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Offensivfehler beenden erneute Füchse-Aufholjagd

Die Moral der Lausitzer war auch gegen den Meisterschaftsmitfavoriten Bietigheim intakt, aber die Gäste waren clever.

Ein Zweikampf der Generationen: der Bietigheimer Ex-Fuchs Matt McKnight (36 Jahre alt), gegen das 17-jährige Füchse-Talent Bennet Roßmy. Hier schrammt McKnight zwar an einer Strafe vorbei, aber am Ende setzte sich die Erfahrung durch.
Ein Zweikampf der Generationen: der Bietigheimer Ex-Fuchs Matt McKnight (36 Jahre alt), gegen das 17-jährige Füchse-Talent Bennet Roßmy. Hier schrammt McKnight zwar an einer Strafe vorbei, aber am Ende setzte sich die Erfahrung durch. © Thomas Heide

Die Lausitzer Füchse haben den Schwung des überraschenden Auswärtssieges in Bad Tölz nicht nutzen können, um mit den Bietigheim Steelers den nächsten Favoriten zu bezwingen. Das 3:6 am Ende sagt aber nicht aus, wie nah die Füchse auch diesmal an einem Punktgewinn waren. Ende des zweiten Drittels hatten sie einen 0:2- und 1:3-Rückstand aufgeholt, riskierten dann aber zu viel und liefen in zwei Konter.

Eine spannende Frage vor dem Spiel war, wie die Lausitzer Füchse die beiden Auswärtsspiele am Donnerstag und Freitag verkraften würden. Schließlich war das Spiel gegen das Favoritenteam aus Bietigheim das dritte binnen vier Tagen. Die Lausitzer Füchse hatten wieder den Berliner Torwart Tobias Ancicka zur Verfügung, womit alle vier Kontingentspieler im Feld auflaufen konnten. Dafür fehlte Rylan Schwartz, der in Bad Tölz einen Schuss unglücklich abbekommen hatte und verletzt pausieren musste.

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Die Füchse begannen nach dem Sieg in Bad Tölz selbstbewusst und mit viel Tempo. Kerbashian hatte nach einem Diagonalpass von Brad Ross die erste Chance, scheiterte aber mit der Rückhand an Steelers-Torwart Brenner, dem Goalie mit den bislang besten statistischen Werten der Liga. Die Bietigheimer zeigten aber schnell, warum sie als Mitfavorit der Liga gehandelt werden. Gespickt mit vielen Routiniers hielten sie das Tempo hoch und schlugen nach fünf Minuten gleich zweimal zu. Erst vernaschte Breitkreuz den Füchse-Verteidiger Kania nach allen Regeln der Kunst, zog vor das Tor, wartete lange und schob den Puck an Ancicka vorbei zum 0:1 ins Netz. Nur 16 Sekunden später stand es 0:2. Diesmal konnte Hauner mit Tempo ins Drittel laufen, zog einfach ab und traf über die Stockhand von Ancicka. Danach hatte man trotz aller Bemühungen lange nicht den Eindruck, als könnten die Füchse die Gäste gefährden. Zu selten gelangen gefährliche Torabschlüsse, während die Gäste Torwart Ancicka unter Beschuss nahmen. Als die Füchse dann zu einer ersten Überzahl kamen, gelang jedoch der Anschlusstreffer. Clark hatte geschossen, Reichel war wohl noch mit dem Schläger dran und veränderte die Puckrichtung so, dass Brenner keine Chance hatte. Kurz vor dem Drittelende gerieten die Füchse dann selbst in Unterzahl, überstanden die Strafe, auch zu Beginn des Mitteldrittels gegen das beste Überzahlteam der Liga.

Im Mitteldrittel versuchten die Füchse, auch mit ihren vier Sturmreihen (Bietigheim hatte nur drei), den Druck zu erhöhen. Dann aber schenkten sie eine Überzahl durch eine schnelle eigene Strafe her, bei Vier-gegen-Vier unterlief Walter ein Fehlpass im eigenen Drittel, Jasper spielte noch quer auf Preibisch, der mit einem fulminanten Direktschuss zum 1:3 traf. Aber die Moral der Füchse stimmte wie auch schon in Bad Tölz, wo sie auch einen Zwei-Tore-Rückstand aufgeholt und noch gewonnen hatten. Es gelang den Füchsen jetzt ab und zu, die Bietigheimer in deren Drittel festzusetzen. In der 38. Minute fiel der Anschlusstreffer. Andres hatte den Puck hinter dem Tor erkämpft und zurück zu Clarke gepasst, der wie zuvor Preibisch direkt abzog und traf. Es kam noch besser: Es gab eine Überzahl für die Füchse, die den Bully nach vorn gewannen und nachsetzten. Ein Bietigheimer brachte beim Versuch, den Puck über die Rundung aus dem Drittel zu spielen, die Scheibe unter Bedrängnis Richtung eigenes Tor. Torwart Brenner war überrascht – 3:3. Sollte doch eine Überraschung möglich sein?

Die Füchse arbeiteten auch zu Beginn des Schlussdrittels weiter daran, blieben offensiv. Die Bietigheimer hatten allerdings in Überzahl zwei Riesenchancen zum Führungstreffer. Ancicka rettete einmal glücklich mit dem Stock. Auf der anderen Seite hatten die Füchse direkt nach einem Bully die Chance durch Martin, in Führung zu gehen, aber Brenner hielt. Dann riskierten die Füchse zu viel. Kerbashian spielte im Angriffsdrittel einen weiten Querpass , der abgefangen wurde und einen Konter einleitete. Ancicka konnte noch parieren, aber der nachsetzende Breitkreuz reagierte schneller als Kerbashian und netzte zum 3:4 ein. Bei einer Überzahl für die Füchse wenig später hatten die Gäste zwei Unterzahlchancen, die Ancicka vereitelte. Bei der nächsten Überzahl ein ähnliches Bild: Die Gäste waren mit Kontern gefährlicher. Den ersten parierte Ancicka noch, dann aber blockte Preibisch gegen den letzten Füchse-Spieler an der Blauen Linie, war auf und davon und überwand auch Ancicka zum 3:5. Das war die Entscheidung, auch weil die Gäste jetzt sehr geschickt verteidigten und den Füchsen Mittel und Kraft fehlten, um noch einmal heranzukommen. Die versuchten zwar alles, aber als Trainer Straube den Torwart kurz vor Schluss vom Eis nahmen, traf Schüle fast von der eigenen Grundlinie zum 3:6 ins leere Tor.

Weiter geht es am Donnerstag und Freitag mit zwei Spielen gegen die Freiburger Wölfe.

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