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Neuer Trainer bringt Schlachtenglück zurück

Die Lausitzer Füchse feiern einen Verlängerungssieg in Kaufbeuren. Der war gegen lange überlegene Gastgeber glücklich.

Von Frank Thümmler
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Der neue Füchse-Trainer Petteri Väkiparta bei seinem Debüt. Eine spielerische Verbesserung war noch nicht zu erkennen, aber das wäre nach nur einem Training wohl auch zu viel verlangt.
Der neue Füchse-Trainer Petteri Väkiparta bei seinem Debüt. Eine spielerische Verbesserung war noch nicht zu erkennen, aber das wäre nach nur einem Training wohl auch zu viel verlangt. © Titus Fischer

Das Debüt des neuen Füchse-Trainers Petteri Väkiparta ist gelungen. Die Lausitzer Füchse haben am Mittwochabend mit 3.2 nach Verlängerung in Kaufbeuren gewonnen. Entscheidend waren ein überragender Torwart, ein eiskalter Finne und ein abgezockter Stürmer in der Verlängerung.

Die Lausitzer Füchse hatten nach der anhaltenden Erfolglosigkeit und dem zuletzt auch schwachen Eindruck, den die Mannschaft hinterließ, den Trainer gewechselt. Der neue Trainer heißt Petteri Väkiparta. Der 44-jährige Finne stand bislang auf seinen Trainerstationen in Deutschland als Co-Trainer hinter der Bande, zuletzt bei der deutschen U20-Nationalmannschaft bei der abgebrochenen WM in Kanada. Er veränderte die Aufstellung gegenüber der 0:4-Niederlage gegen Bad Tölz am Sonntag nur wenig. In die erste Sturmreihe zu Quenneville und Garlent rückte der wiedergenesene Mueller, dafür spielte Mäkitalo in der zweiten Reihe neben Ritter und Kuschel. Breitkreuz fehlte ebenso noch wie Döring und Kuschel und die Berliner Förderlizenzspieler Geibel und Roßmy.Das Spiel begann gut für die Lausitzer Füchse gut, mit einer Überzahl, die Kuschel herausholte, als er vor dem Tor nur durch ein Foul gebremst werden konnte. In der Überzahl kamen die Füchse zu guten Schusschancen. Die beste Chance hatte Ritter vor dem Tor, der einen Quenneville-Schuss über das fast leere Tor abfälschte. Die Füchse blieben gut i Spiel. Rentsch hatte nach einem Wechselfehler der Gastgeber ine gute Schusschance, Mäkitalo zog wenig später ab. Die Gastgeber fanden dann auch zu ihren ersten Schusschancen, die Hungerecker im Füchse-Tor abwehrte. Die Kaufbeurer kamen immer besser ins Spiel. Die beste Chance hatte Topscorer Lammers, der nach einer unglücklichen Abwehr der Füchse an den Puck kam und den Außenpfosten traf (16.). Nach einem Konter der Gastgeber traf van der Linde mit einem Direktschuss das Außennetz, Lillich mit einem ähnlichen Schuss die Außenumrandung des Tores. Dann parierte Hungerecker stark mit der Fanghand gegen einen Schuss von van der Linde. Aber das erste Drittel blieb torlos.

Die Überlegenheit der Gastgeber in der zweiten Hälfte des ersten Drittels nahm im Mitteldrittel eher noch zu. Bei den Füchsen schaffte es eigentlich nur die Top-Reihe, sich zu befreien, aber nicht mehr, gefährlich zu werden. Ansonsten war es eine reine Abwehrschlacht. Hungerecker rettete immer wieder das Unentschieden. Nach einem Puckverlust von Mueller hatten die Gastgeber dann eine Reisenchance mit Lattentreffer, Pfostentreffer beim ersten Nachschuss und spektakulärer „Wadenparade“ von Hungerecker beim zweiten Nachschuss. Sekunden später aber war er machtlos, als sich Blomqvist die Ecke nach einer Seitenverlagerung aussuchen konnte. Das Spiel schien den Füchse endgültig aus den Händen zu gleiten, erst recht, als Rentsch auf die Strafbank musste. Aber den Füchse gelang die Befreiung, Ritter setzte energisch nach, eroberte den Puck und der nachgerückte Mäkitalo ließ Kaufbeurens Torwart Vajs aussteigen und netzte zum Ausgleich ein. In derselben Unterzahl hatte dann der schnelle Garlent die Chance auf ein zweites Tor, wurde aber im letzten Moment gestoppt. Die Füchse fingen sich wieder, mussten dann aber zwei Unterzahlsituationen überstehen (erst zu viele Spieler auf dem Eis, dann Müller). Aber die Kaufbeurer konnten keinen Profit daraus schlagen. Trotzdem: Das Unentschieden nach zwei Dritteln war schmeichelhaft. Das Schussverhältnis betrug 34:15.

Die Füchse gingen in Unterzahl ins Schlussdrittel und kassierten eine weitere Strafe (Quenneville). Die 19 Sekunden doppelter Überzahl nutzen die Kaufbeurer zum 2:1. Sturm zog ab, der Puck landete vom Füchse-Verteidiger abgefälscht genau im Dreiangel. Die zweite Unterzahl blieb bestehen, aber die überstanden die Füchse, hatten durch Garlent erneut eine große Konterchance, aber vorbei. Hungerecker hielt danach sein Team mit Riesenparaden im Spiel, während die Gastgeber mit ihrer Chancenverwertung haderten. Auf der anderen Seite hatten Quenneville und Garlent einen 2:1-Konter, aber Garlent traf die Scheibe nicht richtig. Trotzdem, die Kaufbeurer schienen dem dritten Treffer näher als die Füchse dem Ausgleich. Hungerecker rettete dann wieder einmal gegen den völlig freien Lewis aus Nahdistanz. Dann gelang den Füchsen der eigentlich unerwartete Ausgleich: Ritter und Mäkitalo liefen gegen zwei Verteidiger und diese aus. Mäkitalo spielte dann im Fallen auch noch Torwart Vajs aus und schob die Scheibe ins Netz (54.). Danach war das Spiel offener, wobei beide teams darauf achteten, nicht den entscheidenden Fehler zu begehen. Den machte kein Team mehr, es ging in die Verlängerung.

In der Verlängerung hatten lange Zeit die gastgeber mehr vom Spiel, vor allem, weil sie fünf von sechs Bullys gewannen. Große Chancen gab es aber auf beiden Seiten nicht. Alle Schüsse wurden sicher beute der torhüter. Bis in der letzten Minute der Verlängerung Hunter garlent durch die Reihen de rgastgeber kurvte, erst im letzten Moment am fast schon ausgespielten Torwart Vajs scheiterte, dann aber die Verwirrnung nutzte, wieder vor das Tor lief und die Scheibe versenkte – Sieg.

Das zuletzt auch fehlende Schlachtenglück war zurück. Jetzt muss auch die spielerische Leistung besser werden. Der neue Trainer hat die Chance zu ein paar zusätzlichen Trainingseinheiten. Das Heimspiel am Freitag gegen Freiburg fällt wegen Coronafällen bei den Breisgauern aus. Für die Füchse ist das nächste Spiel am Sonntag in Frankfurt.

Statistik

ESV Kaufbeuren–Lausitzer Füchse 2:3 n. V. (0:0, 1:1, 1:1)

Tore: 1:0 Sami Blomqvist 25:50 (Assist: Lewis, Koziol), 1:1 Roope Mäkitalo 32:17 (Unterzahl, Ritter, Carson), 2:1 Sören Sturm 41:00 (Überzahl 2, Blomqvist, Lammers), 2:2 Roope Mäkitalo 53:01 (Ritter, Rentsch), 2:3 Hunter Garlent 64:11 (Quenneville, Hanusch )