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Sechs-Punkte-Wochenende für die Lausitzer Füchse

Dem Heimerfolg über die Tölzer Löwen lässt Weißwasser einen klaren Sieg beim Aufsteiger Selber Wölfe folgen.

Füchse-Torwart Leon Hungerecker war ein sicherer Rückhalt in beiden Spielen des Wochenendes.
Füchse-Torwart Leon Hungerecker war ein sicherer Rückhalt in beiden Spielen des Wochenendes. © Thomas Heide

Besser hätte das Wochenende für den Eishockey-Zweitligisten Lausitzer Füchse nicht laufen können – wenn da nicht der eine Wermutstropfen wäre. Das 4:1 am Freitag über die als Spitzenreiter angereisten Tölzer Löwen veredelten die Füchse mit einem klaren 6:3-Erfolg in Selb zu einem Sechs-Punkte-Wochenende, bangen jetzt aber um Topscorer Hunter Garlent.

Das Spiel in Selb begann aus Weißwasseraner Sicht höchst unglücklich: Walters, in der vergangenen Saison noch in Diensten der Füchse, zog flach ab und traf den Schlittschuh von Füchse-Verteidiger Kania, von wo der Puck zum 1:0 ins Tor sprang (2.). Das beeindruckte die Füchse aber wenig. Sie machten sofort Druck, mit aggressivem Forechecking. Als der Puck zu Verteidiger Hanusch sprang, lief der noch zwei, drei Meter, visierte die kleine freie Lücke über der rechten Schulter des Torwarts an und traf ins Dreiangel der kurzen Ecke zum Ausgleich (4.). Es folgte wenig später die Szene, die für etwas länger anhaltende Sorgenfalten bei Füchse-Trainer Chris Straube sorgen sollte: Topscorer Hunter Garlent landete, wohl nach einem Check – kopfüber in der harten Bande (entspricht nicht den DEL2-Vorschriften und muss nach dieser Saison gewechselt werden) im Selber Stadion und blieb verletzt liegen. Das mutmaßliche Foul brachte Clarke Breitkreuz so auf die Palme, dass er sich Walters vornahm, den Boxkampf für sich entschied. Allerdings wurden neben dem Boxkampf mit Walters nur seine wütenden Proteste nach der Strafe gegen ihn zusätzlich bestraft, das Foul an Garlent blieb ungesühnt. Die Überzahl der Gastgeber war schwach, und als bei Gleichzahl Mäkitalo mit Tempo von der Bank kam und angespielt wurde, zog er aus relativ spitzem Winkel ab und traf in die lange Ecke (10.). Der Selber Torwart sah bei freier Sicht nicht gut aus. Aber Selb kam noch im ersten Drittel zum Ausgleich. Als die vierte Füchse-Reihe sich nicht befreien konnte und lange auf dem Eis stand, passierte es: abgefälschter Schuss, Abpraller vom Torwart und Nachschuss – 2:2 (12.). Trotzdem schienen die Füchse auf dem Weg zum Sieg.

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Das sollte sich dann im zweiten Drittel mit den weiten Wechseln bewahrheiten. Die Mannschaftsbank befindet sich dann am Angriffs- und damit weit weg vom Verteidigungsdrittel. Die Selber Wölfe schienen mit dem hohen Tempo der Füchse überfordert zu sein und machten dann auch noch mit einem individuellen Fehler die Tür für die Füchse auf. Dem Selber Verteidiger Ondruschka rutschte an der Blauen Linie der Puck durch, den durchbrechenden Füchse-Stürmer konnte er nur per Foul aufhalten. Die Überzahl nutzen die Füchse nach nur 19 Sekunden zum 2:3-Führungstreffer. Querpass Hanusch – flacher Direktschuss Quenneville – Abfälscher Breitkreuz (27.). Danach kamen die Füchse immer wieder zu gefährlichen Abschlüssen. Dass ausgerechnet Stürmer der vierten Reihe für die beiden Treffer zur Vorentscheidung sorgten, dürfte Füchse-Trainer Chris Straube besonders gefreut haben. Beide Treffer fielen nach ähnlichem Muster: Erst lief Luis Rentsch mit hohem Tempo ins Angriffsdrittel, wurde angespielt und zog relativ schnell ab. Beim Abpraller vom Torwart war er wegen seines Tempoüberschusses allein und konnte die Scheibe im Tor versenken (33.). Und dann lief Luis Müller ähnlich schnell ins Drittel, ließ aber seinen Verteidiger mit einer Finte aussteigen und traf dann unter die Latte ins kurze Eck zum 2:5 (37.). Eigentlich war auch eine noch höhere Führung möglich. Man hatte das Gefühl, dass sich die Füchse nur noch selbst schlagen könnten.

So ein bisschen was taten sie auch dafür. Zu Beginn des Schlussdrittels wirkten sie nicht mehr so zielstrebig, ließen die Zügel schleifen und boten zum Beispiel auch in einer Überzahl nichts. Selb bestrafte das durch den Treffer zum 3:5, als Naumann nach einem schnellen Pass vors Tor den Schläger reinhielt (46.). Plötzlich schienen auch die Gastgeber wieder an eine Chance zu glauben und versuchten mit noch mehr Risiko, zu Chancen zu kommen. Einige wenige hatten sie auch. Die Füchse lauerten auf Konter und spielten wieder konzentrierter. Als dann Ex-Fuchs Boiarchinovs für einen Check gegen die Bande auf die Strafbank musste, machten die Füchse in Überzahl den Sack zu: Nach einer schönen Kombination über Rämö und Breitkreuz hatte Quenneville frei Bahn und überwand den nach dem fünften Füchse-Tor eingewechselten Selber Torwart Weninger zum 3:6.

Die Lausitzer Füchse springen nach diesem Sieg auf den dritten Tabellenplatz und empfangen am kommenden Freitag den Zweiten, die Eispiraten aus Crimmitschau. Die wee-Eisarena dürfte dann so voll wie erlaubt sein.

Statistik

Selber Wölfe–Lausitzer Füchse 3:6 (2:2, 0:3, 1:1)

Tore: 1:0 Nick Walters 1:48 (Assist: Gelke), 1:1 Steve Hanusch 3:59 (ohne Assist), 1:2 Roope Mäkitalo 10:05 (Geibel, Rämö), 2:2 Pascal Aquin 11:33 (Menner, Thompson),

2:3 Clarke Breitkreuz 26:55 (Überzahl: Quenneville, Hanusch), 2:4 Luis Rentsch 12:30 (Geibel), 2:5 Luis Müller 16:23 (Döring, Hanusch),

3:5 Nikita Naumann 45:34 (Gelke, Ross), 3:6 Peter Quenneville 55:52 (Überzahl, Breitkreuz, Rämö)

Lausitzer Füchse, Tor: Hungerecker

Verteidigung: Kuschel, Kania – Hanusch, Baxmann – Geibel, Reiner

Sturm: Ritter, Rämö, Mäkitalo – Quenneville, Garlent, Breitkreuz – Reuß, Döring, Detig – Bedanr, Rentsch, Müller

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