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Weißwasser

Lausitzer Füchse verschenken zwei Punkte

Gegen die Heilbronner Falken geben die Lausitzer eine Zwei-Tore-Führung aus der Hand – nach einer plötzlichen Strafenflut.

Hier war noch Geburtstagsparty: Rylan Schwartz (2. von rechts) hat seinem 31. Ehrentag zum zweiten Mal getroffen. Gefeiert wurde am Ende aber auf der anderen Seite.
Hier war noch Geburtstagsparty: Rylan Schwartz (2. von rechts) hat seinem 31. Ehrentag zum zweiten Mal getroffen. Gefeiert wurde am Ende aber auf der anderen Seite. © Gunnar Schulze

Die Lausitzer Füchse haben ihr Heimspiel gegen den Tabellenletzten Heilbronner Falken mit 4:5 nach Penaltyschießen verloren, obwohl ihnen die Bestbesetzung zur Verfügung stand – mit den Berliner Förderlizenzspielern Dietz und Streu und den wiedergenesenen Martin und Pozivil. Mitt des zweiten Drittels führten die Füchse schon mit 4:2, haderten dann aber auch mit den Schiedsrichtern.

Die Lausitzer Füchse machten in den ersten Minuten den Eindruck, dass sie dieses Spiel unbedingt für sich entscheiden wollten. Sie machten von Beginn an Druck, die Heilbronner Falken agierten angesichts ihrer Tabellenposition erstaunlich offensiv. Die erste Chance hatten zwar die Gäste nach einem 3:2-Konter (Torwart Carruth hielt), aber dann gelang Rylan Schwartz an seinem 31. Geburtstag das 1:0. Bei einem Konter kreuzte Roßmy vor das Tor und machte den Weg frei für den Deutsch-Kanadier, der nach innen zog und eiskalt über die Stockhand von Gästetorwart Nemec traf. Die Füchse schienen das Spiel in Griff zu haben, dann aber drehte sich das Spiel wie aus dem Nichts. Erst wurde ein Passversuch der Gäste zweimal unglücklich abgefälscht und rutschte dann dem überraschten Füchse-Torwart Carruth zum 1:1 durch die Beine. Und dann rennten sich im Mitteldrittel die Füchse-Stürmer Kerbashian und Roßmy über den Haufen, es kam dadurch zu einem 3:1-Konter der Gäste, den sie clever ausspielten und mit 1:2 in Führung gingen. Die Füchse hatten aber eine schnelle Antwort. Dietz sah Brad Ross frei am langen Pfosten, der scheiterte zwar an Nemec, kam aber an den Abpraller und legte zurück auf den nachlaufenden Dietz, der das leere Tor vor sich hatte – 2:2 (11.). Danach wirkten die Füchse überlegen, schafften es aber nicht, das auf die Anzeigetafel zu bringen. Die größte Chance hatte Andres, der nach einem Querpass völlig frei war, dem aber die Scheibe durchrutschte.

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Das Mitteldrittel begannen die Füchse stark. Die Heilbronner kamen zunächst kaum aus dem eigenen Drittel heraus, bekamen dann eine Strafe wegen Spielverzögerung zugesprochen. Die Überzahl nutzten die Füchse zum 3:2. Nick Ross hielt mit viel Einsatz die Scheibe im Angriffsdrittel und sah auf der anderen Seite den Freien Schwartz, der sich mit einem Schuss in die kurze Ecke sein zweites Geburtstagsgeschenk machte (24.). Und als dann Thomas Reichel nach einem 3:2-Konter und der Vorarbeit der Ross-Brüder zum 4:2 traf, schienen die Füchse endgültig auf der Siegerstraße, obwohl auf der anderen Seite Carruth bei einigen Szenen auch sein ganzes Können zeigen musste.

Drei Strafen binnen 100 Sekunden

Ab der 36. Minute aber nahm die Partie eine andere Wendung. Erst musste Brad Ross zurecht auf die Strafbank. Die Füchse behaupteten sich gut in der Unterzahl, bis sich Walters zu Ross auf die Strafbank gesellte. Ein Heilbronner hatte sich bei ihm „eingefädelt“, die Schiedsrichter auf Beinstellen entschieden. Die Füchse waren auf dem besten Weg, auch die doppelte Unterzahl zu überstehen, als Dietz unmittelbar nach einem Bully die nächste Strafe erhielt (Spielverzögerung) über die er mit dem Schiedsrichter noch in der Drittelpause diskutierte. Das bedeutete nochmal über eine Minute doppelte Unterzahl. Fünf Sekunden vor deren Ablauf trafen die Heilbronner mit einem Direktschuss aus spitzem Winkel zum 3:4. Es verbleib eine Minute einfache Unterzahl für die Füchse. Drei Sekunden vor Ablauf dieser Strafe versenkte Della Rovere einen Abpraller vom stark haltenden Carruth zum 4:4-Ausgleich. Die Gäste waren wieder im Spiel.

Den Füchsen war der Schwung genommen. Ihr Angriffsspiel lief im Schlussdrittel nicht mehr so rund wie in den beiden ersten Spielabschnitten. Die größte Chance hatte wohl Brad Ross, der aus spitzem Winkel den Puck nicht ins Tor bekam (51.). Zwei weitere Unterzahlspiele (am sechs Strafen für die Füchse und nur drei für Heilbronn) überstanden die Füchse, wobei die Heilbronnen in den letzten Spielminuten mehr Druck machten. Aber es ging nach einem 4:4 in die Verlängerung, die die Füchse in Überzahl beginnen konnten. Aus der 4:3-Situation machten sie aber viel zu wenig. Dann hatten Roßmy und Dietz die Entscheidung für die Füchse auf dem Schläger, auf der anderen Seite scheiterte Wruck mit einem Alleingang an Carruth. In allerletzter Sekunde wäre Kerbashian fast noch ein Bauerntrick gelungen - Torwart Nemec war schon ausgespielt, aber ein Schläger noch dazwischen.

Das Penaltyschießen musste entscheiden. Da setzte Schwartz zwar den ersten Treffer, aber Gervais glich für die Falken aus, und danach scheiterten alle Schützen, wobei Kerbashian schon den Torwart ausgespielt hatte, bevor ihm der Puck wegrutschte. In der zweiten Penaltyrunde legte Gervais vor. Es passte zum Spiel, das Schwartz mit seinem letzten Versuch die Lattenoberkante traf.

Nach der unnötigen Niederlage bleibt nicht viel Zeit nachzudenken. Es folgen drei Auswärtsspiele: Am Sonntag in Freiburg, am Dienstag in Heilbronn und kommenden Freitag in Crimmitschau.

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