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Für diesen Füchse-Spieler folgt noch das Saisonhighlight

Der 17-jährige Bennet Roßmy aus Olbersdorf will zur U18-WM. In Weißwasser glaubt er noch an die Playoffs, trotz Pleite in Bietigheim.

Als 17-jähriger Jugendspieler noch mit Schutzgitter, aber in der DEL 2 mit seinen technischen Fähigkeiten und seiner Handlungsschnelligkeit durchaus schon auffällig: Bennet Roßmy..
Als 17-jähriger Jugendspieler noch mit Schutzgitter, aber in der DEL 2 mit seinen technischen Fähigkeiten und seiner Handlungsschnelligkeit durchaus schon auffällig: Bennet Roßmy.. © Thomas Heide

Die Corona-Saison neigt sich für die Lausitzer Füchse langsam dem Ende entgegen. In der Hauptrunde stehen nur noch acht Spiele an. Nach einer unglücklichen 3:2-Niederlage am Sonnabend in Bietigheim ist das Erreichen der Play-offs der ersten acht Mannschaften für die Lausitzer Füchse zwar rein rechnerisch immer noch möglich, wird aber unwahrscheinlicher. Es sind acht Punkte Rückstand auf den Achten Crimmitschau, der zudem ein Spiel mehr offen hat. In der Tabelle sind jetzt auch noch Bad Nauheim und Heilbronn vorbeigezogen, die mit ein bzw. zwei Spielen mehr in der Hinterhand deutlich bessere Chancen als die Füchse auf Platz acht haben. Die Füchse bräuchten wohl nahezu die noch möglichen 24 Punkte, um sich für das Play-off-Viertelfinale zu qualifizieren.

17-Jähriger schon feste Größe

Für einen im Füchse-Trikot war diese vielleicht verlorene Saison (wohl keine Play-offs, keine Zuschauer, keine Spannung wegen des ausgesetzten Abstiegs) trotzdem eine ganz besondere: Bennet Roßmy. Der Olbersdorfer war gerade 17 Jahre und gut drei Monate alt, als er sein Profidebüt gab und gleich in seinem ersten Spiel bei der 2:3-Niederlage gegen Bayreuth mit einem spektakulären Tor und einer Vorlage für Aufsehen sorgte. Inzwischen hat das Stürmertalent 40 Spiele mit viel Eiszeit – immer in einer der ersten drei Sturmreihen – absolviert, dabei drei Tore erzielt und war an neun weiteren Füchse-Treffern als Vorlagengeber beteiligt.

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Auch wenn Bennet Roßmy mit dem „Scoren“ zuletzt nicht ganz zufrieden war, hat sich vieles von dem erfüllt, was er sich erhofft hatte: „Mir war vor allem wichtig, viel Eiszeit zu bekommen, damit ich mich weiterentwickeln kann. Das hat mir der damalige Trainer Corey Neilson nach den Vorbereitungsspielen in Aussicht gestellt, und das war dann ja auch so.“ Neilson hatte sich nach den ersten Spielen auch euphorisch geäußert, den jungen Spieler als möglichen NHL-Draft-Pick (da sichern sich die Clubs der weltbesten Liga die weltbesten Talente) bezeichnet.

Bennet Roßmy hat sich inzwischen an das „Männer-Eishockey“ gewöhnt: „Die Gegner sind hier schon kräftiger als beim Nachwuchs. Aber ich spiele gern körperlich, bin ja auch nicht der Kleinste und Leichteste.“ Die 1,91 Meter Körpergröße bringt der Olbersdorfer mit, aus den 85 Kilo Körpergewicht zu Saisonbeginn sind inzwischen gut 90 Kilo geworden – der Zuwachs fast ausschließlich Muskelmasse. Von allein kommt das nicht. Der 17-Jährige schiebt Extraschichten im Fitnessstudio. In normalen Spielwochen arbeitet er am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag am Muskelaufbau, dazu noch nach Spielen mit weniger Eiszeit. Zum Vergleich: Das große Vorbild Leon Draisaitl, der 25-jährige Deutsche war bester Spieler der vergangenen NHL-Saison, wiegt bei 1,88 Metern Körpergröße 94 Kilo. Was die Deutschen in Amerika so erreichen, verfolgt Bennet Roßmy. „Wir schauen uns auf den Busreisen oft die Highlights an.“ Sicherlich auch auf der Rückfahrt am Sonnabend aus Bietigheim.

Roßmys Zukunft ist noch ungeklärt

Die nächste Gelegenheit nach der bitteren Niederlage dort, den Rückstand zu verkürzen, besteht am Montag. Dann kommen die Dresdner Eislöwen, bei denen es gerade nicht rund läuft, zum Sachsenderby nach Weißwasser. Das Spiel, leider erneut ohne Zuschauer, wird ab 19.30 Uhr im Livestream auf Sprade übertragen. Sollten die Füchse dieses Spiel nicht gewinnen, dürfte der Glaube an das Playoff-Viertelfinale auch bei den Spielern so langsam schwinden, auch wenn Bennet Roßmy nach wie vor von der Stärke seiner Mannschaft überzeugt ist: „Wenn jeder auf dem Eis sein Ding macht und seine Battles gewinnt, dann können wir auch jeden Gegner schlagen. Die Play-offs sind immer noch drin. Und wenn wir die schaffen, könnten wir auch gegen ein Spitzenteam wie Kassel überraschen.“

Unabhängig davon, ob die Saison für die Lausitzer Füchse nach dem letzten Hauptrundenspiel am 11. April zu Hause gegen Bad Nauheim beendet ist, für Bennet Roßmy hält sie aller Wahrscheinlichkeit nach einen weiteren Höhepunkt bereit: die U18-Weltmeisterschaft, die ab dem 26. April in den USA stattfinden wird und wo Deutschland in der Vorrunde auf große Eishockey-Nationen trifft: Russland, USA, Tschechien und Finnland. Bennet Roßmy gehört seit Jahren zum Nationalmannschaftskader seiner Altersklasse und zu den wenigen, die bereits gehörige Profi-Erfahrung besitzen. Und es ist kein Geheimnis, dass auf den Tribünen die Scouts der NHL-Clubs sitzen werden, um nach Talenten für den folgenden Draft Ausschau zu halten.

Dass der Olbersdorfer jetzt noch nicht beantworten kann, wie es mit seiner Eishockey-Karriere weitergeht, ist nur allzu verständlich. „Wir reden mit meinem Berater gerade viel darüber“, sagt der Olbersdorfer. Für ihn ist nur eines klar: Er will spielen, und das nicht nur wenige Minuten pro Spiel. Für die Füchse-Fans könnte das auch eine Hoffnung sein, das Riesentalent in der neuen Saison auch mal live zu sehen: Ein Wechsel zu einem DEL-Club wie den Eisbären mit einer Förderlizenz wie für die Lausitzer Füchse ist zumindest nicht ausgeschlossen ...

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