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Quenneville-Show sorgt für Füchse-Sieg

Neben dem Dreifachtorschützen steht der zweite überragende Spieler der Lausitzer im Tor.

Von Frank Thümmler
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Clarke Breitkreuz traf an seinem Geburtstag.
Clarke Breitkreuz traf an seinem Geburtstag. © Thomas Heide

Die Lausitzer Füchse haben sich nach zwei ausgefallenen Spielen (wegen Coronafällen beim Gegner) mit einem Sieg zurückgemeldet. Vor leeren Rängen (wegen der sächsischen Corona-Schutzverordnung) bezwangen die Füchse den ersatzgeschwächten ESV Kaufbeuren mit 4:1 (1:0, 3:1, 0:0). Das Erste Aufeinandertreffen in dieser Saison hatten die Füchse noch auswärts mit 7:2 verloren. Für beide Mannschaften war es das einzige Spiel an diesem Wochenende.

Die Atmosphäre in der wee-Eisarena war gleich wieder gewöhnungsbedürftig: Keine Sprechchöre für die Füchse, kein Raunen bei Chancen, kein erleichtertes hörbares Aufatmen bei Chancen für die Gäste. Die gab es zunächst nämlich in der Überzahl. Füchse-Torwart Tobias Ancicka war mehrfach gefordert. Besonders die erste Reihe der Gäste machte viel Druck. Die Füchse, mit zwei neuen Spielern in ihren Reihen, benötigten etwas Zeit, sich zu finden. Aber dann gelang ihnen der Führungstreffer. Geburtstagskind Clarke Breitkreuz brachte die Scheibe von hinter dem Tor zu Füchse-Topscorer Peter Quenneville, der noch einmal verzögerte, sich Gästetorwart Vajs ausguckte und dann hoch ins kurze Eck traf. Wenig später hatte Mueller nach einer schnellen Kombination mit einem Direktschuss die Chance zum 2:0, wurde aber vor der leeren kurzen Ecke noch geblockt. Dann übernahmen die Gäste das Kommando, spielten sich im Drittel der Füchse fest. Aber, die teils auch abgefälschten Schüsse gingen vorbei oder wurden von Ancicka abgewehrt. Eine erste Unterzahl überstanden die Füchse relativ problemlos, hatten mit Ablauf der Strafe durch den schnellen Mueller selbst eine gute Chance. Wenig später wehrte Ancicka einen Schuss aus wenigen Metern von Spurgeon mit der Maske ab. Neuzugang Eric Valentin (der 24-jährige Stürmer mit DEL-Erfahrung kam kurzfristig aus Kassel) leistete sich dann eine Strafe im Angriffsdrittel, die aber (über die Drittelpause hinweg) keine Folgen hatte.

Als die Füchse selbst erstmals in Überzahl agieren durften, ließen sie viel Luft nach oben. Und ihre dritte Chance mit einem Spieler mehr auf dem Eis nutzten dann die Gäste zum Ausgleich. Sturm legte zurück auf Lewis, der aus wenigen Metern über die Schulter von Ancicka ins Dreiangel traf (26.). Ancicka verhinderte dann mit einer starken Parade das 1:2, nachdem sich Kania im eigenen Drittel einen Fehlpass geleistet hatte. Aber die Füchse hatten ja ihre Topreihe: Garlent legte auf Quenneville ab, der mit einem Direktschuss aus der Distanz den Gästetorwart Vajs überwand. Plötzlich waren die Füchse am Drücker. IN Überzahl gelang das 3:1. Diesmal war Doppeltorschütze Quenneville der Vorbereiter, Breitkreuz musste an seinem 30. Geburtstag nur den Schläger reinhalten. Mäkitalo hatte wenig später nach einer starken Vorarbeit von Mueller den nächsten Treffer auf dem Schläger, scheiterte aber an Torwart Vajs. Die Kaufbeurer hatten dann eine längere Druckphase, schafften aber die gefährlichen Abschlüsse nicht. Anders die Füchse, die zu einem 3:1-Konter kamen, ihn auch toll ausspielten, aber im letzten Moment am Einschuss (Garlent) gestört wurden. Auch Döring, der sich stark durchsetzte, und Mueller, der wie bei einem Penalty allein auf Tor zulief, schafften den vierten Treffer aber nicht. Dann aber: Quenneville war am langen Pfosten freigespielt, konnte sogar lange warten und schob Vajs den Puck zum 4:1 durch die Beine.

Zu Beginn des Schlussdrittels versuchten die Gäste, nochmals das Tempo zu erhöhen und Druck aufzubauen. Das gelang teilweise, bei einigen Abschlüssen der Gäste war der wieder einmal starke Torwart Ancicka zur Stelle. Einmal hatte er auch das Glück auf seiner Seite, als er nach einer Abwehraktion nicht wusste, wo der Puck ist. Aber Lammers verzog aus der Drehung. Die Füchse setzten auf der anderen Seite immer wieder Nadelstiche, Döring hatte zum Beispiel eine gute Chance unmittelbar vor dem Tor. Die Füchse schienen sich aber mehr und mehr darauf zu konzentrieren, den Gästen vor allem keine Konter anzubieten. Das gelang gut, den Gästen schien so langsam die Zeit wegzulaufen. Nach einem Konter traf Baxmann den Pfoten des Gästetores. Auf der anderen Seite parierte Ancicka nach einem Kuschel-Fehler überragend gegen den Gäste-Topscorer Lammers. Ancicka erwies sich auch danach als Fels in der Brandung, brachte die Gäste mit seinen Paraden schier zur Verzweiflung. Drei Minuten vor dem Ende der Partie entschieden sich die Gäste, angesichts des bestehenden Drei-Tore-Rückstandes, den Torwart vom Eis zu nehmen. Es hagelte Schüsse über Schüsse auf das Füchse-Tor, aber das Tor war dank des überragenden Ancicka wie vernagelt. Die Lausitzer Füchse kamen in diesen drei Minuten nicht an den Puck, es blieb aber beim 4:1.

Neuzugang Brett Carsson hatte in der Verteidigung ein starkes Spiel gemacht, hatte viel Eiszeit erhalten und mit seiner körperlichen Präsenz vor dem Tor immer wieder aufgeräumt – ein starkes Debüt. Für Eric Valentin, der ein munteres Spiel machte, endete das Debüt im Füchse-Trikot nach einem Drittel. Danach musste er in der Kabine bleiben. Weiter geht es für die Füchse am Freitag mit einem Heimspiel gegen den Ligafavoriten Löwen Frankfurt.

Statistik

Lausitzer Füchse–ESV Kaufbeuren 4:1(1:0, 3:1, 0:0)

Tore: 1:0 Peter Quenneville 7:27 (Assist: Breitkreuz, Garlent), 1:1 Joseph Lewis 25:32 (Überzahl: Blomqvist, Sturm), 2:1 Peter Quenneville 27:40 (Hanusch, Baxmann), 3:1 Clarke Breitkreuz 30:03 (Überzahl, Quenneville, Mäkitalo), 4:1 Peter Quenneville 38:05 (Garlent, Detig)

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