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Weißwasser

Füchse-Niederlagenserie geht immer weiter

In Kaufbeuren holen die Lausitzer nach einer 3:1-Führung am Ende einen Punkt. Bester Spieler war der Torwart.

Meist standen die Füchse unter Beschuss, hatten nach zwei Dritteln weniger als halb so oft aufs Tor geschossen wie die Gastgeber. Torwart Mac Carruth hielt seine Mannschaft aber im Spiel, auch wenn er einmal danebengriff.
Meist standen die Füchse unter Beschuss, hatten nach zwei Dritteln weniger als halb so oft aufs Tor geschossen wie die Gastgeber. Torwart Mac Carruth hielt seine Mannschaft aber im Spiel, auch wenn er einmal danebengriff. © Titus Fischer

Es war so etwas wie die allerletzte Chance für die Lausitzer Füchse. Gegner Kaufbeuren war Tabellenachter, lag also auf dem letzten Play-off-Platz. Mit einem Sieg hätten die Füchse bei noch 17 offenen Spieltag auf sechs Punkte aufschließen können. Am Ende der Partie aber wuchs der Rückstand auf Kaufbeuren auf zehn Punkte. Nach einer 3:1-Führung kassierten die Füchse erst völlig verdient den Ausgleich und in der Verlängerung das 4:3 – trotz eines überragenden Carruth im Tor.

Die Lausitzer Füchse hatten ja nur eine Nacht zwischen der deprimierenden 4:6 Niederlage in Heilbronn (nach 4:1-Führung) und diesem Spiel in Kaufbeuren. Nach einer von beiden Seiten verhaltenen Anfangsphase kamen die Füchse zum ersten Überzahlspiel. Es traf die schlechteste Unterzahlmannschaft der Liga (Kaufbeuren) auf das schlechteste Überzahlteam (Weißwasser). Der nominellen Top-Reihe um Kerbashian gelang nichts. Im Gegenteil: Fast wäre bei einem Konter der Gastgeber ein Gegentreffer gefallen. Die letzten 25 Sekunden gehörten der zweiten Reihe um Clarke, und die versuchte es mit einfachen Mitteln. Pozivil schoss von der Blauen Linie, Andres hatte den ersten Nachschuss, Clark den zweiten, den er aus spitzem Winkel zum 0:1 versenkte. Danach musste sich Füchse-Torwart Carruth mehrfach auszeichnen. Besonders gegen Gracel zeigte er eine klasse Parade. Eine Unterzahl (Roßmy) überstanden die Füchse relativ problemlos. Eine Riesenchance hatten dann Blomqvist und Gracel, aber Carruth hatte immer seine Schoner unten. Aus einer Befreiung erzielten die Füchse dann das 0:2. Andres spielte Verteidiger Walters frei, der Maß nehmen konnte, die Lücke unter der Stockhand von ESVK-Torwart Hötzinger sah und genau traf – 0:2. Bei diesem Spielstand blieb es bis zum Drittelende. Die Füchse hatten einfach ihre Chancen besser genutzt und mit Mac Carruth auch einen sehr starken Torwart zwischen den Pfosten. Kurz vor Drittelende hatte Carruth auch Glück, als ein Blomqvist-Schuss von ihm pariert wurde, der Puck nach oben abprallte, auf das Tor fiel und vom Dach des Tores vor die Torline fiel. Dort konnte Carruth gemeinsam mit seinen Verteidigern den Einschlag gerade so verhindern. Die Führung der Füchse täuschte angesichts von 20:11-Torschüssen für Kaufbeuren etwas über die Kräfteverhältnisse auf dem Eis hinweg.

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Das Mitteldrittel begann mit den Anschlusstreffer für Kaufbeuren. Der bislang so starke Carruth griff bei einem Schuss von Gracel aus dem Bullykreis bei freier Sicht vorbei. Sekunden später hatte Schwartz die Riesenchance zum Ausgleich, aber Schwartz scheiterte nach guter Vorarbeit von Kerbashian am Torwart. Wenig später kamen die Füchse für ein Minifoul etwas glücklich zu einer Überzahl – und nutzten sie wieder. Schwartz fälschte einen Schuss von Pozivil ins Tor ab. Dann musste auf der anderen Seite Brad Ross auf die Strafbank, und es fiel das 2:3. Als Wörle mit Tempo ins Drittel der Füchse lief und Kania einen Check gegen ihn an der Blauen Linie verpasste, fehlte der Füchse-Verteidiger vor dem Tor. Nach einem Doppelpass mit Lammers war Wöhrle dann völlig allein am langen Pfosten. Danach rettete Füchse-Torwart Carruth mit Klasseparaden mehrfach überragend, vor allem gegen Blomqvist. Bei einem Pfostenschuss von Voit hatte Carruth dann auch das nötige Glück. Dann aber fiel doch der inzwischen verdiente Ausgleich. Ketterer spielte genau auf den Schläger von Blomqvist, der ihn über den Schoner von Carruth in die kurze Ecke abfälschte. Nach einem klar überlegenen Drittel der Kaufbeurer (Schussverhältnis 15:5) war der 3:3-Zwischenstand noch das Beste.

Die Füchse begannen das Schlussdrittel mit einer Druckphase, brachten den Puck jetzt oft Richtung Tor, allerdings ohne eine ganz große Chance zu erspielen. Döring hatte nach Vorarbeit von Kerbashian und Schwartz eine gute Chance, traf aber aus wenigen Metern nur die Maske von Hötzinger. Eine weitere Unterzahl überstanden die Füchse, ohne viel zuzulassen. Dann holte Roßmy eine Strafe heraus. Dann wurde Brad Ross von den Beinen geholt, aber es gab Strafen für seinen Gegenspieler. So endete die dritte Überzahl der Füchse erstmals ohne Tor. In der letzten Spielminute hatten die Füchse noch eine Riesenchance. Döring drang mit hohem Tempo ins Kaufbeurer Drittel ein und legte dann zurück auf Schwartz, der mit seinem Direktschuss am Torwart scheiterte.

So ging es in die Verlängerung. Dort kam es nach zwei Minuten zum entscheidenden Duell von Krebashian mit Gracel. Der Füchse-Topscorer verlor den Puck an den Kaufbeurer, lief dann hinterher, konnte seinen Gegenspieler aber nicht stoppen. Gracel drehte vor dem Tor eine Pirouette und lies Carruth im Füchse-Tor keine Chance. Ein Punkt dürfte für die Füchse zu wenig sein, um nochmals Richtung Play-offs zu schielen. Ein mittelgroßes Wunder müsste her. Am Freitag müsste es mit einem Sieg über die Löwen Frankfurt beginnen.

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