merken
Weißwasser

Kassel findet spät die Lücken

Die Lausitzer Füchse unterliegen den Kassel Huskies mit 1:3. Der Druck der Gäste ist zu groß, um eine 1:0-Führung ins Ziel zu bringen.

Hunter Garlent konnte sich gegen Kassel nur selten in Szene setzen.
Hunter Garlent konnte sich gegen Kassel nur selten in Szene setzen. © Thomas Heide/Archiv

Die Lausitzer Füchse sind mit einer Niederlage gegen die Kassel Huskies aus der Länderspielpause zurückgekehrt. Dabei hatten sie eine 1:0-Führung, auch dank der starken Leistung von Goalie Tobias Ancicka, lange gehalten, mussten sich dann aber dem Druck der Gäste beugen. Kassel gelang damit der vierte Sieg in Serie.

Dass die Begegnung gegen die Hessen ein schweres Stück Arbeit würde, zumal durch die 2G-Regel ein Teil der gewohnten Zuschauerunterstützung fehlte, war klar. Aber Richard Mueller bescherte seiner Mannschaft nach 15 Sekunden mit einem Beinstellen im Niemandsland gleich einmal eine Extra-Aufgabe. Er bekam die fälligen zwei Minuten, die Unterzahl überstand Weißwasser aber gut. Die Huskies, mit dem Selbstvertrauen von drei Siegen in Folge angereist, spielten auch nach dem Powerplay oft den einen Pass zuviel, und ein Fuchs kam noch dazwischen. Echte Chancen für die Gastgeber waren erst einmal Mangelware, auch in der ersten Überzahl nach fünf Minuten. Vielmehr musste Tobias Ancicka mit einer Glanzparade den Unterzahltreffer der Huskies verhindern.

Gesundheit und Wellness
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de

Immer gerne informiert? Nützliche Informationen und Wissenswertes rund um das Thema Gesundheit und Wellness haben wir in unserer Themenwelt zusammengefasst.

Der Goalie der Füchse blieb gefordert. Wenn auch Kassel sich keine Großchancen erspielte, musste er immer wieder verdeckte Distanzschüsse abwehren. Die vielleicht beste Füchse-Gelegenheit vergab Jakub Kania in der 15. Minute, als er aus kurzer Distanz zu zentral abzog und Gerald Kuhn traf, der zu den besten Keepern der Liga gehört und zumindest als Aufsteiger mit Kassel immer wieder mit der DEL liebäugelt. Den Aufstieg hat Kassel zuletzt nicht geschafft, und auch in Weißwasser verlor es zunehmend Spielanteile. Korbinian Geibel, der nach langer Verletzungspause ein starkes Comeback feierte, scheiterte nach 16 Minuten an Kuhn.

Es häuften sich die Strafen. Bei einem Vier gegen Vier, Quenneville und Detsch saßen nach einem Gerangel auf der Bank, sammelte Kania zwei Minuten für einen Stockschlag. Auch im Vier gegen Drei ließ Kassel echten Durchschlag vermissen. Als nach Ablauf der Strafe Quenneville von der Bank kam, war er gleich vielversprechend in Richtung Kuhn unterwegs, wurde jedoch per Foul gestoppt. Die Füchse konnten ihre resultierende Überzahl aber auch nicht in Zählbares umwandeln.

Doch dann sieht es manchmal ganz einfach aus. Nach einem Bullygewinn kurz nach Beginn des zweiten Drittels war Tim Detig handlungsschnell und präzise im Abschluss, und plötzlich stand es 1:0. Eine mindestens genauso große Chance hatte nach 26 Minuten Hans Detsch für Kassel, aber er kam am Schoner von Ancicka nicht vorbei. So ging es dann auch Mueller nach einem bösen Kasseler Fehlpass, als er an Kuhn hängen blieb. Es war jetzt ein anderes, schnelleres Spiel mit mehr Gelegenheiten, wobei gerade Kassel nach wie vor zu zögerlich im Abschluss wirkte - gut für die Lausitzer Füchse.

Dennoch gerieten die Gastgeber zunehmend unter Druck, Jake Widmer traf klirrend den Pfosten. Stephane Döring, dessen dritte Reihe sich gut präsentierte, setzte für Weißwaser ein Lebenszeichen, aber auch sein Schuss landete bei Kuhn. Döring wurde im Abschluss gefoult, aber die Füchse konnten aus ihrer Überzahl nicht mehr als einige gut gemeinte, nicht zwingende Schüsse machen. Kania klärte dann noch einmal für die Füchse auf der Torlinie, dann ging das Spiel in die letzte Pause.

Kassel trat von Beginn des Schlussdrittels druckvoll auf. Joel Keussen hatte in der 41. Minute viel Platz, aber auch den Nachschuss hatte Ancicka. Eine Nachlässigkeit der Kasseler in der Abwehr brachte Breitkreuz die Riesenchance zum 2:0, im Gegenzug musste wieder Ancicka retten. Und dann fiel doch der Ausgleich, ähnlich wie bei Weißwassers 1:0 ging es nach einem Bully ganz schnell, Brett Cameron war erfolgreich. Und der Knoten bei ihm schien geplatzt, drei Minuten später preschte er in die Lücke zwischen zu zögerlichen Füchse-Verteidigern und sorgte für das 1:2.

Weißwasser kämpfte, kam aber nicht entscheidend durch. Baxmann scheiterte an Kuhn, Quennevielle verzog knapp. Auch Garlents Versuch, Geibels Vorlage ins Tor abzufälschen, war kein Glück beschieden. So sorgte Kassel ins leere Tor für den 1:3-Endstand. Die Niederlage soll das gelungene Debüt von Daniel Visner und Ilja Fleischman nicht schmälern. Die Stürmer im Teenager-Alter machten, so sah es auch Trainer Chris Straube nach der Partie, in ihrem ersten Profi-Spiel vieles richtig. Es waren die gestandenen Cracks, die manchmal nicht die richtigen Entscheidungen trafen, um vielleicht rechtzeitig das zweite Tor zu erzielen. Und dann Kassel die Lücken boten, die ein so stark besetztes Team auszunutzen versteht.

Mehr zum Thema Weißwasser