SZ + Weißwasser
Merken

Mit Sieg im Rücken ins neue Jahr

Die Lausitzer Füchse halten über den Jahreswechsel den Anschluss an die Playoff-Plätze.

Von Marcel Pochanke
 0 Min.
Teilen
Folgen
Die Lausitzer Füchse (im Bild Stephane Döring) haben beim Schlusslicht in Selb dem Erwartungsdruck standgehalten und drei Punkte mitgebracht.
Die Lausitzer Füchse (im Bild Stephane Döring) haben beim Schlusslicht in Selb dem Erwartungsdruck standgehalten und drei Punkte mitgebracht. © Gunnar Schulze

Selb/Weißwasser. Die Lausitzer Füchse beenden das Jahr 2021 auf dem zwölften Tabellenplatz. Das war schon vor der Partie bei den Selber Löwen am Donnerstagabend klar. Dank des verdienten 0:2-Sieges beim Tabellenschlusslicht halten sie aber Tuchfühlung zu den begehrten Playoff-Plätzen. Dorthin zu kommen, wird der Vorsatz für das neue Jahr.

Im alten Jahr durfte sich Goalie Leon Hungerecker noch einmal über einen Shutout freuen – und das gegen einen Gegner, der zuletzt nicht wie ein abgeschlagener Letzter auftrat, sondern mehr Punkte als die formschwachen Füchse einsammelte.
Folglich starteten die Gastgeber aus Selb in der leeren Netsch Arena deutlich besser. Die hungrigen Wölfe trafen auf eine Füchsemannschaft, die in den letzten Wochen nach ihrer Stabilität suchte und nun auch noch die Ausfälle von Clarke Breitkreuz und Richard Mueller verkraften musste, die sich beide am Dienstag bei der 1:3-Niederlage gegen Dresden verletzten. Die Umstellungen von Weißwassers Coach Chris Straube, der unter anderem Roope Mäkitalo für Breitkreuz in die erste Sturmreihe beorderte, verfingen zunächst überhaupt nicht.

Zunächst kommt fast kein Pass an

In den ersten fünf Minuten gelangen kaum zwei Pässe am Stück, nach Scheibeneroberung war tief spielen die einzige Option. Selb hingegen hatte mehrere gute Gelegenheiten. Nach acht Minuten ließ der Ex-Fuchs Lars Reuß drei Gegner stehen und scheiterte am starken Leon Hungerecker – es wäre sein achtes Tor im 16. Spiel für die Wölfe gewesen. Reuß, der in der ersten Sturmreihe spielt, ist ein absoluter Leistungsträger bei den Bayern. Nach zwölf Minuten wurde er im Slot bedient, kam aber frei vor Hungerecker knapp nicht an die Scheibe.

Für Weißwasser hatte Mäkitalo eine gute Gelegenheit, als er nach einem Antritt über links scharf abzog. Spielerisch gelang weiter wenig, aber immerhin flog Ende des ersten Drittels die eine oder andere Scheibe aus der Distanz vielversprechend auf das Selber Tor. Auch die Gäste probierten es oft mit schnellen Schüssen in der Hoffnung, einer würde den Puck unhaltbar abfälschen. Das nötige Glück war zunächst keiner Mannschaft vergönnt.

Deutlich verbessert kam Weißwasser aus der Kabine. Sofort hatte Top-Scorer Peter Quenneville eine Riesenchance, als er nach einem Querpass direkt abzog, aber zu unplatziert, sodass Miachel Bitzer mit einer Glanzparade das 0:0 retten konnte.
Der Goalie der Wölfe ist einer Garanten des jüngsten Aufschwungs, er machte gegen Weißwasser erst sein viertes Spiel und war wieder ein Feld in der Brandung. Die Chance war das Resultat des ersten wirklich gelungenen Angriffs der Gäste aus der Lausitz. In der Anfangsphase des Drittels spielten weiter nur die Füchse. Zweimal hatte Garlent das 0:1 auf der Kelle, kam aber nicht an Bitzer vorbei. Das gelang nach 29 Minuten endlich Quenneville. Der Angriff war fast eine Kopie der Möglichkeit acht Minuten zuvor, dieses Mal ließ er aber Bitzer überhaupt keine Chance und drehte jubelnd ab.

Danach wurde das Spiel wieder offener, aber erst Ende des Durchgangs wurde Selb noch einmal wirklich druckvoll. Die Konsequenz war die erste Überzahl der Wölfe, in der sie aber erschreckend harmlos blieben. Noch eine brenzlige Situation mussten Leon Hungerecker und seine Vorderleute überstehen, dann war die knappe Auswärtsführung in das Schlussdrittel gerettet.

Dort war nach längerer Zeit wieder etwas von Lars Reuß zu sehen, dieses Mal zielte er drüber. Als Aquin für Selb und Quenneville für Weißwasser ihre Chancen vergeben hatten, folgten die Schlüsselminuten der Partie. Drei Zeitstrafen am Stück kassierte Weißwasser, Zeichen auch dafür, dass es in einem weiter fairen Spiel entschlossener in den Zweikämpfen war. Selb gelang wenig, und wenn ein Distanzschuss durchflog, stand Hungerecker genau dort, wo er stehen musste.

Es war stark, wie die Füchse diese kritischen sechs Minuten und die folgende Druckphase überstanden. Zwischendurch hatte Quenneville die Gelegenheit auf das 0:2 – das eine Tor war für den Top-Stürmer der Lausitzer angesichts seiner Chancen am Ende doch zu wenig. So musste ein Verteidiger die Entscheidung besorgen. Jens Baxmann traf ins leere Netz, wobei die clevere Puckeroberung von Tim Detig davor mindestens genauso wichtig war.

Viel Zeit zum Feiern bleibt den Füchsen nicht, weder für den Sieg noch Silvester: Am Sonntag kommt mit den Tölzer Löwen ein schwerer Gegner und Konkurrent um die Playoffs in die Lausitz.

Mehr Nachrichten aus Weißwasser und Umland lesen Sie hier.