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Weißwasser

Füchse zeigen Reaktion auf Topscorer-Abgang

Gegen die favorisierten Frankfurter gelingt ein Sieg in der Verlängerung. Dabei lagen die Füchse mit zwei Toren zurück.

Rylan Schwartz ist der neue Rothelm (Topscorer) der Füchse. Er war gegen Frankfurt auch der torgefährlichste Spieler der Lausitzer und erzielte sein Tor – allerdings nicht in dieser Szene.
Rylan Schwartz ist der neue Rothelm (Topscorer) der Füchse. Er war gegen Frankfurt auch der torgefährlichste Spieler der Lausitzer und erzielte sein Tor – allerdings nicht in dieser Szene. © Thomas Heide

Den Lausitzer Füchsen ist endlich wieder ein Sieg gelungen, mit 4:3 in der Verlängerung, und gegen einen Mitfavoriten der Liga, die Löwen Frankfurt. Dabei sah nach dem Gegentreffer zum 1:3 im Schlussdrittel schon alles nach einer weiteren Niederlage aus.

Es war das erste Spiel nach dem zumindest für Außenstehende überraschenden Abgang des Weißwasseraner Topscorers Kale Kerbashian zum Gegner dieses Abends (allerdings spielte Kerbashian am Freitag noch nicht). Wer den Kanadier in den vergangenen Wochen beobachtet hatte, dürfte nicht ganz so überrascht gewesen sein. Zu lustlos wirkte vor allem seine Defensivarbeit auf dem Eis, fast aufreizend spielte er Querpässe im Angriffsdrittel, die nicht selten zu Kontern und Gegentoren führten, zu unmotiviert wirkte seine Körpersprache. Und das alles bei seiner für die DEL 2 unbestritten großen technischen Klasse und Schnelligkeit. Ob es am Ende die Trostlosigkeit in Weißwasser zu Corona-Zeiten bei anhaltenden Misserfolgserlebnissen war, oder ein Anruf aus Frankfurt, die dringend ihre offene Ausländerposition vor Ablauf der Wechselfrist besetzen wollten, die Kerbashian bewog, bei Füchse-Geschäftsführer Rohrbach anzufragen, ob der Vertrag nicht aufgelöst werden könnte, bleibt ein Geheimnis.

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Kerbashians erstes Statement nach seinem Wechsel lautete so: „Ich bin sehr froh, mich Frankfurt anzuschließen. Frankfurt war aus meiner Sicht die stärkste von allen Mannschaften, gegen die ich in dieser Saison gespielt habe. Nachdem ich mit Franz und meinem Agenten gesprochen habe, weiß ich, wie sehr das Team gewinnen will – und ich freue mich drauf, die Gelegenheit zu bekommen, dem Löwen-Rudel dabei zu helfen.“

Füchse geraten schnell in Rückstand

Die Füchse, die zuletzt auch so schon große Probleme hatten, Torgefahr zu erzielen, waren ohne den Topscorer erst recht in der Außenseiterrolle gegen den Meisterschafts-Mitfavoriten aus Frankfurt. Nach einer recht ausgeglichenen Startphase übernahmen die Gäste dann auch das Kommando. Als der neue Topscorer Schwartz einen harten Check zu Ende fuhr, aber der Puck durchrutschte, hatte Proft freie Bahn, zog vor das Tor und schob die Scheibe dem Füchse-Tor Carruth zum 0:1 durch die Beine (5.). Wenig später holte Roßmy eine Strafe heraus. In der Überzahl hatten Schwartz den Ausgleich auf dem Schläger, scheiterte aber mit seinem Trick vorm Tor. Die größere Möglichkeit hatten die Gäste, als Brad Ross vor dem eigenen Tor der Stock brach und er dann für den schon geschlagenen Carruth mit einem Hechtsprung auf der Linie rettete. Danach waren die Frankfurter die überlegene Mannschaft, aber das Tor fiel auf der anderen Seite. Brad Ross setzte sich an der Bande durch, war dann auf und davon und legte den Pass zurück zum nachlaufenden Schwartz. der ließ erst einen Gegenspieler und dann Torwart Kucis aussteigen und hob den Puck unter die Latte (15.). Die Führung währte nicht lange. Aus eine Bully schafften die Gäste das 1:2. Nach einem Querpass zog Kretschmann direkt ab und traf über die Fanghand von Carruth. Kurz vor Drittelende hatte Detig nach starker Vorarbeit von Rentsch noch die Ausgleichschance, aber er scheiterte an Kucis.

Ausgeglichenes Mitteldrittel

Im Mitteldrittel versuchten die Füchse, mit viel läuferischem Aufwand zum Erfolg zu kommen. das Spiel war relativ ausgeglichen. Carruth musste einige gefährliche Schüsse abwehren, auf der anderen Seite hatte Andres eine gute Nachschusschance. in der 31. Minute lief Reichel allein aufs Gästetor zu, verlor den Puck aber bei einer Finte. Sekunden später kassierte Andres die erste Füchse-Strafe. Die Frankfurter trafen mit einem verdeckten Schuss von der Blauen Linie den Pfosten. Glück hatten die Füchse nochmal, als ein Abpraller von Carruth über das Tor ging. Auf der anderen Seite hatte Kucis Probleme, nachdem Rentsch einen Schuss abgefälscht hatte. Mac Auley traf auf der anderen Seite noch den Außenpfosten. Für die Füchse scheiterte Schwartz nach einem Konter am Torwart. Kurz vor Drittelende kassierten die Füchse noch eine Strafe, aber die Chancen vor dem Schlussabschnitt waren noch intakt.

Zwei-Tore-Rückstand schnell beantwortet

Nach einer Minute des Schlussdrittels kassierte Pozivil, der die Scheibe beim Befreiungsschlag über die Bande spielte, eine weitere Strafe (wegen Spielverzögerung). Die 50 Sekunden doppelte Unterzahl und auch die weitere Strafen überstanden aber die Füchse. Dann trafen aber die Frankfurter mit einem Schuss von der Blauen Linie, bei dem Carruth nicht gut aussah. Nach dem 1:3 glaubten nur noch die größten Optimisten an die Füchse, aber als Rentsch im Frankfurter Drittel an den Puck kam und die Scheibe sofort Richtung Tor brachte, stand dort Martin frei und traf zum 2:3. Wenig später verlängerte Reichel den Puck gefährlich Richtung Kucis-Tor. Die Füchse kamen dann zu einer Überzahl und nach einem Handpass der Gäste zu einer 19-sekündigen doppelten Überzahl. Clark nutzte das zu einem Handgelenkschuss Richtung lange Ecke, der zum 3:3 einschlug (54.). Die Füchse schienen danach sogar die größeren Kraftreserven zu haben, aber eine Minute vor Schluss holte sich Schwartz mit einem übermotivierten Check an der Bande noch eine Strafe ab. Die Füchse retteten sich in die Verlängerung, hatten einen überraschenden Punkt sicher.

Auch die Unterzahl in der Verlängerung überstanden die Füchse. Bei Drei-gegen-Drei eroberte dann Brad Ross den Puck, konnte allein Richtung Kucis laufen und schob dem Löwen-Torwart den Puck durch die Beine – endlich wieder ein Erfolgserlebnis. Am Sonntag geht es jetzt nach Bad Nauheim.

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