merken
Weißwasser

Füchse-Doppelschlag sorgt für Überraschungssieg

Gegen die Löwen Frankfurt lange in die Defensive gedrängt, nutzen die Füchse eine doppelte Überzahl ideal.

Jonathon Martin ließ in seinem ersten Heimspiel für die Füchse ab und zu seine Klasse aufblitzen, auch wenn nicht zu übersehen war, dass er konditionell so kurz nach der Anreise noch ein paar Probleme hat.
Jonathon Martin ließ in seinem ersten Heimspiel für die Füchse ab und zu seine Klasse aufblitzen, auch wenn nicht zu übersehen war, dass er konditionell so kurz nach der Anreise noch ein paar Probleme hat. © Thomas Heide

Schweigeminute für zwei Füchse

Den Lausitzer Füchsen ist ein überraschender 2:1-Heimerfolg über die Löwen Frankfurt gelungen, die zum engen Kreis der Titelfavoriten in der DEL 2 gehören und zuletzt immer besser in Form gekommen waren. Der Erfolg hing aber am seidenen Faden.

Das erste Heimspiel für die Lausitzer Füchse nach der Corona-Pause begann mit einer Schweigeminute. Mannschaftsbetreuer Jürgen Rucks war in der vergangenen Woche völlig unerwartet verstorben. „Wir sind alle tief erschüttert und fassungslos und verneigen uns vor einem großherzigen Mitarbeiter und Freund“, wird Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach auf der Internetseite der Füchse zitiert. Und außerdem ist mit Heinz Kuczera einer der ganz Großen der frühen Jahre des Weißwasseraner Eishockeysports für immer gegangen. Kuczera errang als Verteidiger in Weißwasser in den zwischen 1957/58 und 1964/65 mehrere DDR-Meistertitel und spielte bei mehreren Weltmeisterschaften für die DDR-Auswahl. Später war Teil des Trainerstabs bei der SG Dynamo Weißwasser, unter anderem bei der letzten DDR-Meisterschaft 1989/90. Vor allem aber war er erfolgreicher Nachwuchstrainer, der bis zuletzt immer wieder bei den Nachwuchsspielen in der Eisarena zu sehen war. Jetzt ist er 85-jährig gestorben.

Anzeige
Hier wird die Zukunft entwickelt
Hier wird die Zukunft entwickelt

Spitzenforschung und Lehre auf hohem Niveau gibt es auch außerhalb von Großstädten und Ballungszentrum: nämlich an der Hochschule Zittau/Görlitz.

Starke Torhüter halten Kasten sauber

Was die Mannschaften dann im ersten Drittel auf dem Eis boten, hätte sicher beiden gefallen: extrem hohes Tempo, keine Abtastphase, Chancen auf beiden Seiten und überragende Torhüter. In der zweiten Minute verlor Füchse-Stürmer Rylan Schwartz den Puck an der Blauen Linie an Lewandowski, der Löwen-Stürmer konnte allein Richtung Füchse-Tor laufen, scheiterte aber an Torwart Mac Carruth. Auf der anderen Seite wurde Reuss vor dem Gästetor freigespielt, traf aber mit seinem Direktschuss Torwart Kucis. Dann holte Neuzugang Martin die erste Überzahl heraus, in der den Füchsen aber wenig gelang und sie noch Glück hatten, bei einem Konter nicht in Rückstand zu geraten.In ihrer ersten Überzahl waren die Gäste wesentlich gefährlicher, hatten ihre beste Chance durch Topscorer Buchwieser, der mit der Rückhand den Pfosten traf. Auch danach hatten die Füchse etwas Glück bei einem weiteren Pfostenschuss. Außerdem konnten sie sich immer wieder auf ihren großartigen Torwart Mac Carruth verlassen. Bei einer eigenen Überzahl ließ Youngster Roßmy die Scheibe für Andres abtropfen, aber der bekam den Schläger nicht an den Puck. Insgesamt aber war das Remis nach dem ersten Drittel trotz leichter Vorteile für die Frankfurter nicht unverdient.

Das zweite Drittel mit den weiten Wechseln (die Auswechselbank befindet sich dann jeweils im Angriffsdrittel) ging ganz klar an die Gäste – nur nicht auf der Anzeigetafel. Torwart Mac Carruth stand wie ein Turm in der Schlacht, schien schier unüberwindlich. Manchmal wurde Verteidiger Nick Ross vermisst, der mit für sein Frustfoul nach dem Spiel in Bad Nauheim für drei Spiele gesperrt wurde („Ein Spiel Sperre hätte auch gereicht“, befand Trainer Neilson nach dem Spiel.) Die Füchse, die sich nur selten befreien konnten, hatten zwei Konterchancen durch Kania und Martin, aber ansonsten drückten die Frankfurter. Aber es stand weiter 0:0, und die Füchse hatten weiter ihre Chancen.

Doppelschlag braucht nur zwölf Sekunden

Im Schlussdrittel ging es so weiter , angreifende Frankfurter, die immer wieder an der intensiv verteidigenden Füchse-Abwehr und vor allem am überragenden Mac Carruth. Dann ergab sich die große Chance für die Füchse. Youngster Bennet Roßmy holte mit viel Geschwindigkeit und Einsatz eine Strafe heraus, die Frankfurter fügten ein unnötiges Stockschlagen hinzu, sodass die Füchse doppelte Überzahl hatten. Trainer Corey Neilson nahm eine Auszeit, um seine Top-Reihe auf dem Eis lassen zu können, und die erzielte das 1:0. Rylan Schwartz wurde völlig frei gespielt, das halbe Tor war leer und der Stürmer schlenzte die Scheibe unter die Latte (51,). Es kam noch besser, es blieb ja noch eine einfache Unterzahl. Roßmy schnappte sich den Puck, lief mit viel Tempo ins Angriffsdrittel und hinten ums Tor, brachte aber im richtigen Moment den Pass vor den Kasten, wo Andres geschickt den Schläger reinhielt – 2:0, und das Spiel auf den Kopf gestellt.Die Frankfurter antworteten mit wütenden Angriffen. Aber die Füchse warfen sich in jeden Schuss und konnten sich ab und zu befreien.

Aber die Spannung sollte noch einmal kulminieren: Als sich Nick Ross in einen Schuss warf und ihn blockte, riss er Torwart Carruth mit um, der sekundenlang verletzt auf dem Eis liegenblieb. Die Schiedsrichter pfiffen nicht ab, Ross wusste sich nicht anders zu helfen, als das Tor zu verschieben und eine Zeitstrafe in kauf zu nehmen. Zum Glück konnte Carruth nach ein paar Minuten Behandlung weiterspielen. Die Füchse spielten die Unterzahl gut, bis Kania eine weitere Strafe kassierte, die er kopfschüttelnd zur Kenntnis nahm. Gegen die drei Füchse-Feldspieler nahmen die Gäste den Torwart vom Eis, aber irgendwie schafften es die Füchse, die 45 Sekunden zu überstehen. Erst bei einfacher Überzahl kamen die Gäste durch einen Schuss ins Dreiangel von Collberg zum Anschlusstreffer. Es blieben noch 82 Sekunden, die die Füchse mit großem Kampf und auch einigem Geschick überstanden, auch wenn Schwartz mit seinem Lauf ins Abseits ein Empty-Net-Tor verhinderte. Als der Abpfiff kam und der Füchse-Sieg feststand, haben vielleicht zwei Neue im Himmel gejubelt.

Mehr Nachrichten aus Weißwasser und Umland lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Weißwasser