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Weißwasser

Füchse holen Punkt zum Saisonauftakt

Der Kampf der Füchse wird nur halb belohnt. Beste Spieler bei den Füchsen sind der Torwart und ein Youngster.

Bennet Roßmy (links), wegen seines jungen Alters noch mit Gesichtsgitter, zeigte ein starkes Profidebüt.
Bennet Roßmy (links), wegen seines jungen Alters noch mit Gesichtsgitter, zeigte ein starkes Profidebüt. © Thomas Heide

Der Saisonauftakt der Lausitzer Füchse verlief gleich überaus spannend. Die Spannung verpuffte aber angesichts der leeren Ränge etwas, die Atmosphäre war ungewohnt ruhig, die Fangesänge, das Stöhnen, das Jubeln, die Anfeuerung, die Emotionen von Außen, sie fehlten. Dabei lieferten sich beide Mannschaften einen großen Kampf. Das Spiel endete nach 60 Minuten nicht unverdient 2:2-Unentschieden. Die Gäste hatten das bessere Ende.

Gespannt waren alle, wie der Start in die neue Saison nach der längsten Saisonvorbereitung der Eishockeygeschichte gelingen würde. Verteidiger Philip Kuschel befand, dass es einerseits gut war, um alte Veletzungen auszukurieren und jetzt „hundertprozentig“ fit zu sein und als Mannschaft so richtig zusammenzuwachsen. Das war in den ersten Speilszenen auch gleich zu sehen. Die Füchse begannen richtig gut, hatten nach wenigen Sekunden schon die erste Chance durch Rylan Schwartz, der aber mit der Rückhand aus Nahdistanz scheiterte. Einen Bruch gab es, als Nick Ross eine Strafe kassierte und die Gäste ihre starke Überzahlformation aufs Eis brachten. Das 0:1 fiel dann zwar höchst unglücklich – Pozivil fälschte einen eigentlich abgerutschten Schuss von Järveläinen kurz vot Torwart Mac Carruth ins eigene Tor ab. Die Füchse waren danach erst einmal aus dem Rhythmus, kassierten auch zwei weitere Strafen, die sie aber unbeschadet überstanden. Nach und nach kamen die Füchse aber wieder besser ins Spiel, konnten das Tempo im Spielaufbau erhöhen und nahmen das Tor von Gästetorwart Timo Herden unter Beschuss. Der Ausgleich fiel dann verdient. Bennet Roßmy traf nach einem Abpraller einen springenden Puck ideal und hämmerte ihn über die Stockhand des Torwart in die Maschen (19.).

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Ein Olbersdorfer aus Liberec

Bennet Roßmy? Der gerade erst 17-Jährige (am 1. August geworden) war kurzfristig nach seinem Vorspielen gegen Rostock noch verpflichtet worden, durfte gleich in zweiten Reihe neben Andres und Brad Ross ran und war nicht nur wegen seinen 1,91 Metern Körpergröße auffällig. Roßmy kommt aus der Region, ging aber eine außergewöhnlichen Weg. Der Olbersdorfer stand mit fünf Jahren auf dem Eis der Jonsdorfer Sparkassenarena. Aber schon als Siebenjähriger wechselte er zum tschechischen Erstligisten nach Liberec, durchlief mit Unterstützung seiner Eltern und Großeltern die Nachwuchsaltersklassen, wechselte nach der siebenten Klasse sogar an das Sportleistungszentrum in Liberec (mit Schule) und spricht heute fließend tschechisch. Er ist ein begabter, torgefährlicher Stürmer, der auch in Liberec auffiel, dort auch punktbester Scorer war und in die deutschen Nachwuchs-Nationalmannschaften berufen wurde. Jetzt also sein Wechsel nach Weißwasser, wo seine Profipremiere nicht besser hätte starten können: erstes Spiel – erstes Tor.

Es kam noch besser: Zu Beginn des zweiten Drittels kamen die Füchse gut ins Spiel. Als Roßmy die Scheibe ablegte und Kania knapp vorbei schoss, reagierte Tomas Andres am schnellsten und brachte den Puck am kurzen Pfosten unter (22.). Die Schiedsrichter überprüften noch, ob das Tor schon vor dem Überschreiten der Torlinie durch den Puck verrückt war, gaben dann aber den Treffer. Roßmy kam so bei seinem Profidebüt zu seinem zweiten Scorerpunkt. Danach waren dei Füchse weiter am Drücker. In einer Überzahl war Andres völlig frei vor dem Tor, schoss aber drüber. Und als Torwart Mac Carruth bei einem Wechsel der Gäste blitzschnell reagierte und einen langen Pass auf Streu spielte, entstand eine 2:1-Situation, Thomas Reichel kam zum Schuss, aber Torwart Herden rettete mit einem unglaublichen Hecht (32.). Auf der anderen Seite musste Mac Carruth eine überragende Leistung zeigen, um den Ausgleich zu verhindern. Er bleib Sieger gegen die allein vor ihm auftauchenden Järveläinen, Lillich und Davidek Sieger.

Mac Carruth rettet den Punkt

Das Schlussdrittel begann mit einem Nackenschlag für die Füchse. Als Karrer aus der Distanz abzog, konnte Kieslinger den Schläger unmittelbar vor dem Tor in die Flugbahn des Pucks halten und veränderte die Richtung so, dass Mac Donald im Tor keine Chance hatte (43.). Das schien die Lausitzer Füchse zu beeindrucken. die danach auch noch in Unterzahl gerieten. Als sie die gut überstanden und Järveläinen auch noch für die Gäste eine Strafe kassierte, konnte das Spiel wieder zurück kippen. Aber in dieser und auch der nächsten Überzahl gelang den Füchsen nicht viel. Offensichtlich war dabei auch, dass der zuletzt verletzte Rylan Schwartz noch nicht wieder im Vollbesitz seiner Kräfte war. Er wurde immer wieder für Schüsse gesucht, aber anders als in seinen überragenden Vorbereitungsspielen entstand diesmal kaum Torgefahr. So langsam lief dann beiden Seiten die Zeit davon. Und dann hatten die Füchse kurz vor Schluss auch noch doppelte Unterzahl. Die überstanden sie mit großem Kampf und einer Glanzparade von Mac Carruth 20 Sekunden vor Schluss.

Es ging in die Verlängerung. In der hatten die Gäste die besseren Chancen, aber Füchse-Torwart Mac Carruth war immer wieder zur Stelle und hielt die Füchse mit seinen Paraden im Spiel. Im Penaltyschießen traf Davidek für die Gäste, Farmers Treffer wurde aberkannt, weil er nach der Parade des Torwarts den Puck ins Tor schob. Als Tyler Gron dann auch den zweiten Penalty für die Gäste verwandelte, war der zweite Punkt in Bayreuth.

Am Sonntag geht es jetzt nach Dresden zum Sachsenderby.

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