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Füchse unterliegen in spannendem Derby

Die Entscheidung fällt erst vier Minuten vor Schluss. Und es kommt noch schlimmer: Die Füchse verlieren zwei Spieler.

Von Frank Thümmler
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Füchse-Stürmer Hunter Garlent fiel erneut mit Schnelligkeit und Technik auf. Auch die Füchse-Führung erzielte der 26-jährige Kanadier.
Füchse-Stürmer Hunter Garlent fiel erneut mit Schnelligkeit und Technik auf. Auch die Füchse-Führung erzielte der 26-jährige Kanadier. © Gunnar Schulze

Die Lausitzer Füchse haben das Sachsenderby gegen die Dresdner Eislöwen trotz einer kämpferischen Leistung und einer Führung nach zwei Dritteln mit 1:3 verloren. Die ausgeglichener besetzten Gäste drehten das Spiel im Schlussdrittel.

Natürlich fehlte von der ersten Sekunde an die sonst so stimmungsvolle Kulisse. Beide Mannschaften versuchten, den Fans, die im Livestream mitfieberten, ein intensives Spiel zu bieten. Zweikämpfe wurden hart geführt, Checks zu Ende gefahren und die Defensive immer mitgedacht. Chancen blieben so Mangelware. Nach und nach kamen die Dresdner besser ins Spiel. Füchse-Torwart Hungerecker musste gegen Schüsse von Knackstedt und Rundqvist parieren. Auf der anderen Seite hatte Quenneville die beste Chance, als er von Garlent freigespielt an Eislöwen-Torwart Schwendener scheiterte. Insgesamt aber blieben die Dresdner überlegen, kamen auch immer wieder zu Abschlüssen aus gefährlichen Positionen, aber Füchse-Torwart Hungerecker war immer wieder auf dem Posten. Die letzte Aktion des Drittels machte Mut: Mueller prüfte mit einem Scharfschuss den Gästetorwart.

Zum zweiten Drittel kam Kapitän Clark Breitkreuz nicht zurück aufs Eis. Wegen einer Schnittwunde an der Hand musste er ins Krankenhaus. Und auch Richard Mueller musste passen. Das hatte natürlich einige Umstellungen in den Füchse-Reihen zur Folge. Die erste Chance im Mitteldrittel hatte dann Füchse-Verteidiger Baxmann, der von hinter dem Tor freigespielt aus fünf Metern an Schwendener scheiterte. Nach 27 Minuten kassierte Füchse-Stürmer Detig bei einer Rettungsaktion die erste Strafe des Spiels. Die Eislöwen setzten sich zwar im Drittel fest und schossen auch mehrfach Richtung Tor, aber Hungerecker und seine Vorderleute konnten alles abwehren. Auf der anderen Seite zog Mäkitalo eine Strafe, als sich ein Dresdner nur noch mit Foul zu helfen wusste. Quenneville, später Valentin und bei Gleichzahl Hanusch hatten gute Chancen für den Dresdner Führungstreffer. Dann aber musste erneut Detig nach einer eher kleinlich entschiedenen Strafe auf die Bank. Erneut geriet das Füchse-Tor unter Druck, aber die Gastgeber schafften es erneut, ein Tor zu verhindern. Auf der anderen Seite hatte Garlent nach einer Puckeroberung von Quenneville hinter dem Dresdner Tor eine Riesenchance, verzog aber – wohl selbst überrascht. Für die Füchse rettete dann Hungerecker nach einem Puckverlust von Reiner. Ein Konter brachte dann das 1:0 für die Füchse. Ritter schaffte im eigenen Drittel den Befreiungs-Pass. Garlent konnte mit Tempo ins Angriffsdrittel laufen. Die Dresdner rechneten mit einem Pass auf den durchgestarteten Quenneville, aber Garlent zog in die Mitte und zog gegen die Laufrichtung des Torwarts ab (37.). Dann kassierten die Dresdner eine weitere Strafe, hatten in Unterzahl durch eine überragende Einzelleistung von Knack-stedt die beste Chance.

In den 45 Sekunden verbliebener Überzahl zu Beginn des Schlussdrittels hatten die Füchse zwei dicke Chancen: Erst scheiterte Quenneville mit einem Direktschuss aus Nahdistanz, dann spielten die Füchse alles aus, aber der letzte Querpass war nicht genau genug. Auf der Gegenseite hatten die Füchse Glück, als ei Dresdner einen abgewehrten Puck einfach volley aus der Luft nahm und den Pfosten traf. Der Ausgleich fiel nach einem krassen Fehler der Füchse im eigenen Drittel, als Baxmann den Puck verlor. Letztlich kam Rundqvist völlig frei vor dem Tor zum Abschluss und traf über Hungereckers Fanghand ins Dreiangel (44.). Mit abnehmender Spielzeit wurde immer klarer, dass der nächste Treffer entscheiden könnte. Die nächste Chnace dazu hatten dir Füchse, für die Hanusch mit der Rückhand den Pfosten traf. Wenig später kassierte Baxmann eine unnötige Strafe im Angriffsdrittel, aber auch diese Unterzahl überstanden die Füchse mit viel Kampf. Dann aber gelang den Gästen vier Minuten vor Schluss der Treffer. Suvanto fälschte einen gut getimten Pass vor das Tor entscheidend ab. Die Füchse musste n alles riskieren. Baxman wurde eine klare Strafe verwehrt, Hanusch ließ einen Gegenspieler aussteigen, aber in seinen Querpass warf sich ein Dresdner. Knackstedt nahm die Scheibe auf und versenkte sie im inzwischen leeren Tor zum 1:3 – die endgültige Entscheidung.

Am Ende jubelten die Gäste über einen nicht unverdienten Sieg in einem über weite Strecken ausgeglichenen Spiel. Am Donnerstag reisen die Füchse zum letzten Spiel des Jahres zum Letzten nach Selb.

Statistik:

Lausitzer Füchse–Dresdner Eislöwen 1:3(0:0, 1:0, 0:3)

Tore: 1:0 Hunter Garlent 36:24 (Assist: Quenneville, Ritter), 1:1 David Rundqvist 44:49( Filin, Kuhnekath), 1:2 David Suvanto 55:51 (Rundqvist, Filin), 1:3 Jordan Knackstedt 58:50 (empty net, Mannes, Walther)