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Füchse-Trauerspiel zum Jahresauftakt

Die Heimpartie gegen Bad Tölz geht klar verloren. Das Hauptproblem der Gastgeber wird dabei offensichtlich.

Von Frank Thümmler
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Ein Bild mit Aussagekraft: Füchse-Topscorer Peter Quenneville wird vom Tölzer Cam Spiro an die Bande gedrückt – kein Durchkommen.
Ein Bild mit Aussagekraft: Füchse-Topscorer Peter Quenneville wird vom Tölzer Cam Spiro an die Bande gedrückt – kein Durchkommen. © Thomas Heide

Die Lausitzer Füchse haben alles andere als einen guten Start ins neue Jahr erwischt. Das heimspiel gegen die Tölzer Löwen ging klar mit 0:4 verloren, obwohl die Gäste mit einem Aufgebot von nur zwölf Feldspielerrn angereist war. Aber das reichte allemal gegen enttäuschende Lausitzer Füchse.

Beide Mannschaften klagten über zahlreiche Ausfälle. Auf Füchse-Seite fehlten die verletzten Breitkreuz, Mueller und die erkrankten Valentin und Döring, dazu noch Roßmy und Geibel wegen der U20-WM.Die Tölzer Löwen konnten dagegen nur zwlf Spileer, also nicht einmal drei komplette Sturmreihen aufbieten. Die Füchse hatten trotz der Ausfälle ein komplette Reihe mehr zur Verfügung, wobei die eigentlichne Verteidiger Kuschel und Reiner im Sturm aushalfen und auch die jungen Berliner Förderlizenzspieler Visner und Fleischmann mit an Bord waren.Die Devise, hohes Risiko zu gehen und in Konter zu laufen, war aus Füchse-Sicht also klar: Mit hohem Tempo die Gäste zermürben, ohne dabei zu laufen. Die Gäste waren von Anfang an darauf bedacht, nicht zu viel Aufwand zu treiben und bei Kontern schnell abzuschließen. Das gelang den Gästen im ersten Drittel besser. Während die Füchse kaum zu echten Chancen kamen und Gästetorwart Jimmy Hertel nur selten prüften, waren die Bad Tölzer gefährlicher, erst recht als sich Mäkitalo im gegnerischen Drittel eine Strafe einhandelte. Zwar überstanden die Füchse die Unterzahl, aber die Gäste waren jetzt besser im Spiel, Hungerecker musste einige Male eingreifen. Und als Bednar dann den Puck hinter der eigenen Grundlinie vertändelte, die Füchse den Puck danach nicht aus dm Drittel klären konnten, gelang den Gästen der Führungstreffer. Schlage hatte aus der Distanz abgeschlossen, Miller den Puck unmittelbar vor dem Füchse-Torwart abgefälscht. Die Füchse versuchten dann sichtlich, das Tempo zu erhöhen, bis sich Mäkitalo die nächste Strafe einfing. IN Unterzahl ließen die Füchse nichts zu, es ging mit einem 0:1 in die Kabinen – sicherlich zu einer Standpauke der Füchse-Trainer. Das Schussverhältnis von 12:5 nach dem ersten Drittel für die zahlenmäßig unterlegenen Gäste sprach Bände.

Im Mitteldrittel überstanden zunächst die Füchse den Rest der Unterzahl, woraufhin die Füchse gleich die nächste Strafe kassierten. In der Unterzahl verhinderte Füchse-Torwart Hungerecker mit zwei starken Paraden den zweiten Einschlag. Danach erhöhten die Füchse aber endlich den Druck, nahmen das Hertel-Tor unter Beschuss. Die Füchse kamen zu einer ersten Überzahl, in der Mäkitalo allein vor dem Tor die beste Chance hatte und Quenneville einen seiner Direktschüsse abgab. Aber Hertel blieb Sieger und mit Ablauf der Unterzahl musste auf der anderen Seite Hungerecker retten. Und als dann der Tölzer Schlager einfach abzog und zum 0:2 (30.) traf, musste man um die Füchse fürchten. Es hagelte dann die nächste (fragwürdige Strafe, in der Quenneville bei einem Konter die beste Chance hatte, aber im letzten Moment noch entscheidend gestört wurde. Wenig später jubelten die Füchse nach einem Carsson-Schuss schon, aber Götz kratzte die Scheibe noch von der Torlinie. Da fehlte den Füchsen ein wenig das Glück, genauso wie wenig später, als ein Abfälscher von Quenneville an Torwart Hertel landete. Ritter kassierte dann die schon fünfte Strafe für die Füchse. Diesmal wurde es bestraft: Eberhardt fälschte vor dem Tor einen Schuss ab – 0:3.

Das offensichtliche Problem der Füchse wie gehabt und erst recht angfesichts des Ausfalls einer nominell möglichen zweiten Sturmreihe (Breitkreuz – Valentin – Mueller): Nur von der Top-Reihe ging Gefahr aus – und der fehlte eben das letzte Quäntchen. Es war zu erwarten, dass Trainer Chris Straube seinen Top-Spielern im Schlussdrittel sehr viel Eiszeit geben würde.Wie unzufrieden Straube damit war, zeigte sich auch darin, dass er Verteidiger Hanusch in den Sturm der zweiten Reihe schickte. Die Füchse erhöhten dann zwar den Druck, aber so richtige Chancen ergaben sich nicht. Die Tölzer beschränkten sich weitestgehend darauf, die Scheibe aus dem Abwehrdrittel zu spielen. Den Füchsen lief dann so langsam die Zeit davon. Die Tölzer schafften es zudem, ohne Strafen auszukommen, während Garlent im Kampf um den Puck die inzwischen sechste Füchse-Strafe kassierte (52.). IN Überzahl hatten die Tölzer eine Riesnechance, aber Hungerecker rettete. Bereits fünf Minuten vor Schluss nahmen die Füchse den Tormann vom Eis. Ein Baxmann-Schuss konnte vom Tölzer Torwart Hertel gerade so abgewehrt werden. Der Füchse-Treffer gelang nicht, dafür nach mehreren vergeblichen Versuchen der Weitschuss der Gäste ins leere Tor. Damit war auch das letzte Fünkchen Hoffnung auf Punkte für die Füchse erloschen. Die restliche Spielzeit wurde dann auch „abgeschenkt“.

Es bleibt nur wenig Zeit zum analysieren. Am Mittwoch müssen die Füchse zum Auswärtsspiel nach Kaufbeuren. Ohne deutliche Leistungssteigerung und mit so wenig Energie auf dem Eis dürfte es dort sehr schwer werden, etwas mitzunehmen.

Statistik

Lausitzer Füchse–Tölzer Löwen 0:4 (0:1, 0:2, 0:1)

Tor: 0:1 Dennis Miller 15:27 (Assist: Schlager, Horschel), 0:2 Philipp Schlager 29:52 (Horschel, Leitner), 0:3 Markus Eberhardt 38:58 (Überzahl, Brady, Spiro), 0:4 Lubor Dibelka 57:21 (empty net, Schlager, Kolb)