse-Verteidiger Moritz Raab. Glück für Weißwasser, dass die Roten Teufel ihren Schuss danebensetzten. Jordan Hickmott hatte die nächste gute Chance für die Gastgeber, Leon Hungerecker war zur Stelle.

Bad Nauheim hinten teils konfus

Weißwasser stand jetzt erst einmal tief und sicher, während Bad Nauheim weiter um Stabilität rang: Wieder gab es Konfusion in der Abwehr, wieder war Sekesi beteiligt, Tim Detig schlug in guter Position aber über die Scheibe. Die Situation resultierte überdies in Weißwassers erster Überzahl, aus der gleich vier dicke Chancen heraussprangen. Waren die Teufel hier noch im Glück, nahmen sie anschließend das Spiel in die Hand. In Bad Nauheims bis dahin bester Phase war Hungerecker gegen Eric Stephan genauso auf dem Posten wie gegen Stefan Reiter, dessen Schuss er beinahe im Spagat entschärfte. Die Lausitzer kamen kaum noch hinten raus, erst kurz vor der Pause hatte Hunter Garlent nach gutem Pass von Peter Quenneville noch eine Gelegenheit, zögerte aber zu lange, und Köhler konnte noch stören. Weil die Füchse auch eine überflüssige Strafe wegen Spielverzögerung überstanden, gingen sie mit einer 0:1-Führung in die Kabinen – wie schon vor einer Woche beim wichtigen Sieg im Heimspiel gegen die Roten Teufel, die im zweiten Durchgang druckvoll begannen, aber zunächst zwei gute Gelegenheiten ausließen.

Lange sah das Spiel jetzt so aus: Die Heimmannschaft suchte gegen eine starke Defensive nach Lösungen, fand aber keine, während Weißwasser auf Konter oder Fehler lauerte, ohne wirklich gefährlich zu werden. Das Match bekam neue Dramatik, als Bad Nauheim einen Mann zuviel auf dem Eis hatte und eine Zeitstrafe aufgebrummt bekam. Einen schönen Angriff über rechts schloss wieder Breitkreuz zum 0:2 ins freie kurze Eck ab.

Gleich darauf verrechneten sich auch die Lausitzer und hatten sechs Mann auf dem Eis. In Überzahl trafen die Teufel die Latte, der Abpraller fiel vor die Torlinie unter Kania. Der Füchse-Verteidiger schob mit dem Rücken das Tor weg, während Tobias Wörle die Scheibe ins Netz beförderte. Die Schiedsrichter zogen sich zum Videobeweis zurück und gaben dann den Treffer.

Wie das oft ist, wenn ein Bann gebrochen ist, legten die Teufel nach. Nach Andreas Paulis Schuss setzte sich Wörle vor dem Tor gegen Kuschel durch und markierte kurz vor der Pausensirene das 2:2.

Einzelaktionen prägen das Spiel

Die ersten Ausrufezeichen im Schlussdrittel setzte Weißwasser. Garlent verzog knapp, Quenneville kam allein vor Bick an diesem nicht vorbei. Nach Valentins Versuch kam Döring gleich zweimal zum Nachschuss. Dann wurde der EC stärker. Nach einem Schuss von der Blauen Linie spielte Hickmott die Scheibe noch einmal scharf rein. Dort stand Reiter, der nichts dafür konnte, dass der Puck von ihm ins Tor prallte – was ihn nicht hinderte, das 3:2 groß zu feiern.

Grund zum Feiern hatte wenig später Mueller. Weißwassers schneller Angreifer zog von links nach rechts in die gegnerische Zone und nahm aus vollem Lauf Maß: genau ins Dreiangel, ein wunderschönes Tor zum 3:3. Quenneville verpasste dann bei seiner guten Gelegenheit das 3:4. Die Partie war völlig offen vor 2.188 Zuschauern. Erlaubt waren am Sonntagabend in Hessen maximal 3.000 – zum letzten Mal vorerst. Nach der neuen Corona-Verordnung ist der Deckel dort künftig bei 250 – immerhin, mag man aus sächsischer Sicht denken.

Es folgten Chancen auf beiden Seiten, die Spieler wollten den Sieg mit Schüssen aus allen Lagen erzwingen. Schließlich war es eine Aktion mit der ganz feinen Klinge, welche Bad Nauheim die Tür zum Sieg öffnete. Jerry Pollastrone wackelte sich mit einer starken Bewegung vor das Tor und schloss ganz präzise ins lange Eck zum 4:3 ab. Dieses Mal konnten die Füchse nicht mehr antworten, obwohl sie ganz kurz davor waren: Noch einmal kam die Scheibe zu Garlent, der hatte nur noch Bick zwischen sich und dem Ausgleich, aber er kam nicht am Nauheimer Schlussmann vorbei.

Für die Lausitzer geht es schon am Dienstag weiter: Dann kommen die Dresdner Eislöwen nach Weißwasser, die am Sonntag ihr Heimspiel gegen Bayreuth überraschend mit 5:6 verloren.

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