SZ + Weißwasser
Merken

Lausitzer Füchse verpassen Überraschung

Beim Titelfavoriten Frankfurt schnuppern die Lausitzer lange am Punktgewinn.

Von Frank Thümmler
 5 Min.
Teilen
Folgen
Der 19-jährige Daniel Visner (hier ein Archivbild) hatte in Frankfurt/Main sein persönliches Erfolgserlebnis: Der berliner Förderlizenzspieler erzielte sein allererstes Profitor.
Der 19-jährige Daniel Visner (hier ein Archivbild) hatte in Frankfurt/Main sein persönliches Erfolgserlebnis: Der berliner Förderlizenzspieler erzielte sein allererstes Profitor. © Thomas Heide

Die Lausitzer Füchse kehren mit einer (erwarteten) Niederlage aus Frankfurt/Main zurück. Die Entscheidung bei der 6:4-Niederlage fiel erst in den letzten Minuten, als die Füchse ihren Torwart vom Eis genommen hatten. Statt des Ausgleich gelang Frankfurt der Schuss ins leere Tor.

Die Lausitzer Füchse begannen beim klaren Favoriten recht selbstbewusst, versuchten, in der Abwehr vor allem die gefährlichen Räume vor dem Tor zuzumachen und selbst mutig anzugreifen. Nach gut drei Minuten führte das zu einer ersten Strafe für die Gastgeber. Und das führte gegen die statistisch beste Unterzahlmannschaft der Liga gleich zum Erfolg. Die Füchse kamen sofort in Powerplay-Aufstellung, ließen den Puck gut laufen. Schließlich hatte Garlent Platz, lief noch ein paar Schritte Richtung Tor und traf, während der wiedergenesene Breitkreuz Torwart Kucis die Sicht verdeckte. Die Gastgeber versuchten zu antworten, nahmen das Tor von Hungerecker unter Beschuss, kamen aber noch nicht zu den ganz gefährlichen Abschlüssen. Bei den Lausitzer Füchsen war ganz klar zu erkennen, dass sie das Spiel einfach und risikoarm halten wollten, im Zweifel den Puck einfach aus dem eigenen Drittel spielten und die Reihen wechselten. Quenneville holte sich dann jedoch eine unnötige Strafe im gegnerischen Drittel an – und die Frankfurter haben auch das beste Überzahlspiel der Liga. Es fiel dann auch der Ausgleich. Die Füchse stemmten sich lange gut dagegen, aber dann traf Sykora mit einem straffen Direktschuss (18.). Es wurde nicht besser, Hanuschs Handschuh landete bei einer Abwehraktion im Gesicht eines Frankfurters – erneute Strafe. Die Füchse hatten dann Pech, als die Schiedsrichter ein klares Beinstellen an Quenneville übersahen, als der Füchse-Stürmer gerade zum Konter ansetzen wollte. Die Füchse konnten dann das Unentschieden in die erste Drittelpause retten.

Das zweite Drittel begann mit 26 Sekunden Unterzahl für die Füchse. Diese Zeit überstanden die Füchse problemlos und machten es auch danach den Gastgebern schwer, gefährliche Aktionen zu kreieren. Die beste Chance hatte eigentlich Breitkreuz nach einem Konter. Dann aber fiel aus dem Nichts das 2:1 für die Gastgeber, und das höchst unglücklich für die Füchse. Beim Versuch, den Puck hinter der eigenen Grundlinie wegzuspielen, stand ein Schiedsrichter im Weg. Von dessen Schlittschuh sprang die Scheibe direkt zu dem frei stehenden Vogt, der den Puck sofort ins kurze Eck beförderte – Assist Schiedsrichter also. Die Lausitzer Füchse bekamen dann zwei Überzahlgelegenheiten nacheinander. Das erste verlief ohne echte Füchse-Chance, aber beim zweiten gab es nach nur zwölf Sekunden die nächste Herausstellung gegen die Frankfurter – also 1:48 Minuten doppelte Überzahl. Hanusch traf mit einem Direktschuss den Pfosten, sonst gelang den Füchsen zu wenig, es blieb beim 2:1 für die Gastgeber. Der Ausgleich gelang dann doch – bei Gleichzahl: Garlent kurvte wieder einmal durch Angriffsdrittel und brachte dann die Scheibe Richtung Tor. Dort fälschte sie Visner, der wegen des erneuten Fehlens von Mueller an der Seite der beiden Füchse-Topstürmer spielen durfte, die Scheibe ins Tor ab (35.). Die Schiedsrichter gönnten die Füchsen dann eine weitere Überzahl. Ein Tip-in-Versuch von Mäkitalo ging über das Tor, die Führung gelang den Füchsen nicht.

Es dauerte im Schlussdrittel nicht lange, bis die Füchse den vergebenen Überzahlchancen nachtrauerte. Diesmal kam die erste Füchse-Reihe nicht aus dem eigenen Drittel. Nach einem Querpass zog Wenzel direkt ab und ließ Hungerecker keine Chance – 3:2. Dann ging das Spiel „den Bach“ runter. Eine Parade von Hungerecker landete genau vor Vogt. Der traf zwar das Tor nicht, aber die Scheibe kam – unglücklich für die Füchse– auf der anderen Seite des Tores wieder heraus, und dort war McMillan ganz allein. Hungerecker versuchte vergeblich, noch mit einem Hechtsprung zu retten. Die Füchse riskierten jetzt etwas mehr und versuchten, das Gastgebertor unter Beschuss zu nehmen. Einen Höhepunkt lieferte der 19-jährige Müller, der sich auf einen Faustkampf mit dem 36-jährigen Raymond einließ und dabei ganz gut aussah. Kurzzeitig kam noch mal Hoffnung auf, als Carson mit einem Direktschuss von der Blauen Linie zum 4:3 traf. Aber es dauerte nicht lange, da war der Zwei-Tore-Abstand wieder hergestellt: Verteidiger Kania stürzte im eigenen Drittel, dadurch hatte der Frankfurter Moser freie Bahn und spielte Hungerecker aus. Der Füchse-Torwart konnte zwar noch parieren, aber Moser schlug den Puck im Fallen noch ins Netz. Jetzt lief den Füchsen endgültig davon. Aber die Füchse erzielten nochmals den Anschlusstreffer. Quenneville brachte die Scheibe mit einem eher verunglückten Schuss Richtung Tor. Die Scheibe rutschte Kucis durch die Schoner, Garlent setzte nach und die Scheibe rutschte hinter die Torlinie. Genau zwei Minuten waren da noch zu spielen. Die Füchse riskierten jetzt alles, nahmen den Torwart vom Eis und kamen auch zu zwei Abschlüssen, aber Kucis hielt die Schüsse fest und Sekunden vor Schluss machte Ex-Fuchs Schwartz mit einem Schuss ins leere Tor den Sack zu.

Die Füchse waren wieder einmal nah dran, holten aber keine Punkte. Schon am Dienstag besteht die nächste Chance. Allerdings wird es in Crimmitschau (20 Uhr) nicht einfacher.

Statistik

Löwen Frankfurt–Lausitzer Füchse 6:4 (1:1, 1:1, 4:2)

Tore: 0:1 Hunter Garlent 3:35 (Überzahl, Quenneville, Hanusch), 1:1 Tomas Sykora 17:09 (Überzahl, Raymond, Wenzel), 2:1 Constantin Vogt 25:16 (ohne Assist), 2:2 Daniel Visner 34:55 (Garlent, Quenneville), 3:2 Yannick Wenzel 42:55 (Faber, Freis), 4:2 Carson McMillan 46:20 (Vogt, Sonnenburg), 4:3 Brett Carson 53:54 (Garlent, Quenneville), 5:3 Ryon Moser 54:16 (Wenzel, Wirt), 5:4 Hunter Garlent 58:00 (Quenneville, Hanusch), 6:4 Rylan Schwartz 59:42 (empty net, ohne Assist)

Mehr Nachrichten aus Weißwasser und Umland lesen Sie hier.